Mit der Veröffentlichung der Stellungnahmen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ist die EU-weite Konsultation zum geplanten PFAS-Verbot gestartet. Bürger:innen, Fachleute, Organisationen und Unternehmen können in den nächsten 60 Tagen Stellung nehmen. Greenpeace warnt vor Schlupflöchern und will ebenfalls eine Stellungnahme einreichen.
Mit der Veröffentlichung der Stellungnahmen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) startet die EU-weite Konsultation zum geplanten PFAS-Verbot. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt, dass die EU erstmals die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ PFAS beschränken will. Ziel ist es, tausende PFAS-Stoffe gleichzeitig zu regulieren, von Verpackungen und Kosmetik bis zu Textilien und Elektronik. In den nächsten 60 Tagen können Bürger:innen, Fachleute, Organisationen und Unternehmen Stellung nehmen. Greenpeace warnt vor Schlupflöchern und einem Flickenteppich an Ausnahmen für die Industrie. Die Umweltschutzorganisation wird ebenfalls eine Stellungnahme einreichen.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Greenpeace und die ECHA-Gutachten betonen, dass PFAS in der Umwelt verbleiben und sich über Generationen anreichern können. In vielen Anwendungsbereichen werden PFAS wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt.
Die Initiative zielt darauf ab, tausende PFAS-Stoffe gleichzeitig zu regulieren. Die Gutachten der beiden wissenschaftlichen Gremien der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) bestätigen, dass eine breite Beschränkung möglich und nötig ist. Zurzeit wird über Ausnahmen, Übergangsfristen und den Zeitpunkt des Inkrafttretens verhandelt. Greenpeace warnt vor unnötigen Verzögerungen und vor Ausnahmen für die Industrie.
In den Gutachten und den Diskussionen werden zahlreiche Anwendungsbereiche genannt, darunter Verpackungen, Kosmetik, Textilien und Elektronik. Greenpeace weist darauf hin, dass in fast allen Anwendungsbereichen bereits sichere Alternativen existieren.
Greenpeace kritisiert die Gestaltung des Beteiligungsprozesses. Zwar dürfen formal alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, doch in der Praxis läuft der Prozess über komplizierte Online-Fragebögen, die nach Ansicht von Greenpeace tiefes technisches und wirtschaftliches Fachwissen voraussetzen. Das mache es für die breite Öffentlichkeit schwierig, sich einzubringen, während gut organisierte Industriekonzerne und Lobbyverbände im Vorteil seien.
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace, sagte: „PFAS verschwinden nicht einfach, sie bleiben über Generationen in unserer Umwelt und in unseren Körper. Dass die EU sie jetzt endlich umfassend regulieren will, ist längst überfällig. Aber genau jetzt wird entschieden, ob daraus ein echtes Verbot wird oder ein Flickenteppich voller Ausnahmen.“
Die laufende 60-tägige Konsultationsphase ist ein Schritt im Verfahren. Greenpeace wird eine Stellungnahme einreichen und ruft dazu auf, auf mögliche Ausnahmen zu achten. Hintergrundinformationen zur EU-Konsultation zum PFAS-Verbots sind von Greenpeace unter dem bereitgestellten Link verfügbar.