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Fiskalrat warnt: 4,4 Mrd Euro Konsolidierung bis 2027 nötig

Budgetdefizit bleibt deutlich über EU-Obergrenze

15. April 2026 um 09:31
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Das österreichische Budgetdefizit wird 2027 bei 4,1% des BIP liegen. Für das Regierungsziel von 3,5% sind zusätzliche Einsparungen erforderlich.

Das Fiskalratsbüro prognostiziert für die Jahre 2026 und 2027 weiterhin hohe Budgetdefizite von 4,0% bzw. 4,1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit bleibt Österreich deutlich über der EU-Obergrenze von 3% und verfehlt die Budgetziele der Bundesregierung.

Konsolidierungslücke von 4,4 Milliarden Euro

Um das von der Bundesregierung angestrebte Defizitziel von 3,5% des BIP bis 2027 zu erreichen, sind zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von 4,4 Milliarden Euro erforderlich. Bereits 2025 konnte das Budgetdefizit zwar von 4,6% auf 4,2% des BIP gesenkt werden, bleibt aber weiterhin deutlich über der europäischen Obergrenze.

"Rasch wirksame zusätzliche Konsolidierungsschritte sind daher nötig", warnt das Fiskalratsbüro. Die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen, darunter die Streichung des Klimabonus und der Rückgang von Subventionen, zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus.

Staatsschuldenquote steigt auf 85 Prozent

Besonders alarmierend ist die Entwicklung der Staatsschuldenquote. Das Fiskalratsbüro erwartet einen kontinuierlichen Anstieg von derzeit 81,5% auf 85% des BIP bis 2027. Damit nähert sich Österreich seinem historischen Höchststand von 85,6% aus dem Jahr 2015 an.

Im Gegensatz zum damaligen Anstieg durch die Bankenverstaatlichung ist der aktuelle Schuldenanstieg nicht mit dem Erwerb von Vermögenswerten verbunden. "Eine automatische Rückführung der Verschuldung ist damit ausgeschlossen", stellt das Fiskalratsbüro fest.

Hohe Ausgabendynamik bleibt bestehen

Trotz moderater Ausgabensteigerungen von 3,6% im Jahr 2025 (2024: +9,3%) bleibt das strukturelle Ausgabenwachstum hoch. Verantwortlich dafür sind vor allem:

  • Starke Ausgabendynamik bei sozialen Sachleistungen im Gesundheitsbereich
  • Steigende Pensionsausgaben
  • Höhere Arbeitslosenzahlungen aufgrund der Konjunkturlage
  • Deutliche Erhöhung der Transfers an die EU

Die voranschreitende Alterung der Gesellschaft, steigende Finanzierungskosten durch die Zinsnormalisierung und der erhöhte österreichische EU-Beitrag im Rahmen des neuen EU-Budgetrahmens werden die Ausgabendynamik auch mittelfristig hoch halten.

Geopolitische Risiken belasten Prognose

Die makroökonomische Entwicklung unterliegt laut Fiskalrat hoher geopolitischer Unsicherheit. Die sich Anfang 2026 abzeichnende Konjunkturerholung schwäche sich aufgrund der angespannten geopolitischen Lage und der jüngsten Kriegshandlungen in Nahost ab.

"Das Risiko einer drastischen konjunkturellen Eintrübung und damit Verschlechterung des Budgetsaldos steigt mit Fortdauer des Krieges im Iran", warnt das Fiskalratsbüro. Als Faustregel gelte: Sinkt das reale BIP um 1 Prozent, verschlechtert sich der Budgetsaldo um 0,5% des BIP.

Schlagworte

#Fiskalrat#Budget#Staatsschulden#Defizit#Konsolidierung

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