Grazer Memorandum fordert bessere Finanzierung der angewandten Forschung
300 Teilnehmer präsentierten 136 Forschungsprojekte. Ministerin Holzleitner signalisiert Unterstützung für Doktoratsstudiengänge an Fachhochschulen.
Das 19. Forschungsforum der Fachhochschulen an der FH CAMPUS 02 in Graz brachte wichtige politische Signale für die Weiterentwicklung des FH-Sektors. Rund 300 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie Vertreter von 17 Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil.
Im Zentrum der Veranstaltung standen 136 Forschungsprojekte aus Bereichen wie Automatisierung, Datenmanagement, Innovation, Marketing, Finance sowie Soziales und Gesundheit. Die Projekte zeigten konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen und deren unmittelbaren Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.
Ein zentraler Programmpunkt war die Übergabe des "Grazer Memorandums" an Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner. Das auf einem einstimmigen Beschluss des FHK-Vorstandes basierende Dokument formuliert konkrete Maßnahmen zur Stärkung der angewandten Forschung.
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer betonte die Notwendigkeit struktureller Verbesserungen: "Es braucht ausreichende Forschungsmittel, um von der aktuellen Projektlogik wegzukommen und auch die Phasen vor, zwischen und nach drittmittelfinanzierten Projekten abzusichern. Gerade in Zeiten multipler Krisen sind Investitionen in die angewandte Forschung entscheidend. Unsere Hochschulen sind Schnellboote – wendig, flexibel und reaktionsfähig. Aber sie brauchen ausreichend Ressourcen. Eine Valorisierung der Fördersätze ist daher unerlässlich."
Bundesministerin Holzleitner unterstrich die Bedeutung der Fachhochschulen für das Hochschulsystem und signalisierte Unterstützung für deren Weiterentwicklung. Sie zeigte Verständnis dafür, dass akkreditierte Doktoratsstudiengänge eine wichtige Entwicklungsperspektive darstellen, und kündigte – wie im Regierungsprogramm vorgesehen – die Einrichtung einer Arbeitsgruppe an.
Die Ministerin betonte, dass alle Hochschulsektoren gleichermaßen wichtig seien. Die laufenden Budgetverhandlungen würden diese Bedeutung widerspiegeln – insbesondere mit Blick auf eine Valorisierung und eine neue Forschungskomponente.
Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, hob ebenfalls die Bedeutung des FH-Sektors hervor. Fachhochschulen zeichneten sich durch starken Gestaltungswillen und hohe Praxisorientierung aus. Ohne ausreichende Finanzierung riskiere man jedoch, dass Österreich im internationalen Wettbewerb an Boden verliere.
Das 20. Forschungsforum der Fachhochschulen findet im kommenden Jahr an der FH Technikum Wien statt.