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OTS-MeldungKinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst/Mona Jas/St. Pölten/Niederösterreich/Bild/Kunst & Kultur/

Geschwister-Ausstellung im KinderKunstLabor St. Pölten

Internationale Künstler:innen erforschen Geschwisterlichkeit und Kindsein

6. März 2026 um 12:40
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Das KinderKunstLabor St. Pölten zeigt erstmals Lygia Clarks "Máscaras Sensoriais" in Österreich. Die Ausstellung erforscht Geschwisterbeziehungen.

Eine außergewöhnliche Ausstellung über die komplexen Beziehungen zwischen Geschwistern ist nun im KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst in St. Pölten zu sehen. "Geschwister – super & nervig" präsentiert Werke international renommierter Künstler:innen, die sich mit der besonderen Dynamik von Geschwisterbeziehungen auseinandersetzen.

Erstmals Lygia Clarks Meisterwerk in Österreich

Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist die österreichische Erstpräsentation von Lygia Clarks "Máscaras Sensoriais" aus dem Jahr 1967. Dieses einzigartige Werkensemble gilt als kunstgeschichtlicher Meilenstein und verkörpert die brasilianische Künstlerin Clarks innovative Herangehensweise an die Kunst. Clark gehörte zu den Pionieren der partizipativen Kunst, die erst durch die aktive Mitwirkung der Betrachter:innen ihre volle Wirkung entfaltet.

Die Ausstellung zeigt Werke, die bewusst so konzipiert wurden, dass sie erst durch die Mitwirkung der Nutzer:innen im Ausstellungsraum vollständig werden. Dieses Konzept der Co-Kreativität spiegelt einen zentralen Aspekt der Geschwisterlichkeit wider: das gemeinsame Tun und die kollaborative Arbeit.

Vielfältige Perspektiven auf Geschwisterlichkeit

"In der Auseinandersetzung mit Geschwistern sehe ich eine fortwährende Bewegung von Nähe zu Distanz, von Fürsorge zu Rivalität", erklärt Mona Jas, künstlerische Leiterin des KinderKunstLabors und Kuratorin der Ausstellung. "Diese Formen des Miteinanders sind oft fließend und entstehen aus dem Moment des gemeinsamen Tuns. In der Ausstellung wird diese Dynamik als ein fließender Prozess des Wandels sichtbar, in dem jedes Miteinander eine neue Möglichkeit schafft."

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen der Geschwisterlichkeit – sowohl biologische Verwandtschaft als auch Wahlverwandtschaft. Die gezeigten Positionen verdeutlichen, wie zusammengearbeitet werden kann, wie im Zusammenspiel etwas Neues erfunden wird, aber auch die Herausforderungen beim Teilen, etwa der Anerkennung für gemeinsam geschaffene Arbeiten.

Beeindruckende Künstlerpositionen

Precious Okoyomon regt mit einem eindrucksvollen Geschwister-Doppelporträt gegenüber dem Ausstellungseingang zum Nachdenken darüber an, wie junge Menschen sich gegenseitig in einer Welt voller Gefahren schützen müssen. Die Arbeit thematisiert die Schutzfunktion, die Geschwister füreinander übernehmen können.

Anna Schachinger schafft mit ihrer sensibel kraftvollen Malerei, etwa dem Werk "No Kiddin", einen neuen Blick auf familiäre Konstellationen und Abhängigkeiten. Ihre Arbeiten hinterfragen traditionelle Familienbilder und zeigen alternative Beziehungsmodelle auf.

Besonders hervorzuheben sind auch die Arbeiten der Zwillingsschwestern Christine & Irene Hohenbüchler, die selbst ein Beispiel für künstlerische Geschwister-Kollaboration darstellen. Ihre Werke entstehen aus der engen Zusammenarbeit und dem kreativen Dialog zwischen den Schwestern.

Internationale Künstler:innen-Vielfalt

Die Ausstellung vereint Werke von insgesamt 21 renommierten Künstler:innen und Künstlerkollektiven. Neben den bereits erwähnten sind Arbeiten von Sasha Auerbakh, Heiko und Uwe Bressnik, Birke Gorm, Yoko Gwen Halbwidl, dem Kollektiv Hodel/Schumacher/Clavadetscher, Jiří Kolář, Michael Loewen, Andreas [LUPO] Lubich, Marianne Maderna, Soshiro Matsubara und Felix Nussbaum zu sehen.

Weitere wichtige Positionen stammen von Flora und Martin Szurcsik-Nimmervoll, Gert und Uwe Tobias sowie Victoria Tomaschko. Diese Vielfalt ermöglicht es, das Thema Geschwisterlichkeit aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven und künstlerischen Ansätzen zu betrachten.

Co-kreative Entwicklung mit Kindern

Besonders bemerkenswert ist der kuratorische Ansatz: Mona Jas entwickelte die Ausstellung im Dialog mit Kindern der Kunstideenwerkstatt und der Kinderbeiratsgruppen des KinderKunstLabors. Dieser partizipative Ansatz entspricht der Philosophie des Hauses und sorgt dafür, dass die Perspektiven junger Menschen authentisch in die Präsentation einfließen.

Das KinderKunstLabor versteht sich nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Raum für gemeinsames Lernen und Entdecken. Die Einbeziehung von Kindern in den kuratorischen Prozess macht deutlich, dass ihre Sichtweisen und Erfahrungen ernst genommen werden.

Umfassendes Vermittlungsprogramm

Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Vermittlungsprogramm ergänzt, das Theorie und Praxis miteinander verzahnt. Rundgänge geben entlang der Werke Einblicke in unterschiedliche Weisen, kollaborativ und co-kreativ zu leben und zu arbeiten.

Offene Werkstätten im Ausstellungsraum erweitern den Besuch um Möglichkeiten zum eigenen künstlerischen Tun für Kinder und Erwachsene. Ergänzend vertiefen qualitative Workshops die künstlerischen Dialoge mit der Ausstellung und ermöglichen eine intensivere Auseinandersetzung mit den gezeigten Themen.

Starke Kooperationspartner

Die Ausstellung wird durch eine Reihe renommierter Kooperationspartner unterstützt. Dazu gehören die Associação Cultural O Mundo de Lygia Clark, die evn sammlung aus Maria Enzersdorf, das Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück sowie die Galerie Martin Janda.

Weitere Partner sind die Kooperativa pojisfovna a.s. der Vienna Insurance Group, die Sammlung Wiener Städtische Versicherungsverein – Vermögensverwaltung und die WDR mediagroup GmbH. Diese breite Unterstützung ermöglicht es, hochkarätige internationale Leihgaben nach St. Pölten zu holen.

Eröffnungstage mit freiem Eintritt

Vom 6. bis 8. März 2026 können Besucher:innen die Ausstellung bei freiem Eintritt erkunden. Am ersten Tag, dem 6. März, ist die Ausstellung von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, an den beiden folgenden Tagen jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Das KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst befindet sich im Schulring 24 in 3100 St. Pölten. Die Einrichtung hat sich seit ihrer Gründung als wichtiger Ort für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst an junge Menschen etabliert.

Kunst als Reflexionsraum für Gesellschaft

Die Ausstellung "Geschwister – super & nervig" wirft fundamentale Fragen auf: Was bedeuten Geschwisterlichkeit und Kindsein in der heutigen Zeit? Wie verändern sich familiäre Strukturen und Beziehungsmodelle? Welche neuen Formen der Solidarität und des Zusammenhalts entwickeln sich in unserer Gesellschaft?

Durch die künstlerische Auseinandersetzung werden diese Themen nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und sinnlich erfahrbar. Die Werke laden dazu ein, eigene Erfahrungen mit Geschwisterbeziehungen zu reflektieren und neue Perspektiven zu entwickeln.

Das KinderKunstLabor beweist mit dieser Ausstellung einmal mehr, dass zeitgenössische Kunst einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion leisten kann. Besonders bemerkenswert ist dabei der Ansatz, komplexe Themen altersgerecht aufzubereiten, ohne sie zu vereinfachen.

Die Ausstellung "Geschwister – super & nervig" läuft voraussichtlich mehrere Monate und bietet damit ausreichend Gelegenheit, diese außergewöhnliche Präsentation zu besuchen. Weitere Informationen finden sich auf der Website des KinderKunstLabors unter www.kinderkunstlabor.at.

Schlagworte

#KinderKunstLabor#St. Pölten#Lygia Clark#Geschwister#zeitgenössische Kunst

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