"Lobau oder Tunnel" - Frühlingskampagne mit Plakaten und Events geplant
Die Wiener Grünen präsentieren ihre Kampagne gegen den Lobautunnel. Mit Plakaten und einer "Milliardenshow" wollen sie die Bevölkerung mobilisieren.
Die Wiener Grünen haben ihre Frühlingskampagne "Lobau oder Tunnel – Auf welcher Seite stehst du?" vorgestellt. Mit dieser wollen sie gegen den geplanten Lobautunnel mobilisieren, nachdem Anfang April die ersten Bagger für die Vorarbeiten des nördlichen Abschnitts der Lobauautobahn angerollt sind.
"Während Öffis verteuert, Schulen nicht saniert werden und die Menschen in Wien immer mehr unter Druck kommen, drängt die SPÖ darauf, Milliarden für einen Tunnel durch ein Naturschutzgebiet zu vergraben", kritisierte Judith Pühringer, Parteivorsitzende der Wiener Grünen, bei der Kampagnenpräsentation. Sie bezeichnete das Projekt als "historischen Sündenfall".
Peter Kraus, ebenfalls Parteivorsitzender der Grünen Wien, betonte: "Alle Untersuchungen und Studien belegen klar, dass der Lobautunnel die schlechteste aller Alternativen ist." Er verwies darauf, dass Klimaschutzministerin Leonore Gewessler den Bau des Lobautunnels im Dezember 2021 nach umfassender Prüfung abgesagt hatte.
Die Grünen kritisieren das Projekt als "aus der Zeit gefallen". Die Planungen für den Lobautunnel haben ihren Ursprung in den 1970er Jahren. Kraus argumentierte, dass sich die Anforderungen an die Mobilität grundlegend verändert hätten und aktuelle Entwicklungen wie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten die Abhängigkeit von fossiler Energie verdeutlichten.
Die Kampagne läuft in zwei Phasen ab:
Die "Milliardenshow" wird auch Teil der Konzertreihe "Musik am Fluss" (25. Juni bis 18. Juli) sein. Auf der Website lobauodertunnel.at können Interessierte eine Petition gegen den Tunnel unterzeichnen.
"Die Frage Lobau oder Tunnel ist auch für die kommenden Generationen entscheidend", betonten Pühringer und Kraus abschließend.