In der malerischen Region des Waldviertels in Niederösterreich findet jedes Jahr ein beeindruckendes Spektakel statt: das Abfischen. Am 19. November 2025 wurde diese jahrhundertealte Tradition um eine neue Facette erweitert. Erstmals durften Schulkinder aktiv daran teilnehmen, was nicht nur das Bewu
In der malerischen Region des Waldviertels in Niederösterreich findet jedes Jahr ein beeindruckendes Spektakel statt: das Abfischen. Am 19. November 2025 wurde diese jahrhundertealte Tradition um eine neue Facette erweitert. Erstmals durften Schulkinder aktiv daran teilnehmen, was nicht nur das Bewusstsein für regionale Traditionen stärkt, sondern auch die Bedeutung der Teichwirtschaft in Zeiten des Klimawandels unterstreicht.
Das Abfischen hat eine lange Tradition in Österreich, insbesondere im Waldviertel, wo es seit Jahrhunderten praktiziert wird. Ursprünglich diente es der Ernte von Fischen, die in den zahlreichen Teichen der Region gezüchtet wurden. Diese Teiche, von Menschenhand geschaffen, sind heute bedeutende Ökosysteme, die nicht nur zur Fischproduktion, sondern auch zur Erhaltung der Biodiversität beitragen. Mit über 2400 Karpfenteichen ist das Waldviertel eine der wichtigsten Regionen für die Fischzucht in Österreich.
In einer Zeit, in der der Klimawandel immer drängender wird, gewinnt die nachhaltige Bewirtschaftung von Ressourcen an Bedeutung. Die Teichwirtschaft im Waldviertel ist ein Paradebeispiel für eine solche nachhaltige Praxis. Die Teiche sind nicht nur Produktionsstätten, sondern auch Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Dieses komplexe Ökosystem wird durch das jährliche Abfischen nicht gestört, sondern vielmehr gefördert.
Mit der Initiative „Abfischen macht Schule“ hat die Organisation „Schule am Bauernhof“ ein innovatives Bildungsprojekt ins Leben gerufen. In Heidenreichstein, im nördlichen Niederösterreich, erklären sogenannte Teichranger und Teichrangerinnen den Kindern die Welt der Karpfenteiche. Diese praktische Erfahrung soll das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und die Bedeutung der regionalen Landwirtschaft fördern.
Während das Waldviertel in Österreich für seine Teichwirtschaft bekannt ist, gibt es auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Traditionen. In Bayern beispielsweise sind die Karpfenteiche ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der regionalen Landwirtschaft. In der Schweiz hingegen ist die Fischzucht weniger verbreitet, was vor allem an den geografischen Gegebenheiten liegt.
Für die Menschen im Waldviertel ist das Abfischen mehr als nur eine wirtschaftliche Tätigkeit. Es ist ein kulturelles Ereignis, das die Gemeinschaft zusammenbringt. Die Teilnahme von Schulkindern an diesem Prozess stärkt nicht nur die Bindung zur Heimat, sondern fördert auch das Bewusstsein für die Bedeutung der regionalen Wirtschaft. Ein Beispiel ist die Familie Huber aus Heidenreichstein, deren Kinder begeistert von ihren Erlebnissen beim Abfischen berichten.
Jährlich werden im Waldviertel über 400 Tonnen Fisch für den heimischen Markt produziert. Diese Zahl verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung der Teichwirtschaft für die Region. Die Karpfenteiche tragen nicht nur zur Versorgung der Bevölkerung mit frischem Fisch bei, sondern sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die lokalen Gemeinden.
Die Zukunft der Teichwirtschaft im Waldviertel sieht vielversprechend aus. Mit der zunehmenden Bedeutung von nachhaltigen Praktiken könnte das Modell der Karpfenteiche als Vorbild für andere Regionen dienen. Auch die Bildungsinitiative „Abfischen macht Schule“ hat das Potenzial, in anderen Teilen Österreichs adaptiert zu werden, um das Bewusstsein für ökologische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern.
Das Abfischen im Waldviertel ist ein Beispiel dafür, wie Tradition und Bildung Hand in Hand gehen können. Es zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen an regionale Praktiken heranzuführen und ihnen die Bedeutung von Nachhaltigkeit näherzubringen. Bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen Schule machen und auch in anderen Regionen Österreichs umgesetzt werden.
Interessierte können mehr über das Projekt auf der Webseite der Initiative erfahren.