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Gürtelrose-Impfung: Hohe Nachfrage führt zu Lieferengpässen

275.000 Impfungen bereits verabreicht - Nächste Lieferung im Sommer

20. März 2026 um 12:31
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Die kostenlose Gürtelrose-Impfung ist sehr gefragt. Aktuelle Kontingente sind ausverkauft, weitere Lieferungen erst im Sommer geplant.

Die Einführung der kostenlosen Gürtelrose-Impfung in Österreich zeigt bereits deutliche Auswirkungen: Die hohe Nachfrage der Bevölkerung führt dazu, dass die verfügbaren Impfstoffkontingente schneller als erwartet aufgebraucht werden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, sind die seit vergangener Woche über das Bestellsystem verfügbaren Impfstoffe bereits vollständig bestellt.

Garantierte Mindestmengen für alle Impfstellen

Um eine möglichst breite Verteilung zu gewährleisten, hat das Ministerium ein gestaffeltes Verteilungssystem implementiert. Niedergelassene Ärzte, Ambulatorien, arbeitsmedizinische Zentren, Krankenhäuser, Rehabilitations- und Kureinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheime erhielten zunächst garantierte Mindestmengen. Diese waren eine Woche lang im e-Impfshop der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) verfügbar.

Nach Ablauf dieser Garantiezeit wurden die verbleibenden Restbestände mit Bestelllimits für alle impfenden Einrichtungen freigegeben. Größere Impfstellen der Bundesländer und der Sozialversicherung bekamen darüber hinaus umfangreichere Kontingente zugeteilt.

Von 500 Euro zu kostenlos: Durchbruch gegen Zweiklassenmedizin

"Die Nachfrage nach der Gürtelrose-Impfung ist seit dem Start des kostenlosen Programms enorm hoch. Das zeigt, wie groß das Interesse an Prävention ist", erklärt Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig. Der finanzielle Aspekt spielt dabei eine entscheidende Rolle: Früher kostete diese Impfung Privatpersonen rund 500 Euro - eine erhebliche finanzielle Belastung, die viele Menschen von der wichtigen Vorsorge abhielt.

"Dass sie heute kostenlos verfügbar ist, ist ein wichtiger Schritt gegen Zweiklassenmedizin", betont die Staatssekretärin. Diese Entwicklung macht deutlich, wie Kostenfragen den Zugang zu wichtigen Gesundheitsleistungen beeinflussen können.

Beeindruckende Zahlen zeigen großes Interesse

Die Statistiken unterstreichen das enorme Interesse der österreichischen Bevölkerung an der Gürtelrose-Prävention. Seit Beginn des öffentlichen Impfprogramms wurden insgesamt rund 650.000 Dosen Gürtelrose-Impfstoff bereitgestellt. Diese Zahl umfasst auch die aktuellen Chargen, die derzeit verteilt werden.

Besonders aussagekräftig ist die Zahl der bereits durchgeführten Impfungen: Rund 275.000 Impfungen sind bereits im elektronischen Impfpass (eImpfpass) eingetragen. Die Differenz zwischen bereitgestellten Dosen und eingetragenen Impfungen erklärt sich durch mehrere Faktoren:

  • Reservierte Dosen für Zweitimpfungen
  • Rund 250.000 Impfstoffe, die sich noch in der Auslieferung befinden
  • Logistische Vorlaufzeiten im Verteilungssystem

Auslieferung und weitere Planungen

Die Logistik hinter dem Impfprogramm ist komplex: Ein Teil der bestellten Impfstoffe wird bereits ab heute an die impfenden Einrichtungen ausgeliefert. Eine weitere größere Lieferung ist für Anfang April geplant. Diese zeitversetzte Auslieferung soll eine kontinuierliche Verfügbarkeit in den Ordinationen und Impfstellen gewährleisten.

Nach diesen kurzfristigen Lieferungen müssen sich Interessierte jedoch auf eine längere Wartezeit einstellen: Die nächsten größeren Lieferungen von Gürtelrose-Impfstoffen sind erst spätestens im Sommer vorgesehen.

Internationale Abhängigkeiten und verantwortungsvoller Umgang

Die Verzögerungen haben strukturelle Ursachen, wie Königsberger-Ludwig erklärt: "Der Gürtelrose-Impfstoff wird international produziert und am Weltmarkt eingekauft. Österreich bestellt laufend nach, ist aber von den verfügbaren Produktionsmengen abhängig."

Diese Abhängigkeit von internationalen Lieferketten ist ein bekanntes Problem in der Impfstoffbeschaffung. Gleichzeitig betont die Staatssekretärin die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern: "Gleichzeitig haben wir die Verantwortung, mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher sorgsam umzugehen."

Langfristige Garantie bis 2028

Trotz der aktuellen Lieferengpässe gibt Königsberger-Ludwig eine klare Zusage: "Wichtig ist: Wer eine Impfung möchte, bekommt sie." Das öffentliche Impfprogramm ist langfristig angelegt und läuft bis 2028. Für die gesamte Laufzeit bleibt die Impfung für die Bevölkerung kostenlos.

Bedeutung der Gürtelrose-Impfung

Die hohe Nachfrage ist medizinisch gut begründet: Gürtelrose (Herpes Zoster) kann jeden treffen, der bereits Windpocken hatte - das sind etwa 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Das Risiko steigt mit dem Alter erheblich an. Die Erkrankung kann zu wochenlangen, quälenden Schmerzen führen und in schweren Fällen dauerhafte Nervenschäden verursachen.

Die Impfung reduziert nicht nur das Risiko einer Erkrankung erheblich, sondern mildert auch den Verlauf, falls es dennoch zu einer Gürtelrose kommen sollte. Besonders für ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist die Impfung daher eine wichtige Präventionsmaßnahme.

Empfehlungen für Interessierte

Wer sich gegen Gürtelrose impfen lassen möchte, sollte sich zunächst bei der Hausärztin oder dem Hausarzt informieren. Viele Ordinationen führen bereits Wartelisten für die nächsten verfügbaren Termine. Auch öffentliche Impfstellen und Gesundheitsämter bieten die Impfung an.

Das große Interesse zeigt, dass die Entscheidung für ein kostenloses Impfprogramm richtig war. Gleichzeitig werden die logistischen Herausforderungen bei der Einführung neuer Gesundheitsprogramme deutlich. Die Verantwortlichen sind optimistisch, dass sich die Versorgungslage mit den Sommerlieferungen entspannen wird.

Schlagworte

#Gürtelrose#Impfung#Gesundheit#Österreich#Königsberger-Ludwig

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