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ÖIF reformiert Deutschkurse: Mehr Verbindlichkeit ab 2026

Verpflichtendes Selbstlernen und digitale Kompetenzen werden fixer Bestandteil

19. März 2026 um 10:30
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Ab April 2026 starten österreichweit neue ÖIF-Deutschkurse mit strengeren Regeln und mehr Flexibilität für Berufstätige.

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt seine Deutschkurse um: Ab April 2026 werden an rund 250 Standorten in ganz Österreich reformierte Deutschkurse angeboten, die mehr Verbindlichkeit, verpflichtendes Selbstlernen und digitale Kompetenzen als fixen Bestandteil vorsehen. Die Neuerungen sollen das Deutschlernen mit beruflichen Anforderungen verknüpfen.

Eigenverantwortung wird zum Pflichtprogramm

Claudia Bauer, Integrationsministerin: „Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung und Deutsch ist der Schlüssel dazu. Wer in Österreich leben will, muss die Sprache lernen, arbeiten gehen und sich an unsere Regeln und Werte halten. Genau deshalb stellen wir die ÖIF-Deutschkurse mit verpflichtenden Selbstlernzeiten, mehr Flexibilität durch Abend- und Onlineangebote und einem klaren Fokus auf das echte Leben neu auf, von der Kommunikation im Job bis zum Verständnis regionaler Dialekte. Wir erwarten Eigenverantwortung und aktive Mitarbeit, denn Fortschritt entsteht durch Übung und Engagement. Denn wer hier leben will, muss verstehen und verstanden werden.“

Die neuen Kursformate kombinieren Präsenzunterricht mit verpflichtenden, klar strukturierten und begleiteten Selbstlernzeiten. Diese Selbstlernzeiten sind verbindlich, werden dokumentiert und fließen in die Leistungsbeurteilung ein. Wer nicht regelmäßig teilnimmt, nicht aktiv mitarbeitet oder Selbstlernzeiten nicht einhält, muss mit Konsequenzen bis hin zum Kursausschluss rechnen.

Lösung für schlechte Lernbedingungen zu Hause

Für Teilnehmer/innen, die zu Hause keine guten Lernbedingungen haben, stellen die ÖIF-Kursträger Selbstlernräume vor Ort bereit.

Arbeiten und Deutschlernen als Einheit

Roland Goiser, stv. Direktor des ÖIF: „Deutschlernen ist weit mehr als ein Schritt in Richtung Arbeitsmarkt: Eine gemeinsame Sprache ist die Grundlage für Integration und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Der ÖIF stellt in ganz Österreich alltagsnahe Deutschkurse mit einer gesetzlich festgeschriebenen, bundesweit einheitlichen Qualitätssicherung bereit. Aktive Mitarbeit und verpflichtende Selbstlernzeiten sind künftig ein verbindlicher Bestandteil im Sinne eines nachhaltigen Kurserfolgs.“

Der ÖIF baut das berufsbegleitende Deutschlernen aus – insbesondere mit mehr Kursen am Abend, zu Randzeiten und online. Zugleich werden die Kursinhalte stärker an beruflichen Anforderungen ausgerichtet. Damit kommen die neuen Deutschkurse auch jenen entgegen, die bereits arbeiten oder Betreuungsverpflichtungen haben.

Digitale Kompetenz als Grundbestandteil

Digitale Grundkompetenzen werden als fixer Bestandteil verankert: Die Teilnehmer/innen lernen in allen ÖIF-Deutschkursen den Umgang mit digitalen Behördenwegen, Online-Bewerbungen und die Nutzung von Lernplattformen für das eigenständige Lernen.

Vorbereitung auf regionale Sprachrealität

Ergänzend bereiten die neuen Kurse stärker auf die sprachliche Realität in den Regionen vor – vor allem im Hörverständnis regionaler Dialekte.

Besondere Unterstützung für Frauen und Eltern

Für Frauen und Eltern mit Betreuungsverpflichtungen ermöglicht eine bedarfsorientierte begleitende Kinderbeaufsichtigung die Kursteilnahme. Künftig werden auch Kinder während der Betreuung sprachlich gefördert. Ergänzend bieten die ÖIF-Frauenzentren Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Transparenz und Qualitätssicherung

Die Vergabe der ÖIF-Deutschkurse erfolgt transparent über die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens nach dem Bestangebotsprinzip, bei dem Qualität und Preis gleich gewichtet werden. Ein Alleinstellungsmerkmal der ÖIF-Deutschkurse ist die gesetzlich verankerte, bundesweit einheitliche Qualitätssicherung. Neun von zehn geben an, mit den ÖIF-Deutschkursen sehr zufrieden zu sein.

Transparenter Datenaustausch

Der ÖIF dokumentiert alle relevanten Informationen zu jedem geförderten Deutschkursplatz und übermittelt diese tagesaktuell an die Integrationsschnittstelle des Bundes. Damit können zuständige Stellen wie Sozialhilfestellen der Bundesländer, AMS und andere Behörden tagesaktuell nachvollziehen, welche Maßnahmen beim ÖIF absolviert wurden und ob Integrationspflichten erfüllt werden.

Flächendeckendes Angebot in ganz Österreich

Der ÖIF stellt seine Deutschkurse von der Alphabetisierung bis zum Sprachniveau C1 an rund 250 Kursstandorten in ganz Österreich bereit. Mit Integrationszentren in allen neun Bundesländern wird ein flächendeckendes Angebot gewährleistet. Im Jahr 2025 wurden vom ÖIF rund 56.000 Deutschkursplätze gefördert.

Ausblick auf die Umsetzung

Die neuen Deutschkurse starten ab April 2026 österreichweit.

Schlagworte

#Integration#Deutschkurse#ÖIF#Bildung#Arbeitsmarkt

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