Erfolgreiche Partnerschaft zwischen Tafel Österreich und Ottakringer Brauerei wird 2026 fortgesetzt
Mit der Initiative "Ottakringer Pfandfinder" sammelt die Wiener Brauerei Pfandgebinde und spendet den Erlös an Die Tafel Österreich.
Eine leere Pfanddose kann zum Lebensretter werden – zumindest wenn sie in das zwei Meter hohe gelbe Spendenherz der Initiative "Ottakringer Pfandfinder" wandert. Nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr setzen Die Tafel Österreich und die Ottakringer Brauerei ihre Zusammenarbeit auch 2026 fort und verbinden dabei auf innovative Weise Kreislaufwirtschaft mit sozialer Verantwortung.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bereits im ersten Jahr der Initiative konnten Pfandgebinde im Wert von 10.000 Euro gesammelt werden. Für Die Tafel Österreich bedeutet das konkrete Hilfe für armutsbetroffene Menschen – umgerechnet 50.000 Mahlzeiten konnten durch diese Spendensumme finanziert werden. Das Prinzip dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Mit nur einem Euro kann die Organisation bis zu fünf Mahlzeiten für Menschen in Not bereitstellen.
"Jede gespendete Pfanddose und -flasche entfaltet eine doppelte Wirkung", erklärt Alexandra Gruber, Geschäftsführerin Die Tafel Österreich. "Sie trägt dazu bei, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten – und ermöglicht gleichzeitig, dass wir noch mehr armutsbetroffene Menschen mit Lebensmitteln versorgen können."
Der Bedarf an solchen Initiativen ist in Österreich nach wie vor hoch. Laut aktuellen Daten leiden mehr als 400.000 Menschen im Land unter schwerer Ernährungsarmut. Für Die Tafel Österreich, die seit 1999 als Sozial- und Umweltverein tätig ist, bedeutet jede zusätzliche Spende die Möglichkeit, mehr Menschen zu helfen.
Die Organisation versorgt armutsbetroffene Menschen durch soziale Einrichtungen kostenfrei mit geretteten Lebensmitteln. Allein im Jahr 2025 konnten über 1.500 Tonnen gerettete Lebensmittel an mehr als 85.000 Menschen in ganz Österreich weitergegeben werden. Als überwiegend spendenfinanzierte Non-Profit-Organisation ist sie dabei auf Geld-, Zeit- und Warenspenden angewiesen.
Herzstück der "Ottakringer Pfandfinder"-Initiative ist ein zwei Meter hohes gelbes Spendenherz, das sowohl am Ottakringer-Areal als auch bei Großveranstaltungen in ganz Österreich zum Einsatz kommt. Das Symbol steht dabei nicht nur für die Sammlung von Pfandgebinden, sondern auch für die Botschaft "Spenden statt kübeln!"
Für Florian Hochebner, Geschäftsführer der Ottakringer Brauerei, verkörpert die Initiative die Unternehmensphilosophie: "Die Initiative Pfandfinder zeigt für uns auf eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Art, wie viel man gemeinsam bewegen kann. Jede zurückgebrachte Dose ist ein kleiner Beitrag – für die Umwelt und für Menschen, die Unterstützung brauchen."
Eine wichtige Rolle in der Initiative spielt der Wien Energie Business Run, der auch 2026 wieder zu den zentralen Einsatzorten des gelben Spendenherzens zählen wird. Das Laufevent erwies sich bereits im vergangenen Jahr als besonders ergiebiger Sammelort für Pfandgebinde und zeigt, wie sportlicher Teamgeist und gesellschaftliche Verantwortung erfolgreich zusammenwirken können.
Gerhard Wehr, Geschäftsführer des Wien Energie Business Runs, sieht in seinem Event mehr als nur eine Sportveranstaltung: "Der Wien Energie Business Run versteht sich als aktive Plattform, um Unternehmen mit dem Charity-Gedanken zu vernetzen. Insbesondere Firmen, die ESG-Ziele verfolgen, sind für uns und für die NPOs entscheidende Partner."
Die Partnerschaft zwischen Ottakringer Brauerei und Die Tafel Österreich spiegelt einen wachsenden Trend wider: Unternehmen integrieren zunehmend Environmental, Social and Governance (ESG) Kriterien in ihre Geschäftsstrategie. Die "Pfandfinder"-Initiative verbindet dabei alle drei Bereiche miteinander – Umweltschutz durch Kreislaufwirtschaft, soziale Verantwortung durch Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Als letzte große Wiener Brauerei und eine der letzten großen unabhängigen Brauereien Österreichs bringt Ottakringer eine besondere Perspektive in die Partnerschaft ein. Das seit 1837 bestehende Familienunternehmen beschäftigt aktuell 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wurde 2023 bei der Austrian Beer Challenge bereits zum zweiten Mal in Folge zur "Brauerei des Jahres" ernannt.
Die Brauerei ist seit 2008 als Event Location mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet und wurde 2021 wieder mit dem Wiener Qualitätssiegel TOP-Lehrbetrieb ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen unterstreichen das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung.
Für 2026 planen die Partner, die Initiative weiterzuentwickeln und auszubauen. "Gemeinsam mit bestehenden Partnern – und hoffentlich auch neuen – wollen wir sie weiterentwickeln und ausbauen", erklärt Hochebner. "Für uns ist klar: Verantwortung hört nicht beim Produkt auf – sie beginnt genau dort, wo wir als Unternehmen etwas zurückgeben können."
Die Initiative zeigt eindrucksvoll, wie niederschwellige Beteiligung große Wirkung entfalten kann. Jede Person, die eine leere Pfanddose oder -flasche in das gelbe Spendenherz einwirft, trägt dazu bei, dass Menschen in Österreich eine warme Mahlzeit erhalten. Ein kleiner Akt mit großer sozialer und ökologischer Wirkung.
Die Partnerschaft zwischen Die Tafel Österreich und der Ottakringer Brauerei steht exemplarisch für einen Ansatz, der zwei gesellschaftliche Herausforderungen gleichzeitig angeht: Lebensmittelverschwendung und Armut. Während Die Tafel Österreich bereits seit über 26 Jahren Lebensmittel vor der Vernichtung rettet und an Bedürftige weitergibt, erweitert die "Pfandfinder"-Initiative diesen Ansatz um den Aspekt der Kreislaufwirtschaft bei Verpackungen.
Das Konzept könnte als Vorbild für andere Unternehmen und Organisationen dienen, die nach Wegen suchen, ihre gesellschaftliche Verantwortung auf innovative und messbare Weise wahrzunehmen. Die Verbindung von Umweltschutz und Sozialarbeit zeigt, dass nachhaltige Lösungen oft in der intelligenten Verknüpfung verschiedener Ansätze liegen.