Am 3. Dezember 2025, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, verkündete Sozialministerin Korinna Schumann eine bedeutende Verlängerung des Disability History Projects im Haus der Geschichte Österreich (hdgö). Diese Initiative, die im April 2024 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf a
Am 3. Dezember 2025, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, verkündete Sozialministerin Korinna Schumann eine bedeutende Verlängerung des Disability History Projects im Haus der Geschichte Österreich (hdgö). Diese Initiative, die im April 2024 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die Geschichte und Perspektiven von Menschen mit Behinderungen im kulturellen Erbe Österreichs stärker zu verankern. Ursprünglich war geplant, mindestens dreißig Objekte zu sammeln, doch die Resonanz war überwältigend. Über 400 Objekte wurden dem Museum angeboten, was die Bedeutung und den Erfolg des Projekts unterstreicht.
Das Disability History Project wurde ins Leben gerufen, um die oft unsichtbare Geschichte von Menschen mit Behinderungen in Österreich sichtbar zu machen. Die Sammlung umfasst eine Vielzahl von Objekten, die von einem Megafon und Protestschildern bis hin zu Christbaumkugeln reichen. Diese Objekte bereichern nicht nur die Sammlung des hdgö, sondern tragen auch zur Bewusstseinsbildung und Anerkennung der Geschichte von Menschen mit Behinderungen bei.
Der Begriff 'Disability History' bezieht sich auf die historische Forschung und Dokumentation der Erfahrungen und Perspektiven von Menschen mit Behinderungen. Diese Disziplin zielt darauf ab, die sozialen, kulturellen und politischen Aspekte der Behinderungsgeschichte zu erforschen und sichtbar zu machen. Ein weiterer wichtiger Begriff ist 'Inklusion', der die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beschreibt.
Die Geschichte von Menschen mit Behinderungen in Österreich ist komplex und vielschichtig. Historisch wurden Menschen mit Behinderungen oft marginalisiert und diskriminiert. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das Bewusstsein für die Rechte und Bedürfnisse dieser Menschen deutlich verbessert. Das Disability History Project ist ein wichtiger Schritt, um diese Geschichte aufzuarbeiten und die Errungenschaften sowie Herausforderungen sichtbar zu machen.
In Österreich hat die Behindertenbewegung seit den 1970er Jahren an Bedeutung gewonnen. Aktivisten setzten sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein und forderten Inklusion und Gleichberechtigung. Diese Bewegung führte zu wichtigen rechtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die heute im Disability History Project dokumentiert und gewürdigt werden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte in der Inklusionspolitik gemacht. Während Deutschland mit dem Bundesteilhabegesetz wichtige Schritte unternommen hat, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, setzt die Schweiz auf integrative Bildungsmodelle. Österreich hingegen fokussiert sich verstärkt auf die kulturelle Repräsentation und Bewusstseinsbildung durch Projekte wie das Disability History Project.
Das Disability History Project hat nicht nur kulturelle, sondern auch soziale Auswirkungen. Durch die Sammlung und Ausstellung von Objekten wird die Geschichte von Menschen mit Behinderungen sichtbarer und zugänglicher. Dies fördert das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft. Ein Beispiel ist die Web-Ausstellung 'Selbst bestimmt!', die persönliche Geschichten und Errungenschaften von Menschen mit Behinderungen präsentiert und somit die Beteiligung am Projekt erleichtert.
Darüber hinaus bietet das Projekt eine Plattform für Selbstvertreter*innen, Aktivist*innen und Forscher*innen, um ihre Erfahrungen und Perspektiven zu teilen. Dies trägt zur Stärkung der Community und zur Förderung eines inklusiven Dialogs bei.
Seit dem Start des Projekts wurden über 400 Objekte gesammelt, die nun sukzessive bearbeitet werden. Diese Objekte stammen aus verschiedenen Epochen und spiegeln die Vielfalt der Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen wider. Die beeindruckende Beteiligung der Community zeigt, wie groß der Bedarf an Anerkennung und Aufarbeitung ist.
Die Verlängerung des Disability History Projects bis 2027 bietet die Möglichkeit, die Forschung und Inklusion weiter zu stärken. Das Projekt wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Bewusstseinsbildung und der Verankerung der Geschichte von Menschen mit Behinderungen im kulturellen Erbe Österreichs spielen. Die Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium und anderen Partnern wird es ermöglichen, die diversitätsorientierten und inklusiven Lehren aus der Sammlungsphase weiter in die Museumsarbeit zu integrieren.
Durch die Fortsetzung des Projekts wird das hdgö weiterhin als Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren dienen. Dies wird dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Anerkennung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu erhöhen und einen Beitrag zu einer inklusiveren Zukunft zu leisten.
Das Disability History Project ist ein bedeutender Schritt zur Anerkennung und Aufarbeitung der Geschichte von Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die beeindruckende Beteiligung und die Vielzahl der gesammelten Objekte zeigen, wie wichtig dieses Projekt für die Gesellschaft ist. Es bleibt spannend zu beobachten, wie das Projekt in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird und welche neuen Perspektiven es eröffnet.
Interessierte können sich auf der Website des hdgö weiter über das Projekt informieren und an Veranstaltungen teilnehmen. Die Geschichte von Menschen mit Behinderungen ist ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes und verdient es, sichtbar gemacht zu werden.