Am 4. Dezember 2025 fand im Wiener Rathaus die feierliche Verleihung des dritten Staatspreises für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement statt. Diese Veranstaltung, organisiert vom Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, würdigt
Am 4. Dezember 2025 fand im Wiener Rathaus die feierliche Verleihung des dritten Staatspreises für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement statt. Diese Veranstaltung, organisiert vom Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, würdigt herausragende Projekte und Persönlichkeiten, die durch ihr Engagement den sozialen Zusammenhalt in Österreich stärken. Insgesamt wurden 13 Organisationen in vier Hauptkategorien ausgezeichnet, ergänzt durch einen Sonderpreis für Freiwilligenkoordination.
Freiwilliges Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil des österreichischen Gesellschaftslebens. Fast die Hälfte der Bevölkerung engagiert sich in verschiedenen Bereichen, von der Unterstützung in Vereinen bis hin zur Mitarbeit bei der Feuerwehr. Dieses Engagement ist das Fundament des sozialen Miteinanders in Österreich, wie Claudia Plakolm, Bundesministerin für Europa, Integration und Familie, betonte. Sie hob hervor, dass das Ehrenamt das 'Wir' in Österreich darstellt und die Gesellschaft zusammenhält.
Die Tradition des Ehrenamts in Österreich reicht weit zurück und ist tief in der Kultur verankert. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Vereine, die sich ehrenamtlich für soziale Belange einsetzten. Mit der Industrialisierung und den damit einhergehenden sozialen Herausforderungen wuchs die Bedeutung dieser Organisationen. Heute sind sie aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass das Ehrenamt auch dort eine zentrale Rolle spielt. In Deutschland sind etwa 31 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig, während in der Schweiz rund 40% der Bevölkerung freiwillige Arbeit leisten. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung des Ehrenamts als integralen Bestandteil der gesellschaftlichen Strukturen in der DACH-Region.
Die Auswirkungen des Ehrenamts auf die Gesellschaft sind vielfältig. Es schafft soziale Netzwerke, fördert den Austausch zwischen Generationen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Ein Beispiel ist das Projekt 'midanond oid werdn' der Landjugend Neukirchen an der Enknach, das die Generationen verbindet und den sozialen Zusammenhalt fördert. Solche Projekte zeigen, wie Ehrenamtliche durch ihren Einsatz die Lebensqualität in ihren Gemeinden verbessern.
Die diesjährige Preisverleihung umfasste vier Hauptkategorien: Innovation, Generationen, Inklusion sowie Katastrophenschutz und Notfallhilfe. Die Siegerprojekte erhielten neben einer Trophäe und Urkunde ein Preisgeld von 5.000 Euro, während die Zweit- und Drittplatzierten mit 3.000 Euro bzw. 1.000 Euro ausgezeichnet wurden. Der Sonderpreis für Freiwilligenkoordination, dotiert mit 5.000 Euro, ging an den Verein 'Sindbad - Mentoring für Jugendliche Österreich'.
Die Zukunft des Ehrenamts in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit der zunehmenden Digitalisierung eröffnen sich neue Möglichkeiten für freiwilliges Engagement, etwa durch Online-Plattformen, die Freiwillige mit Organisationen vernetzen. Diese Entwicklung könnte das Ehrenamt noch zugänglicher machen und die Teilnahme junger Menschen fördern, die in digitalen Umgebungen aufgewachsen sind.
Der Staatspreis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement lenkt die Aufmerksamkeit auf die stillen Held:innen unserer Gesellschaft. Diese Auszeichnungen sind nicht nur eine Anerkennung der geleisteten Arbeit, sondern auch ein Anreiz für zukünftiges Engagement. Interessierte finden weitere Informationen und Fotos der Preisverleihung auf freiwilligenstaatspreis.at.