Bündnis mobilisiert für Joseph und Victoria Oshakuade
Nach über acht Jahren in Österreich soll das Innsbrucker Geschwisterpaar nach Nigeria abgeschoben werden. Breites Bündnis kündigt Proteste an.
Ein breites gesellschaftliches Bündnis mobilisiert für das Wochenende zu Protesten gegen die geplante Abschiebung der Geschwister Joseph und Victoria Oshakuade. Das Geschwisterpaar lebt seit längerem in Österreich und ist integriert – dennoch droht ihnen die Ausweisung nach Nigeria.
Joseph Oshakuade studiert am Management Center Innsbruck (MCI), während seine Schwester Victoria eine IT-Ausbildung absolviert. Die Entscheidung würde die beiden aus ihrem sozialen Umfeld und ihren Bildungswegen herausreißen, so die Kritik von Vertretungen der Hochschüler_innenschaft.
"Dass Innenminister Karner an dieser unmenschlichen Entscheidung festhält, ist eine moralische Bankrotterklärung", kritisiert Selina Wienerroither aus dem Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH). "Joseph und Victoria sind Teil unserer Gemeinschaft und müssen bleiben", stellt Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz klar.
Für die Proteste hat sich ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen zusammengeschlossen. Neben der ÖH beteiligen sich SOS Balkanroute, die Plattform #aufstehn und die Asylkoordination Österreich an den Demonstrationen. Auch lokale Hochschüler_innenschaften wie die ÖH MCI, ÖH BOKU und ÖH Uni Wien haben sich der Initiative angeschlossen.
"Der Zuspruch ist enorm und fast 33.000 Unterschriften für Joseph und Victoria sprechen eine klare Sprache", berichtet Petar Rosandić von SOS Balkanroute. Die Petition ist auf mein.aufstehn.at verlinkt.
Am Freitag um 18:00 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Innenministerium in der Wiener Herrengasse 7 geplant. Am Samstag um 14:00 Uhr ist in Innsbruck vor der Annasäule eine Demonstration angekündigt.
Joseph und Victoria Oshakuade werden sowohl in Wien als auch in Innsbruck vor Ort sein und eine Rede halten. In Wien sorgt das Geschwisterduo EsRap aus Ottakring für Musik.
Die Organisatoren sehen in dem Fall ein Problem des österreichischen Asylsystems. "An diesem Fall wird sich zeigen, wie viel Menschlichkeit in der österreichischen Politik noch vorhanden ist", kommentiert Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.
Vertreter_innen der Medien sind eingeladen, an der Kundgebung teilzunehmen und Fotos zu machen. Vor Ort wird es die Möglichkeit geben, Interviews zu führen.