Industriellenvereinigung sieht Handlungsbedarf nach deutscher Einigung
Nach Deutschlands Industriestrompreis-Modell drängt die IV auf rasche Umsetzung der österreichischen Industriestrategie-Pläne.
Die deutsche Bundesregierung hat sich auf Rahmenbedingungen für einen Industriestrompreis geeinigt und die Genehmigung der EU-Kommission erhalten. Dies erhöht aus Sicht der Industriellenvereinigung (IV) den Druck auf die österreichische Bundesregierung, nun ebenfalls zeitnah einen konkreten Entwurf für das in der Industriestrategie angekündigte Modell vorzulegen.
"Deutschland geht hier einen wichtigen Schritt voran und setzt ein klares Zeichen für seine Industrie. Dieses Signal darf in Österreich nicht lange unbeantwortet bleiben", betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Der IV-Vertreter verweist darauf, dass auch in Österreich bereits zentrale Entlastungsmaßnahmen gesetzt wurden – etwa mit der Öffnung der Antragsstellung für das Stromkostenausgleichsgesetz (SAG) zu Wochenbeginn.
"Das war ein wichtiger erster Schritt. Jetzt geht es um die konkrete Ausgestaltung des österreichischen Industriestrompreises, wie er in der Industriestrategie vorgesehen ist", so Neumayer. Die IV fordert klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen mit der angekündigten Entlastung planen können – insbesondere angesichts geopolitischer Verwerfungen und steigender Energiepreise.
Zentral ist aus IV-Sicht, dass es zu keinen Wettbewerbsnachteilen gegenüber Deutschland als wichtigstem Handelspartner kommt. "Unsere Unternehmen stehen im direkten Wettbewerb mit deutschen Betrieben. Wenn dort die Energiepreise abgefedert werden, müssen auch wir vergleichbare Rahmenbedingungen schaffen", unterstreicht Neumayer.
"Ein wettbewerbsfähiger Industriestrompreis oder gleichwertige Entlastungen sind entscheidend, um Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze in Österreich zu sichern. Die entsprechenden Maßnahmen sind angekündigt – jetzt braucht es eine rasche und praxistaugliche Umsetzung."