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Kärnten fordert Senkung der Treibstoffsteuern

Wirtschaftskammer sieht mehr als die Hälfte des Spritpreises als staatliche Belastung

11. März 2026 um 19:50
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WK-Präsident Mandl kritisiert hohe Steuerbelastung auf Treibstoffe und fordert Entlastung für Unternehmen und Bevölkerung in Kärnten.

Die anhaltend hohen Spritpreise setzen die Kärntner Wirtschaft unter Druck. Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, macht dafür vor allem die hohe staatliche Belastung verantwortlich und fordert eine deutliche Senkung der Treibstoffsteuern. "Mehr als die Hälfte des Preises an der Zapfsäule ist staatliche Belastung, hier muss es Spielräume geben!", kritisiert Mandl die aktuelle Situation.

Hohe Belastung für alle Wirtschaftsbereiche

Die steigenden Treibstoffkosten treffen praktisch alle Bereiche der Kärntner Wirtschaft. "Vom Transport über das Handwerk bis zum Tourismus – Mobilität ist für viele Betriebe keine Option, sondern Voraussetzung für ihre Arbeit", erklärt der WK-Präsident. Besonders problematisch sei dabei, dass der Staat bei steigenden Preisen automatisch höhere Einnahmen erziele, da Steuern und Abgaben einen Großteil des Endpreises ausmachen.

Tatsächlich setzt sich der Preis an österreichischen Tankstellen zu mehr als der Hälfte aus verschiedenen staatlichen Abgaben zusammen. Dazu zählen die Mineralölsteuer, die CO₂-Bepreisung und die Mehrwertsteuer. Diese Struktur führt dazu, dass bei steigenden Rohölpreisen auch die Steuereinnahmen des Staates proportional anwachsen.

Klare Absage an Preisdeckel

Mandl erteilt Forderungen nach staatlichen Preisdeckeln eine deutliche Absage. "Eingriffe in den Markt lösen das Problem nicht. Sie gefährden die Versorgungssicherheit und führen langfristig zu neuen Verzerrungen", warnt der Wirtschaftskammer-Präsident vor solchen Maßnahmen. Stattdessen setzt er auf marktwirtschaftliche Lösungen durch Steuersenkungen.

"Was wir brauchen, ist eine spürbare Entlastung bei den Steuern", betont Mandl. Besonders bei der Mineralölsteuer sieht er erheblichen Spielraum für Reduktionen. Österreich liegt hier deutlich über dem von der EU vorgeschriebenen Mindestniveau. Eine Absenkung auf das europäische Mindestmaß würde nach Ansicht der Wirtschaftskammer sofortige Entlastung für Unternehmen und Privatpersonen bringen.

Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Für Kärnten als exportorientiertes Bundesland seien wettbewerbsfähige Transport- und Mobilitätskosten von entscheidender Bedeutung, argumentiert Mandl. "Wenn Treibstoffpreise dauerhaft hoch bleiben, geraten viele Unternehmen zusätzlich unter Druck. Das betrifft nicht nur die Transportwirtschaft, sondern praktisch alle Branchen."

Die hohen Energiekosten würden sich mittelfristig auf die Preise in vielen Wirtschaftsbereichen auswirken und könnten damit auch die Inflation wieder anheizen. Dies betreffe nicht nur die direkten Transportkosten, sondern auch die Logistikketten und damit letztendlich die Endverbraucherpreise.

Automatische Mehreinnahmen des Staates

Ein besonders kritischer Punkt aus Sicht der Wirtschaftskammer ist der automatische Effekt steigender Treibstoffpreise auf die Staatseinnahmen. "Der Staat profitiert derzeit automatisch von höheren Einnahmen. Diese Mittel müssen jetzt an Wirtschaft und Bevölkerung zurückgegeben werden", fordert Mandl eine Art Rückverteilung der Mehreinnahmen.

Dieser Mechanismus führe zu einer doppelten Belastung: Während Unternehmen und Verbraucher unter den hohen Preisen leiden, steigen gleichzeitig die Steuereinnahmen des Staates. Die Wirtschaftskammer sieht darin ein strukturelles Problem, das politisch gelöst werden müsse.

Konkrete Lösungsvorschläge

Die Wirtschaftskammer Kärnten hat konkrete Vorstellungen, wie eine Entlastung aussehen könnte. Neben einer Senkung der Mineralölsteuer auf das EU-Mindestniveau fordert sie auch eine temporäre Reduktion der CO₂-Bepreisung. Diese Maßnahmen würden den schnellsten und effektivsten Weg darstellen, um die Kosten an der Zapfsäule zu senken.

"Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es Entlastung statt zusätzlicher Belastung", betont Mandl. Niedrigere Steuern auf Treibstoffe wären seiner Ansicht nach ein sofort wirksamer Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Kärnten und zur Entlastung der Bevölkerung.

Auswirkungen auf verschiedene Branchen

Die hohen Treibstoffpreise treffen unterschiedliche Wirtschaftszweige in Kärnten auf verschiedene Weise. Im Transportgewerbe machen Kraftstoffkosten einen erheblichen Teil der Betriebskosten aus. Aber auch das Handwerk, das auf mobile Dienstleistungen angewiesen ist, spürt die Belastung deutlich.

Der Tourismus, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Kärntens, ist ebenfalls betroffen. Sowohl die Anreise der Gäste als auch die lokalen Transportdienstleistungen werden durch hohe Spritpreise verteuert. Dies könnte mittelfristig die Attraktivität der Region als Reiseziel beeinträchtigen.

Pendler besonders belastet

Neben den Unternehmen sind auch Pendlerinnen und Pendler von den hohen Treibstoffpreisen betroffen. Gerade in einem Flächenbundesland wie Kärnten sind viele Menschen auf das Auto angewiesen, um zur Arbeit zu gelangen. Für sie bedeuten steigende Spritpreise eine direkte Belastung des verfügbaren Einkommens.

Eine Senkung der Treibstoffsteuern würde daher nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den privaten Haushalten zugutekommen. Dies könnte den Konsum stärken und damit positive Effekte für die gesamte regionale Wirtschaft haben.

Politische Dimension

Die Forderungen der Wirtschaftskammer Kärnten haben auch eine politische Dimension. Während auf EU-Ebene über weitere Maßnahmen zur CO₂-Reduktion diskutiert wird, sehen regionale Wirtschaftsvertreter die Balance zwischen Umweltzielen und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit gefährdet.

Die Diskussion über Treibstoffsteuern zeigt das Spannungsfeld zwischen ökologischen Zielen und wirtschaftlicher Notwendigkeit auf. Während höhere Preise Anreize für umweltfreundlichere Mobilität schaffen sollen, befürchtet die Wirtschaft negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Schlagworte

#Kärnten#Wirtschaftskammer#Treibstoffpreise#Steuern#Mandl

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