Österreichische Post-Bank verzeichnet positives Jahresergebnis von 1,1 Millionen Euro
Die bank99 schreibt nach fünf Jahren erstmals schwarze Zahlen und plant Expansion im Wertpapier- und KMU-Geschäft.
Ein bedeutender Meilenstein für die österreichische Bankenlandschaft: Die bank99, die Banktochter der Österreichischen Post, hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals die Gewinnschwelle erreicht. Nach fünf Jahren seit der Gründung im April 2020 kann das Institut ein positives Jahresergebnis nach Steuern von 1,1 Millionen Euro vorweisen – eine bemerkenswerte Wende nach dem Verlust von 5,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Der Durchbruch zur Profitabilität gelang der bank99 in einem besonders herausfordernden Umfeld. Rückläufige Zinsen, erhöhte Inflation, eine wirtschaftliche Schwächephase und intensiver Wettbewerb im Kredit- und Einlagengeschäft prägten das vergangene Jahr. Umso bemerkenswerter ist die positive Entwicklung der Bank, die ihre solide Marktposition unter Beweis stellen konnte.
"Erstmals seit unserer Gründung schließen wir das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis ab", erklärt Bernhard Achberger, Vorstand Marktfolge der bank99. "Die starke Einlagenbasis, das solide Wachstum in der Wohnbau- und Konsumkreditfinanzierung sowie die positive Entwicklung der Risikovorsorge zeigen: Wir haben eine solide Basis für weiteres nachhaltig profitables Wachstum geschaffen."
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Bilanzsumme der bank99 wuchs um 3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Mit einer Refinanzierungsbasis von 3,7 Milliarden Euro verfügt die Bank über eine breite und stabile Finanzierungsgrundlage, die auf dem Vertrauen ihrer über 300.000 Kunden basiert.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Kreditgeschäft: Das Gesamtkreditvolumen stieg um 5 Prozent auf 2 Milliarden Euro, während sich die Ausleihungsquote von 53,2 Prozent im Vorjahr auf 55,9 Prozent erhöhte. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als sie in einem Umfeld steigender Lebenshaltungskosten und zurückhaltender Investitionsneigung der Konsumenten erfolgte.
Beide Hauptgeschäftsfelder der bank99 verzeichneten Zuwächse: Die Wohnbaufinanzierungen legten um 2,6 Prozent zu, während die Konsumkredite um 1,8 Prozent wuchsen. Dies unterstreicht die Fähigkeit der Bank, auch in schwierigen Zeiten ihre Marktposition zu behaupten und auszubauen.
Der Erfolg basiert nicht zuletzt auf dem kontinuierlichen Ausbau der Vertriebskanäle. Über das Netz von rund 1.700 Postpartnern und Postfilialen kann die bank99 eine einzigartige Flächendeckung in Österreich bieten und bleibt damit nah bei ihren Kunden.
Das Jahr 2025 war für die bank99 nicht nur finanziell erfolgreich, sondern auch geprägt von wichtigen strategischen Entscheidungen. Die Kernbankenmigration wurde erfolgreich abgeschlossen und schafft die technologische Basis für operative Effizienz in den kommenden Jahren.
Ein weiterer Meilenstein war die Erlangung eines Investment-Grade-Ratings von Moody's, das die Refinanzierungsbasis der Bank nachhaltig stärkt. Zusätzlich wagte die bank99 den Schritt an den Kapitalmarkt mit ihrer Debütemission, was neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet.
Die Kundenorientierung der bank99 wurde mehrfach ausgezeichnet: Als "Branchen-Champion 2026" in der Kategorie Kundenservice, mit dem ersten Platz bei Immobilienkrediten und durch die Verleihung des FMVÖ-Recommender Awards für hervorragende Kundenorientierung. Diese Auszeichnungen bestätigen die strategische Ausrichtung auf Servicequalität und Kundennähe.
"Unsere solide Kundenbasis unterstreicht das Vertrauen in die bank99 als verlässliche Finanzpartnerin auf allen Ebenen", betont Bernhard Hohenegger, Vorstand Markt der bank99. "Der Break-even ist für uns kein Endpunkt, sondern der Startschuss in die nächste Wachstumsphase."
Für das laufende Jahr hat sich die bank99 ehrgeizige Ziele gesteckt. Ab Sommer soll ein neues Depot- und Aktienangebot verfügbar sein, das Kunden den Zugang zu Aktien und ETFs ermöglicht und das bestehende Fondsangebot erweitert. Dies markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer umfassenderen Finanzdienstleistungspalette.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau eines Geschäftsfeldes für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Attraktive Produkte für diese Zielgruppe befinden sich bereits in Vorbereitung und sollen das Geschäftsmodell der bank99 diversifizieren.
Parallel dazu plant die Bank eine Erhöhung des Automatisierungsgrades sowie den Ausbau der Vertriebseffizienz. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die operative Profitabilität weiter zu steigern und gleichzeitig den hohen Servicestandard zu erhalten.
Die bank99 AG ist ein Tochterunternehmen der Österreichischen Post AG (90 Prozent) und der Schelhammer Capital Bank AG (10 Prozent). Mit rund 340 Mitarbeitern betreut sie österreichweit über 300.000 Kunden und bietet ein umfassendes Leistungsportfolio.
Das Angebot umfasst Konto und Zahlungsverkehr, Geldversand, Konsumkredite, Veranlagen und Sparen, Wohnfinanzierung sowie Versicherungen. Die einzigartige Verbindung zur Post ermöglicht es der Bank, auch in ländlichen Gebieten präsent zu sein, wo sich andere Banken zunehmend zurückziehen.
Die Erreichung der Gewinnschwelle nach nur fünf Jahren ist für eine Neugründung im Bankensektor ein beachtlicher Erfolg. Die bank99 hat bewiesen, dass auch in einem reifen und umkämpften Markt wie dem österreichischen Bankenwesen Platz für neue Player ist, die auf Kundenorientierung und innovative Vertriebsmodelle setzen.
Die strategische Ausrichtung auf nachhaltiges und profitables Wachstum, verbunden mit der geplanten Produkterweiterung und der starken Marktpräsenz durch das Post-Netzwerk, positioniert die bank99 gut für die kommenden Jahre. Der Break-even markiert dabei tatsächlich nicht das Ende, sondern den Beginn einer neuen Wachstumsphase.
Mit der geplanten Expansion in das Wertpapiergeschäft und die KMU-Finanzierung diversifiziert die Bank ihr Geschäftsmodell und erschließt neue Ertragsquellen. Dies sollte dazu beitragen, die Profitabilität weiter zu steigern und die Position als innovative Vollbank zu festigen.