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Tolga Karaaslan gewinnt Mabacher Award für inklusiven Film

'Baba, What's Your Plan?' überzeugt Jury bei Diagonale-Filmfestival

24. März 2026 um 08:11
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Der österreichisch-türkische Filmemacher erhielt die Auszeichnung für sein einfühlsames Portrait über Migration, Krankheit und Hoffnung.

Tolga Karaaslan erhielt den Mabacher Award im Rahmen des Diagonale Filmfestivals.

Ein persönliches Portrait

„Dieser Preis ist auch für meinen Vater. Ich wollte ihn als Menschen mit all seinen Facetten zeigen, als Mensch mit seiner Geschichte, die auch die Geschichte von Klasse, Migration und Erkrankung ist, aber auch darüber hinausgeht. Ich wollte damit ein sensibles Portrait schaffen, Nähe aufbauen und meinen Vater zeigen, wie er ist“, sagte Tolga Karaaslan bei der Preisverleihung.

Film-Beschreibung: Celal Karaaslan fragt seinen Sohn, was er aus seinem Leben machen soll. Sonst hatte er immer die Antworten. Geprägt von körperlich anstrengender Arbeit und einer Krebserkrankung ist Celal nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Seine Frage leitet jedoch eine gemeinsame Reise ein.

Begründung der Jury

Die dreiköpfige Jury des Mabacher Awards (Sybille Bauer-Zierfuß, Simone Hart, Yuria Knoll) schrieb in ihrer Begründung: „Der Film ,Baba, what’s your plan?' führte uns auf eine Reise: Aufnahmen in der ruralen Türkei, Familienfotos, und Gespräche zwischen Sohn und Vater - welche an wechselnden Orten in der Gegend zwischen Wels und Linz stattfinden - sind nur einige Stationen dieses intimen und aufrichtigen Portraits, welches der Regisseur Tolga Karaaslan von, durch und mit seinem Vater zeichnet. Trotz seiner Zugewandtheit und Intimität widersagt der Film jeglichen Voyeurismus und schafft eine generationenübergreifende Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte zwischen Vater und Sohn, wobei die Stimme des Vaters in respektvoller Hingabe das zentrale Sprachrohr bleibt. Das filmische Portrait erzählt von (chronischer) Krankheit, Migration, Hoffnung, und davon, letztere zu verlieren, um sie immer wieder neu zu finden - auch unter den herausforderndsten Umständen. Tolga Karaaslan vermag mit seinem Film auch anderen Hoffnung zu schenken, zumal dieser den Facettenreichtum des Mensch-Seins betont, aber auch deutlich macht, wie viel man durch aufrichtige Dialoge von und miteinander erfahren kann.“

Zur Person

Tolga Karaaslan (*1994 in Wels, AT) ist Filmemacher und Medienkünstler mit türkischen Wurzeln. In seiner Kunst beschäftigt er sich mit dem Leben zwischen mehreren Kulturen und der Suche nach der Identität. Dabei verfolgt er eine visuelle Sprache und atmosphärische Erzählung, die den Charakteren Zeit gibt, sich in ihrer Welt zu entfalten.

Erklärungen des Leitungsteams und der Keynote

Hannah Wahl, Cornelia Ohnmacht und Stefan Wolner erklärten: „Wir freuen uns, dass heute ,Baba, What’s Your Plan?’ von Tolga Karaaslan ausgezeichnet wurde. Ein Film, der sichtbar macht, wie eine inklusive Haltung im Erzählen und in der Ästhetik Barrieren abbauen kann. Durch seine einfühlsame Herangehensweise schafft er Raum für Erfahrungen, die im Film oft marginalisiert oder instrumentalisiert werden, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem Verständnis von Filmschaffen auf Augenhöhe.“

Anlässlich der Preisvergabe betonten Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh von der Diagonale-Festivalleitung: „Inklusion bedeutet auch Zugänge zu schaffen, zum Festival genauso wie in der Filmbranche und ihren Berufen. Es muss selbstverständlich werden, dass Menschen mit Behinderungen Teil der Filmwelt sind.“

In der Keynote sagte Mariya Menner, Schauspielerin und Pädagogin für Gebärdensprache: „Menschen mit Behinderungen sind nicht ,das Extra’. Wir sind Teil der Geschichte. Ich wünsche mir eine Branche, in der Vielfalt nicht erklärt werden muss. In der ein gehörloser Mensch nicht ,besonders’ ist – sondern einfach da. Denn das verändert alles. Heute stehe ich hier – sichtbar. Und ich bin nicht allein. Es gibt viele von uns. Talentierte, starke Menschen. Die nur eines brauchen: Eine Chance. Und manchmal braucht es nur eine Entscheidung. Ihre Entscheidung. Die Entscheidung, anders zu denken. Anders zu besetzen. Anders zu erzählen. Denn echte Veränderung beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt genau hier.“

Unterstützung und Quellen

In Kooperation mit Diagonale – Festival des österreichischen Films. Mit Unterstützung von Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport; Österreichisches Filminstitut und Filmfonds Wien.

Unser Dank gilt unseren Partner*innen und Unterstützer*innen sowie Martin Habachers Familie, die unser Vorhaben von Beginn an unterstützt hat.

Weitere Informationen und Foto- und Videomaterial unter: www.mabacher-award.com sowie auf diagonale.at.

Schlagworte

#Mabacher Award#Diagonale#Inklusion#Film#Österreich

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