Am 13. Januar 2026 begrüßte der Club Tirol das neue Jahr im historischen Palais Eschenbach in Wien. Der Neujahrsempfang, ein jährliches Highlight für die rund 40.000 TirolerInnen in Wien, bot nicht nur kulinarische Genüsse, sondern auch geistige Anregungen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen de
Am 13. Januar 2026 begrüßte der Club Tirol das neue Jahr im historischen Palais Eschenbach in Wien. Der Neujahrsempfang, ein jährliches Highlight für die rund 40.000 TirolerInnen in Wien, bot nicht nur kulinarische Genüsse, sondern auch geistige Anregungen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Reflexion und der Herausforderungen, die das neue Jahr mit sich bringen könnte.
Die bekannte Profilerin und Kriminologin Patricia Staniek eröffnete den Abend mit einer provokanten Frage: „Was gibt euch die Sicherheit, dass vor, hinter oder neben ihnen nicht eine Psychopathin oder ein Psychopath steht?“ Diese Frage sorgte nicht nur für Gelächter, sondern regte auch zum Nachdenken an. Laut Staniek ist die Wahrscheinlichkeit, dass Psychopathen im Raum sind, größer als man denkt. International gesehen ist jeder siebte Mensch ein Psychopath. Doch was bedeutet das für unsere Gesellschaft und Wirtschaft?
Der Begriff „Psychopath“ wird oft mit negativen Assoziationen verbunden. Doch Staniek betonte, dass diese Persönlichkeitsstörung nicht per se schlecht sei. Psychopathen zeichnen sich durch Eigenschaften wie Charme, Manipulationsfähigkeit und emotionale Kälte aus – Eigenschaften, die in der Wirtschaft durchaus Vorteile bieten können. Die Herausforderung besteht darin, abzuwägen, wann solches Verhalten gefährlich wird. In Österreich, einem Land, das für seine stabile Wirtschaft und sein starkes Sozialsystem bekannt ist, könnte die Integration solcher Persönlichkeiten sowohl Risiken als auch Chancen mit sich bringen.
Staniek sprach über die Notwendigkeit von Verhaltensänderungen in der Gesellschaft. Dauerempörung und Hysterie seien kontraproduktiv. Stattdessen plädierte sie für mehr innere Stabilität und die Fähigkeit, Durststrecken ohne Zynismus zu überstehen. Diese Ansätze könnten auch im internationalen Vergleich, etwa mit Deutschland und der Schweiz, von Bedeutung sein, wo ähnliche gesellschaftliche Herausforderungen bestehen.
Der Club Tirol bietet seit 17 Jahren ein politisch unabhängiges Netzwerk für seine Mitglieder. Mit über 650 Mitgliedern veranstaltet der Club regelmäßig Events zu Wirtschaft, Politik und Kultur. Der aktuelle Vorstand, unter der Leitung von Präsident Julian Hadschieff und Vizepräsidentin Renate Danler, setzt sich für die Förderung von TirolerInnen in Wien ein.
Der Empfang bot auch Gelegenheit, den scheidenden Vorstandsmitgliedern Charlotte Sengthaler und Herbert Rieser zu danken. Sengthaler wurde zur Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit ernannt – eine besondere Anerkennung ihrer Verdienste für den Club.
Mit Johanna Seeber und Martin Resel wurden zwei neue Vorstandsmitglieder begrüßt. Seeber, Unternehmerin aus Südtirol, und Resel, Vorstandsmitglied bei A1 Telekom, bringen frischen Wind in die Organisation.
Die Neujahrsbotschaft von Präsident Hadschieff und Vizepräsidentin Danler war klar: Mit Selbstbewusstsein und Zuversicht können die kommenden Herausforderungen gemeistert werden. Diese positive Einstellung könnte auch für andere österreichische Bundesländer und Nachbarländer wie Deutschland und die Schweiz ein Modell sein.
Der Club Tirol hat mit seinem Neujahrsempfang nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein intellektuelles Highlight gesetzt. Die Diskussionen und Anregungen des Abends bieten Stoff für weiterführende Überlegungen. Wie können wir als Gesellschaft mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen? Welche Rolle spielen Persönlichkeitsstrukturen dabei? Diese Fragen bleiben offen und laden zur weiteren Diskussion ein.