Zurück
OTS-MeldungInklusion/Selbstbestimmung/Teilhabe/Bild/Behinderung/Soziales/Gesellschaft/Pflege

HABIT stellt Führungsteam breiter auf - Neue Strukturen

Doppelgeschäftsführung und verstärktes Leitungsteam für bessere Inklusion

25. März 2026 um 08:41
Teilen:

Das Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam reagiert mit neuer Führungsstruktur auf wachsende Herausforderungen im Sozialbereich.

Das Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam (HABIT) geht mit einer erweiterten Führungsstruktur in die Zukunft. Die Organisation, die etwa 430 Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen betreut, reagiert damit auf die steigenden Anforderungen im österreichischen Sozialbereich. Mit rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt HABIT zu den bedeutenden Anbietern von Inklusionsleistungen in Wien und Niederösterreich.

Doppelspitze für strategische und operative Führung

Der bisherige Alleingeschäftsführer Andreas Kauba erhält mit Cornelia Girmindl eine erfahrene Partnerin an seiner Seite. Diese Neuorganisation teilt die Verantwortungsbereiche gezielt auf: Während Kauba sich auf strategische Weiterentwicklung, Kooperationen und Zukunftsthemen wie Digitalisierung konzentriert, übernimmt Girmindl die operative Führung und die Qualitätssicherung im täglichen Betreuungsgeschäft.

Andreas Kauba, diplomierter Sozialbetreuer und Sozialmanager, bringt über 20 Jahre Erfahrung bei HABIT mit. Seit 2020 führte er die Organisation bereits als Geschäftsführer. "Unsere Vision ist es, die Gesellschaft inklusiver zu gestalten. Gleichzeitig stehen soziale Organisationen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die Stabilität geben und gleichzeitig Entwicklung ermöglichen", erklärt Kauba die Motivation für die Umstrukturierung.

Cornelia Girmindl war seit 2016 in der Bereichsleitung von HABIT tätig und steigt nun in die Geschäftsführung auf. Ihre neue Rolle fokussiert auf die operative Führung der verschiedenen Betreuungsangebote. "Unsere Arbeit zielt darauf ab, Menschen so zu begleiten, dass sie ihr Leben möglichst selbstbestimmt führen können. Grundlage dafür sind engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein starkes, multidisziplinäres Team", betont die neue Co-Geschäftsführerin.

Verstärkung auf Bereichsleitungsebene

Parallel zur Doppelgeschäftsführung wird auch das Bereichsleitungsteam neu aufgestellt. Daniela Hörnig, Irene Luftensteiner und Marcella Wirthel übernehmen die Verantwortung für die drei Kernbereiche von HABIT: Wohnen, Tagesstruktur und Mobile Begleitung. Diese Aufteilung ermöglicht eine noch spezialisiertere Führung der einzelnen Servicebereiche.

"Wir freuen uns, mit einem hochkompetenten Leitungsteam die Angebote von HABIT in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickeln zu können", unterstreicht Girmindl die Bedeutung der personellen Verstärkung. Die neue Struktur soll gewährleisten, dass jeder Bereich die notwendige Aufmerksamkeit und fachliche Expertise erhält.

Herausforderungen im österreichischen Sozialbereich

Die Umstrukturierung bei HABIT spiegelt die aktuellen Herausforderungen wider, mit denen soziale Organisationen in Österreich konfrontiert sind. Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen und wirtschaftlicher Druck prägen den Sektor. HABIT begegnet diesen Entwicklungen mit einer durchdachten Organisationsstrategie.

Besonders der Fachkräftemangel stellt eine zentrale Herausforderung dar. Um auch künftig qualifiziertes Personal gewinnen und halten zu können, setzt HABIT auf mehrere Säulen: eine moderne Führungskultur, attraktive Arbeitsbedingungen und die Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch digitale Unterstützungstools.

"Am Ende geht es darum, Zeit für die Menschen zu schaffen. Gute Organisation, starke Teams und kluge digitale Lösungen helfen uns dabei", fasst Geschäftsführer Kauba die strategische Ausrichtung zusammen. Diese Philosophie zeigt, wie moderne Sozialarbeit Effizienz und Menschlichkeit miteinander verbinden kann.

Breites Betreuungsangebot in Wien und Niederösterreich

HABIT bietet ein umfassendes Spektrum an Inklusionsleistungen. Das Angebot umfasst rund 480 Betreuungsplätze, die sich auf verschiedene Wohnformen und Tagesstrukturen verteilen. Dazu gehören 13 Wohngemeinschaften für erwachsene Menschen mit Behinderungen, eine spezielle Kids-WG für Kinder und Jugendliche sowie zwei Garconnierenverbünde für Menschen, die mehr Selbstständigkeit wünschen.

Ein besonderes Angebot stellt das "waberl" dar – eine Einrichtung für zeitlich befristetes Wohnen, die als Übergangslösung oder für Kriseninterventionen dient. Ergänzt wird das Wohnangebot durch fünf Tageszentren, die Menschen mit Behinderungen Beschäftigung, Bildung und soziale Kontakte ermöglichen.

Die Mobile Begleitung stellt einen weiteren wichtigen Baustein dar. Dieses Angebot unterstützt Menschen mit Behinderungen direkt in ihrem gewohnten Umfeld und ermöglicht ihnen ein Leben in den eigenen vier Wänden mit professioneller Unterstützung nach Bedarf.

Qualität durch interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das interdisziplinäre Team von HABIT vereint verschiedene Fachbereiche unter einem Dach. Sozialbetreuerinnen und Sozialbetreuer, Pflegefachkräfte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten Hand in Hand, um Menschen mit mehrfachen Behinderungen bestmöglich zu unterstützen.

Diese ganzheitliche Herangehensweise entspricht dem aktuellen Stand der Behindertenhilfe, die Inklusion und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt. Statt einer rein fürsorglichen Betreuung steht die Befähigung der betreuten Menschen zur größtmöglichen Autonomie im Vordergrund.

Finanzierung und gesellschaftliche Verantwortung

Die Finanzierung von HABIT erfolgt über verschiedene öffentliche Träger. Der Fonds Soziales Wien (FSW) fördert die Leistungen aus Mitteln der Stadt Wien, zusätzlich unterstützen die Wiener Kinder- und Jugendhilfe sowie das Land Niederösterreich die verschiedenen Angebote. Diese Struktur zeigt die gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit von HABIT und die Bereitschaft der öffentlichen Hand, in Inklusion zu investieren.

Als Teil der "Haus der Barmherzigkeit"-Gruppe kann HABIT auf eine lange Tradition in der Sozialarbeit zurückblicken. Diese Einbindung bietet Stabilität und ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und Ressourcen innerhalb der Unternehmensgruppe.

Digitalisierung als Chance für mehr Menschlichkeit

Ein besonderer Fokus der neuen Führungsstruktur liegt auf der Digitalisierung. Dabei geht es nicht um Technologie um ihrer selbst willen, sondern um die Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von administrativen Aufgaben. Durch intelligente digitale Lösungen soll mehr Zeit für die direkte Betreuung und Begleitung der Menschen mit Behinderungen geschaffen werden.

Diese Herangehensweise zeigt, wie moderne Sozialorganisationen Effizienz und Qualität steigern können, ohne die menschliche Komponente zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Digitale Tools sollen die persönliche Betreuung stärken, nicht ersetzen.

Ausblick: Nachhaltige Organisationsentwicklung

Mit der neuen Führungsstruktur positioniert sich HABIT für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Die verantwortungsvolle und nachhaltige Organisationsentwicklung soll die hohe Qualität in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen langfristig absichern.

Die Neuaufstellung ist ein Beispiel dafür, wie soziale Organisationen proaktiv auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren können. Statt abzuwarten, bis Probleme akut werden, schafft HABIT präventiv Strukturen, die Stabilität und Weiterentwicklung gleichermaßen ermöglichen.

Für die rund 430 Menschen mit Behinderungen, die von HABIT betreut werden, bedeutet diese Umstrukturierung eine weitere Professionalisierung der Betreuung. Für die 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schafft sie klarere Verantwortlichkeiten und bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Und für die Gesellschaft insgesamt stellt sie einen wichtigen Baustein für eine inklusivere Zukunft dar.

Schlagworte

#Inklusion#Behinderung#Sozialarbeit#Wien#Niederösterreich

Weitere Meldungen

OTS
Inklusion

HABIT Wien: Neue Doppelführung soll Inklusion stärken

25. März 2026
Lesen
OTS
Menschen mit Behinderungen

Inklusion im Arbeitsmarkt: dabei-austria kämpft um ATF-Reform

24. März 2026
Lesen
OTS
Inklusion

Tolga Karaaslan gewinnt Mabacher Award für inklusiven Film

24. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen