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ÖAW wählt 46 neue Mitglieder: Frauen erstmals in Mehrheit

Ferlaino und Hochreiter unter den Neugewählten

26. März 2026 um 09:51
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Die Österreichische Akademie der Wissenschaften wird weiblicher: 63% der neu gewählten Mitglieder sind Frauen. Margit Fischer wird Ehrenmitglied.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals in ihrer Geschichte stellen Frauen unter den Mitgliedern bis 60 Jahren die Mehrheit. Bei den diesjährigen Wahlen im März entschied sich die renommierte Forschungseinrichtung für die Aufnahme von 46 neuen Mitgliedern – darunter 29 Frauen und 17 Männer.

Prominente Neuzugänge aus Wissenschaft und Forschung

Unter den neu gewählten Mitgliedern befinden sich hochkarätige Persönlichkeiten der österreichischen Forschungslandschaft. Besonders hervorzuheben sind die Wissenschaftlerin des Jahres Francesca Ferlaino, die am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der ÖAW forscht, sowie der renommierte KI-Forscher Sepp Hochreiter von der Johannes Kepler Universität Linz.

Als Ehrenmitglieder wurden Margit Fischer, die Initiatorin des ScienceCenter-Netzwerks, und der deutsche Wissenschaftsmanager Andreas Barner aufgenommen. Diese Ehrungen würdigen ihre besonderen Verdienste um die Wissenschaft und als Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Präsident Faßmann: "Akademie wird jünger und vielfältiger"

ÖAW-Präsident Heinz Faßmann zeigt sich erfreut über die Entwicklung: "Die Akademie wird jünger, vielfältiger und weiblicher. Über 60 Prozent der neu gewählten Mitglieder sind Frauen. Die Bandbreite der Forschungsbereiche ist beeindruckend und umfasst gesellschaftlich hoch relevante Fächer, von Demokratieforschung und Iranistik bis zu Informatik, Tumorbiologie und Quantenphysik."

Besonders freut sich Faßmann auf die "frischen, ungewöhnlichen und inspirierenden Ideen und Perspektiven der neuen Mitglieder, besonders der Rising Stars der Jungen Akademie". Diese Entwicklung spiegelt einen gezielten Wandel der traditionsreichen Institution wider, die sich verstärkt für Diversität und Gleichberechtigung einsetzt.

Struktur und Wahlverfahren der ÖAW

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften gliedert sich in eine philosophisch-historische Klasse und eine mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse sowie eine Junge Akademie, deren Mitglieder bei ihrer Wahl höchstens 40 Jahre alt sein dürfen. Die Wahl der regulären Mitglieder findet alle zwei Jahre statt, während die Junge Akademie jährlich neue Mitglieder aufnimmt.

Vielfalt in den Forschungsbereichen

Die philosophisch-historische Klasse begrüßt unter ihren neu gewählten Mitgliedern den Osteuropa-Forscher Wolfgang Mueller und die Politikwissenschaftlerin Barbara Prainsack, beide von der Universität Wien, sowie den Iranisten Florian Schwarz von der ÖAW. Diese Auswahl zeigt die thematische Breite der geisteswissenschaftlichen Forschung in Österreich.

In der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse wurden neben den bereits erwähnten Ferlaino und Hochreiter auch die Tumorbiologin Anna Obenauf vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) und die Verhaltensökologin Sylvia Cremer vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) gewählt.

Nachwuchsförderung durch die Junge Akademie

Die Junge Akademie wählte neun neue Mitglieder, darunter die Papyrologin Anna Dolganov von der ÖAW und den Physiker Gerben Oling von der Technischen Universität Wien. Diese Institution spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und bringt frische Perspektiven in die etablierte Akademiestruktur.

Erfolg der Gleichstellungsarbeit

Christiane Wendehorst, Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse, und Wolfgang Baumjohann, Präsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, betonen die Bedeutung dieser Entwicklung: "Die neu Gewählten haben sich mit herausragenden Leistungen um die Wissenschaft verdient gemacht. Besonders erfreulich ist der hohe Anteil an Frauen, auch und gerade in einstigen Männerdomänen."

Sie sehen in der Überschreitung der 50-Prozent-Marke bei den für Neuwahlen relevanten Altersgruppen einen "Erfolg langjähriger Gleichstellungs- und Sensibilisierungsarbeit und einen Grund zum Feiern".

Internationale Vernetzung

Neben den inländischen Mitgliedern wurden auch zahlreiche korrespondierende Mitglieder im Ausland gewählt. Diese internationale Vernetzung umfasst Forschende von renommierten Institutionen wie dem Massachusetts Institute of Technology, der Sorbonne Université Paris, der ETH Zürich und der University of Colorado Boulder.

Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Österreich

Die Neuwahlen unterstreichen die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Österreich und die internationale Anerkennung der heimischen Forschungsleistungen. Die ÖAW fungiert als wichtiger Knotenpunkt für die wissenschaftliche Community und trägt maßgeblich zur Vernetzung und zum Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen bei.

Mit der zunehmenden Feminisierung und Verjüngung ihrer Mitgliederschaft positioniert sich die Österreichische Akademie der Wissenschaften als moderne, diverse und zukunftsorientierte Institution, die den gesellschaftlichen Wandel nicht nur nachvollzieht, sondern aktiv mitgestaltet.

Die neuen Mitglieder werden ihre Expertise und Erfahrung in die Arbeit der Akademie einbringen und dabei helfen, die wissenschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Ihre Forschungsbereiche – von Quantenphysik über Künstliche Intelligenz bis hin zu Demokratieforschung und Umweltpolitik – spiegeln die Vielfalt und Relevanz moderner Wissenschaft wider.

Schlagworte

#ÖAW#Wissenschaft#Forschung#Frauen in der Wissenschaft#Hochreiter#Ferlaino

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