Tausende Partikel in Nestlé- und Danone-Produkten; Greenpeace fordert Prüfungen in Österreich
Untersuchung findet bis zu 11.000 Mikroplastikpartikel pro Quetschie. Greenpeace verlangt Mikroplastik- und Schadstofftests in Österreich.
Eine Untersuchung im Auftrag von Greenpeace International deckt laut Greenpeace hohe Mengen an Mikroplastik in Kunststoff-Quetschbeuteln von Nestlé und Danone auf. Ein einzelnes Quetschie kann demnach bis zu 11.000 Mikroplastikpartikel enthalten.
Das unabhängige Labor fand in den Beuteln von Danone bis zu 99 Mikroplastik-Partikel pro Gramm Nahrung und in jenen von Nestlé bis zu 54 Partikel pro Gramm. Greenpeace führt dies auf das Verpackungsmaterial Polyethylen zurück, das neben Mikroplastik auch Chemikalien abgibt.
Insgesamt seien in den getesteten Produkten über 80 Chemikalien identifiziert worden. In Proben von Nestlé wurde demnach eine potenziell hormonell wirksame Chemikalie nachgewiesen. Greenpeace weist darauf hin, dass Chemikalien und Mikroplastik für Babys und Kleinkinder besonders problematisch sein können, da sich ihr Hormonsystem und Stoffwechsel noch entwickeln.
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace: „Während Eltern glauben, ihren Kindern einen gesunden Snack zu geben, entlarvt der Greenpeace-Test gefährliche Chemikalien und Mikroplastik in Quetschies. Gerade bei den Jüngsten ist das besonders problematisch. Solange solche Risiken nicht ausgeschlossen werden können, darf Plastik bei Babynahrung nicht der Standard sein.“
Die Analyse nennt auch Mengenangaben: Mehr als 11.000 Teilchen pro Danone-Quetschie und mehr als 5.000 Partikeln pro Nestlé-Quetschie – das sind nach Greenpeace bis zu 495 Mikroplastikteilchen pro Teelöffel.
Greenpeace macht zudem auf Marktzahlen aufmerksam: Der internationale Markt für Quetschbeutel wachse jährlich um über acht Prozent, und Quetschies machten bereits ein Drittel des globalen Marktes für Babynahrung aus. Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace das Gesundheitsministerium in Österreich auf, Quetschies und Babynahrung systematisch auf Mikroplastik und giftige Chemikalien zu prüfen.
Weitere Informationen und den Report finden Sie unter: https://act.gp/Plastik-Babynahrung