Steiermark führt bei Inlandszielen, Erholung wird wichtiger als Aktivurlaub
Jeder vierte Österreicher plant Osterurlaub, meist im eigenen Land. Erholung steht im Fokus, Budget wird bewusst kalkuliert.
Die Reiselust der Österreicherinnen und Österreicher bleibt auch zu Ostern 2025 ungebrochen. Eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) zeigt: Ein Viertel der Befragten plant einen Osterurlaub, wobei das eigene Land klar favorisiert wird. Die Ergebnisse des ÖHV-Urlaubsradars, für den gemeinsam mit Reppublika rund 1.000 Österreicher befragt wurden, zeichnen ein interessantes Bild der heimischen Reisegewohnheiten.
"Die Lust auf Urlaub ist da", erklärt ÖHV-Präsident Walter Veit die Umfrageergebnisse. Mit 25 Prozent der Befragten, die einen Osterurlaub planen, bleibt die Reisebereitschaft im Vergleich zu den Vorjahren stabil (2024: 26%, 2023: 28%). Während 56 Prozent der Österreicher die Osterfeiertage zu Hause verbringen möchten, zeigen sich 19 Prozent noch unentschlossen bezüglich ihrer Urlaubspläne.
Besonders bemerkenswert ist die starke Präferenz für Inlandsreisen: 63 Prozent der reisewilligen Österreicher verbringen ihren Osterurlaub im eigenen Land. Diese Entwicklung unterstreicht die Position Österreichs als stabile Top-Destination für die heimischen Urlauber. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der Vertrautheit mit den Gegebenheiten bis hin zu praktischen Überlegungen wie kürzeren Anreisewegen und bekannten Standards.
Bei den beliebtesten Inlandszielen für den Osterurlaub führt die Steiermark die Rangliste an. "Die Steiermark ist der Oster-Klassiker", betont Veit die anhaltende Popularität des südöstlichen Bundeslandes. Die grüne Mark punktet offenbar mit ihrer Vielfalt an Angeboten, die von entspannenden Wellness-Einrichtungen bis hin zu kulturellen Highlights reicht.
Auf Platz zwei folgt Oberösterreich, das vor allem mit seiner naturbelassenen Landschaft, den zahlreichen Seen und dem authentisch gelebten Brauchtum rund um die Osterfeiertage überzeugt. Die oberösterreichischen Destinationen bieten eine gelungene Mischung aus Tradition und modernem Tourismus, was besonders Familien anzieht.
Wien als Bundeshauptstadt sichert sich den dritten Platz und überzeugt mit einem ganz anderen Angebot: Ostermärkte, ein reichhaltiges Kulturprogramm und urbanes Flair locken jene Urlauber an, die ihre freien Tage mit Kultur und Stadtleben verbringen möchten. Salzburg komplettiert das Spitzenfeld mit seiner einzigartigen Kombination aus alpiner Natur, jahrhundertealter Tradition und hochkarätigen kulturellen Angeboten.
Ein deutlicher Trend zeichnet sich bei der Art der geplanten Urlaubsaktivitäten ab: Erholung steht klar im Fokus. 44 Prozent der Befragten entscheiden sich für Erholungs- oder Wellnessurlaub – ein beachtlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als nur 36 Prozent diese Urlaubsform bevorzugten. "Die Menschen wollen raus aus dem Alltag und wirklich runterkommen", interpretiert Veit diese Entwicklung.
Diese Verschiebung hin zur Erholung spiegelt offenbar ein gesellschaftliches Bedürfnis wider: In einer Zeit, die von Stress, Hektik und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist, wird der Urlaub zunehmend als Gegenpol zum durchgetakteten Alltag gesehen. Statt actionreicher Programme stehen Entspannung, Wellness-Anwendungen und bewusste Entschleunigung im Vordergrund.
Dennoch haben Aktiv- und Erlebnisurlaube nach wie vor ihre Berechtigung und bleiben mit rund 20 Prozent stabil. Skifahren in den noch schneesicheren Gebieten, erste Wanderungen des Jahres oder Radtouren durch die erwachende Natur finden weiterhin ihre Anhänger. Weitere 19 Prozent nutzen die verlängerten Osterfeiertage primär für Besuche bei Familie und Freunden – ein Aspekt, der besonders in der österreichischen Kultur eine wichtige Rolle spielt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spiegeln sich deutlich in der Urlaubsplanung wider. Zwei Drittel der reisewilligen Österreicher planen mit einem Budget von weniger als 1.000 Euro für ihren Osterurlaub. Besonders sparsam kalkuliert dabei eine große Gruppe: 30 Prozent setzen sich ein Limit von unter 500 Euro.
16 Prozent der Befragten sind bereit, zwischen 1.000 und 1.499 Euro für ihren Osterurlaub auszugeben, während nur ein kleinerer Anteil der Urlauber darüber hinausgehende Summen einplant. "Die Auszeit ist wichtig, aber sie wird genau kalkuliert", fasst Veit die Erkenntnisse zusammen. Diese Entwicklung zeigt, dass Urlaub zwar als wichtiger Bestandteil der Lebensqualität betrachtet wird, die Ausgaben dafür aber bewusst geplant und kontrolliert werden.
Die Präferenz für Inlandsurlaube lässt sich auch durch die spezifischen Vorteile Österreichs als Urlaubsland erklären. "Österreich punktet mit Qualität, Verlässlichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis", betont der ÖHV-Präsident. Diese Faktoren werden in Zeiten bewusster Budgetplanung besonders geschätzt.
Die österreichischen Hotels und Tourismusbetriebe haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Qualität und Service investiert, was sich in der hohen Zufriedenheit der Gäste widerspiegelt. Gleichzeitig bietet das Inland den Vorteil kalkulierbarer Kosten ohne Währungsrisiken oder unerwartete Zusatzausgaben.
Ein weiterer Aspekt, der für Inlandsurlaube spricht, ist die Flexibilität bei der Planung. "Es wird bewusst geplant und kurzfristig entschieden", erklärt Veit das Buchungsverhalten. Diese Spontaneität ist bei Auslandsreisen oft schwieriger umsetzbar und mit höheren Kosten verbunden.
Für die österreichische Tourismuswirtschaft sind die Umfrageergebnisse durchaus ermutigend. Die stabile Reiselust der heimischen Bevölkerung bietet eine solide Basis für die Ostermonate, auch wenn internationale Gäste nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.
Besonders die Verschiebung hin zu Wellness- und Erholungsangeboten eröffnet den Betrieben neue Möglichkeiten. Hotels und Pensionen, die sich auf diese Zielgruppe spezialisiert haben oder entsprechende Angebote entwickeln, können von diesem Trend profitieren.
Die bewusste Budgetplanung der Österreicher stellt die Betriebe allerdings auch vor Herausforderungen: Attraktive Angebote zu entwickeln, die trotz preisbewusster Gäste wirtschaftlich rentabel sind, erfordert Kreativität und effizientes Management.
Die Ergebnisse des ÖHV-Urlaubsradars zeigen, dass sich die österreichische Tourismuswirtschaft auf eine solide Nachfrage zu Ostern einstellen kann. Mit einem Viertel der Bevölkerung, das Urlaubspläne hegt, und der starken Präferenz für Inlandsdestinationen sind gute Voraussetzungen für erfolgreiche Ostermonate gegeben.
Die Betonung von Erholung und Wellness deutet darauf hin, dass Betriebe, die entsprechende Angebote bereithalten, besonders gefragt sein werden. Gleichzeitig zeigt die bewusste Budgetplanung, dass Preis-Leistungs-Verhältnis und Transparenz bei den Kosten entscheidende Faktoren für die Gästezufriedenheit sein werden.
Für die noch unentschlossenen 19 Prozent der Befragten könnte das Wetter in den kommenden Wochen zum Zünglein an der Waage werden. Sonnige Frühlingstage könnten zusätzliche Spontanentscheider dazu bewegen, doch noch einen Kurzurlaub zu buchen und damit die positive Entwicklung für die österreichische Tourismuswirtschaft weiter zu verstärken.