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Österreichs digitale Champions steigern Umsatz um 6,2 Prozent

Neue Studie zeigt: KI-Investitionen zahlen sich bereits nach kurzer Zeit aus

17. März 2026 um 10:41
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Digitalisierung wirkt nachhaltig auf Unternehmenserfolg. Österreichische Firmen nutzen KI überdurchschnittlich - mit messbaren Erfolgen.

Die Digitalisierung österreichischer Unternehmen zeigt deutliche Erfolge: Unternehmen, die als "digitale Champions" gelten, verzeichnen ein um 6,2 Prozentpunkte höheres Umsatzwachstum als ihre weniger digitalisierten Konkurrenten. Dies geht aus der aktuellen Studie "Die digitale Dividende" hervor, die von Accenture, der Industriellenvereinigung (IV) und dem Institut Economica seit fünf Jahren durchgeführt wird.

Digitale Vorreiter setzen sich deutlich ab

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Neben dem höheren Umsatzwachstum weisen digitale Champions auch ein um 1,2 Prozentpunkte stärkeres Beschäftigungswachstum und eine um 6,1 Prozentpunkte höhere Produktivitätssteigerung auf als Unternehmen, die bei der Digitalisierung noch hinterherhinken. "Die digitale Dividende wirkt nachhaltig auf Umsatz, Beschäftigung und Produktivität", erklärt Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Digitalisierungslandschaft in Österreich: Während 2021 nur etwa 2 bis 3 Prozent der heimischen Unternehmen die höchste Digitalisierungsstufe erreicht hatten, sind es heute bereits mehr als 5 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der digitalen Nachzügler von 73 Prozent auf 65 Prozent.

KI-Nutzung: Österreich übertrifft EU-Durchschnitt

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz positioniert sich Österreich im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Während EU-weit nur 20 Prozent der Unternehmen KI nutzen, sind es in Österreich bereits 30 Prozent. Spitzenreiter bleiben Dänemark mit 42 Prozent und Finnland mit 38 Prozent KI-Nutzung.

"Digitale Champions setzen innovative Technologien schneller ein. Sie bauen ihren Technologievorsprung stets weiter aus. Der Nutzungsunterschied bei GenAI liegt bei rund 12 Prozent", betont Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung und Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung Economica.

Technologievorsprung in allen Bereichen

Die Unterschiede zwischen digitalen Champions und Nachzüglern zeigen sich in verschiedenen Technologiebereichen deutlich:

  • KI-Nutzung: 26 Prozent höher bei Champions
  • Cloud-Computing: 24 Prozent Vorsprung
  • Digital Twins: 33 Prozent häufigere Nutzung

Schnelle Erfolge durch KI-Investitionen

Besonders beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der sich Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen. "39 Prozent geben heute schon einen positiven Return on Investment an. Das ist für eine vergleichsweise junge Technologie bemerkenswert", unterstreicht Philipp Krabb, Leiter Research bei Accenture Österreich.

Die praktischen Auswirkungen des KI-Einsatzes sind bereits messbar: Durchschnittlich werden pro Arbeitstag 1,25 Stunden eingespart. "Ein AI-Einsatz ermöglicht ein zusätzliches Drittel der eigenen Arbeitskraft", erklärt Krabb. Dabei profitieren Unternehmen nicht nur von Zeitersparnissen, sondern auch von einer höheren Arbeitsqualität - 58 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen berichten von einer verbesserten Arbeitsqualität bei gleichzeitig sinkender Fehlerquote.

Schwerpunkte der Digitalisierung

Die Analyse zeigt, dass österreichische Unternehmen vorrangig interne Prozesse digitalisieren, während die Schnittstellen zum Markt noch weniger stark digitalisiert sind. Die Verteilung der Prozessautomatisierung sieht folgendermaßen aus:

  • Planung und Produktion: 66 Prozent
  • Administration: 63 Prozent
  • Beschaffung: 59 Prozent
  • Produktion: 58 Prozent
  • Vertrieb: 54,5 Prozent
  • Kunden- und Marktkommunikation: 49,5 Prozent

KI erobert alle Unternehmensbereiche

"Advanced AI findet Einzug in alle Unternehmensbereiche. 57 Prozent haben heute schon KI im Einsatz oder planen es für die nähere Zukunft", erläutert Krabb. Die stärksten Einsatzgebiete sind dabei Verwaltung, Vertrieb, Verkauf & Logistik sowie Kunden- und Marktkommunikation.

Größe ist nicht entscheidend

Ein wichtiger Befund der Studie: Obwohl große Unternehmen derzeit stärker digitale Technologien nutzen als kleine und mittlere Unternehmen (KMU), ist die Unternehmensgröße nicht der entscheidende Faktor für den Digitalisierungserfolg. "Jeder kann digitaler Champion werden – egal ob groß, klein, Industrie, Handwerk oder Dienstleistung. Die Chancen gilt es zu ergreifen. Hier stecken die größten ungenutzten Potenziale", unterstreicht Helmenstein.

Grundlagen für weiteres Wachstum

Die Voraussetzungen für eine weitere Digitalisierung sind in österreichischen Unternehmen grundsätzlich vorhanden: Die meisten Firmen verfügen über den notwendigen Datenzugang und die technischen Schnittstellen für Automatisierung. Seit 2021 konnte die Nutzung von Daten für KI um beachtliche 66 Prozent gesteigert werden.

Die Fünf-Jahres-Bilanz der Studie "Die digitale Dividende" zeigt damit einen klaren Trend: Digitalisierung ist kein Nice-to-have mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die frühzeitig in digitale Technologien und KI investieren, können bereits nach kurzer Zeit messbare Erfolge bei Umsatz, Beschäftigung und Produktivität verzeichnen. Für österreichische Unternehmen aller Größen und Branchen bietet sich damit die Chance, durch gezielte Digitalisierungsmaßnahmen ihre Marktposition nachhaltig zu stärken.

Schlagworte

#Digitalisierung#Künstliche Intelligenz#Österreich#Unternehmen#Produktivität

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