Am 8. November 2025 fand in Salzburg ein bemerkenswertes Ereignis statt, das die Aufmerksamkeit der internationalen Musik- und Wissenschaftsgemeinschaft auf sich zog. Die Universität Mozarteum Salzburg verlieh zwei herausragenden Persönlichkeiten die Ehrendoktorwürde: Dame Janet Ritterman und Profes
Am 8. November 2025 fand in Salzburg ein bemerkenswertes Ereignis statt, das die Aufmerksamkeit der internationalen Musik- und Wissenschaftsgemeinschaft auf sich zog. Die Universität Mozarteum Salzburg verlieh zwei herausragenden Persönlichkeiten die Ehrendoktorwürde: Dame Janet Ritterman und Professor Michael Worton. Diese Auszeichnung, die erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Universität vergeben wurde, ehrt nicht nur individuelle Leistungen, sondern unterstreicht auch das Engagement der Universität für Forschungsexzellenz und internationalen Dialog.
Die Verleihung einer Ehrendoktorwürde ist eine seltene und prestigeträchtige Auszeichnung, die an Personen vergeben wird, die außergewöhnliche Beiträge in ihren jeweiligen Fachgebieten geleistet haben. In der Geschichte der Universität Mozarteum wurde diese Ehre bisher nur einmal, im Jahr 2008 an Nikolaus Harnoncourt, vergeben. Diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung der Auszeichnung an Ritterman und Worton.
Dame Janet Ritterman hat sich als eine der einflussreichsten Gestalterinnen der künstlerischen Hochschullandschaft in Europa etabliert. Ihre Karriere erstreckt sich über mehrere renommierte Institutionen, darunter das Sydney Conservatorium und das Royal College of Music in London, das sie von 1993 bis 2005 leitete. Ihre Arbeit ist geprägt von einer Kombination aus künstlerischer Exzellenz, pädagogischer Vision und institutioneller Entwicklungsarbeit. 2002 wurde sie für ihre Verdienste zur Dame Commander of the British Empire ernannt. Als Gründungsmitglied des Österreichischen Wissenschaftsrats hat sie auch die österreichische Forschungslandschaft maßgeblich beeinflusst.
Professor Michael Worton, Emeritus des University College London, zählt zu den führenden Stimmen in der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft. Sein wissenschaftliches Werk umfasst Themen von André Gide bis zur Intertextualität und Genderforschung. Als Vice-Provost der UCL war er maßgeblich an strategischen Entwicklungen beteiligt, darunter internationale Campusgründungen und interdisziplinäre Innovationsprozesse. Seine Ernennung zum Commander of the Order of the British Empire im Jahr 2014 ist ein weiteres Zeugnis seiner Verdienste.
Seit 2019 sind beide Geehrten als Jury-Mitglieder der Research Competition Mozarteum tätig und haben mit ihrer Expertise zum Aufschwung der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung beigetragen. Ihre Arbeit hat zahlreiche Projekte inspiriert, die erfolgreich Drittmittel einwerben konnten, darunter das PEEK-Projekt „Nexus of Textile and Sound“ und das FWF-Projekt „Ästhetisches Urteilen in Gemeinschaft“.
In der Laudatio wurde das Verständnis von Forschungskultur von Ritterman und Worton besonders hervorgehoben. Sie stehen für ein Konzept, das über fachliche Exzellenz hinausgeht, und mit der musikalischen Metapher der „Fermate“ beschrieben wird – ein Moment der konzentrierten Aufmerksamkeit, in dem Exzellenz und menschliche Großzügigkeit als sich verstärkende Kräfte gesehen werden. Diese Philosophie ist ein Leitmotiv für die Universität Mozarteum und ein starkes Signal für den Forschungsstandort Salzburg.
Der Einfluss von Ritterman und Worton reicht weit über Österreich hinaus. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, wo Ehrendoktorwürden häufiger vergeben werden, ist die Auszeichnung in Österreich seltener und daher von besonderer Bedeutung. In Deutschland beispielsweise sind Ehrendoktorate ein Mittel, um akademische und künstlerische Leistungen zu würdigen, während in der Schweiz der Fokus stärker auf wissenschaftlichen Beiträgen liegt.
Die Ehrung von Ritterman und Worton hat auch konkrete Auswirkungen auf die Bürger und die akademische Gemeinschaft in Österreich. Sie stärkt das internationale Ansehen der Universität Mozarteum und fördert den interkulturellen Austausch. Für Studierende und Forschende bedeutet dies Zugang zu einem Netzwerk von Experten und die Möglichkeit, von deren Erfahrung und Wissen zu profitieren.
Die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Ritterman und Worton ist nicht nur eine Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen, sondern auch ein Ansporn für zukünftige Generationen von Forschenden. Sie setzt ein Zeichen für die Bedeutung von interdisziplinärer Zusammenarbeit und internationalem Dialog in der Wissenschaft. Die Universität Mozarteum plant, diese Prinzipien weiter zu fördern und ihre Position als führende Institution in der künstlerischen und wissenschaftlichen Forschung zu stärken.
Insgesamt zeigt die Ehrung von Dame Janet Ritterman und Professor Michael Worton, wie wichtig es ist, wissenschaftliche und künstlerische Exzellenz zu fördern und zu würdigen. Es ist ein starkes Signal für den Forschungsstandort Salzburg und ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft, die Zusammenarbeit und den Austausch weiter zu intensivieren.