Sicherheitsgipfel im Bundeskriminalamt startet neue Offensive
Task Force SOLBE deckte bereits 158 Millionen Euro Schaden auf. Anzeigen stiegen von 472 auf über 6.000 Fälle.
Das Bundeskriminalamt lud am 15. April 2026 zum Sicherheitsgipfel zur Bekämpfung von Sozialleistungsbetrug. Neben Innenminister Gerhard Karner nahmen Vertreter aus Ministerien, Sicherheitsbehörden und Sozialleistungsträgern teil. Der Gipfel markiert den Start einer bundesweiten Schwerpunktoffensive.
Seit ihrer Gründung hat die Task Force SOLBE einen Gesamtschaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt. Die Anzeigenentwicklung zeigt die verstärkte Bekämpfung deutlich: Während 2016 noch 472 Anzeigen verzeichnet wurden, lag die Zahl 2025 bereits bei 6.062 Fällen – nahezu eine Verzwölffachung.
"Die Aufklärung steigt weiter und damit wird das Netz zur Bekämpfung stetig dichter", sagte Innenminister Gerhard Karner. Die Aufklärungsquote liegt aktuell bei 99,6 Prozent.
Regional zeigt sich ein deutlicher Schwerpunkt in Wien, wo 2025 rund 43 Prozent aller Anzeigen (2.625 Fälle) registriert wurden. Im Jahr 2025 wurden 6.191 Tatverdächtige erfasst, davon 74,5 Prozent Fremde (4.610 Personen) und 25,5 Prozent Inländer (1.581 Personen).
Zu den häufigsten Herkunftsländern zählen neben österreichischen Staatsbürgern die Ukraine (1.049 Personen), Syrien (737), Serbien (499) und Afghanistan (343).
Aus kriminalpolizeilicher Sicht sind eine zunehmende Professionalisierung und Vernetzung der Täterstrukturen feststellbar. Neben Einzelfällen gewinnen komplexe, arbeitsteilige und teils grenzüberschreitende Betrugssysteme an Bedeutung.
Dabei bestehen zunehmend Überschneidungen mit anderen Deliktsfeldern wie organisiertem Betrug, Suchtgiftkriminalität, organisierter Schwarzarbeit oder der Nutzung von Scheinunternehmen.
Die Task Force SOLBE identifizierte zentrale Herausforderungen:
"Das Bundeskriminalamt setzt mit der Schwerpunktoffensive zur Bekämpfung des Sozialleistungsbetruges den nächsten Schritt: Wir bündeln Kompetenzen, schärfen unsere Maßnahmen und erhöhen den Druck auf jene, die das System ausnutzen", betonte Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes.