Hebenstreit fordert faire Löhne statt Sündenbock-Politik
Gewerkschaftschef Roman Hebenstreit wehrt sich gegen die Darstellung der WKÖ, dass Personalkosten die Tourismusbetriebe belasten würden.
Die Gewerkschaft vida reagiert scharf auf die Ergebnisse des „Gastronomie-Fitness-Checks" der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT) und die daraus abgeleitete Kritik des Fachverbands Gastronomie an den Personalkosten im Tourismus.
"Die Gastronomie hat kein Problem mit den Kosten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern mit den eigenen Geschäftsmodellen", kontert vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit. Er verweist darauf, dass laut Statistik Austria die Produktivität der Beschäftigten im Jahr 2025 um 5 Prozent gestiegen ist. "Die Beschäftigten im Tourismus haben es satt, immer die Sündenböcke der WKÖ zu sein", so Hebenstreit.
Hebenstreit kritisiert das Timing der negativen Darstellung: "Die Branche kann nicht immer von der WKÖ krankgeredet werden, wenn gerade die Löhne für die Branche verhandelt werden." Zuvor hätten sich die Erfolgsmeldungen für den heimischen Tourismus überschlagen.
Die Gewerkschaft prangert die Lohnunterschiede an: Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab 1.777,92 Euro netto verdienen und in der Reinigung ab 1.747,96 Euro netto, liegt der Einstieg in Hotellerie und Gastronomie bei nur 1.640,86 Euro netto für Hilfskräfte. Die Armutsschwelle beträgt aktuell 1.661 Euro.
Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber von durchschnittlich 3 Prozent Lohnerhöhung sei "inakzeptabel", betont Hebenstreit. Die vida fordert die Arbeitgeber auf, noch im April an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die Gewerkschaft vida fordert:
Hebenstreit betont: "Der Tourismus boomt trotz allem Schlechtreden und der 'Auftragsstudie' der WKÖ." Auch Staatssekretäre hätten im Tourismusausschuss des Nationalrats eine gute Sommersaison in Aussicht gestellt.