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73% der Österreicher wollen Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen

Neue Studie zeigt Klimabewusstsein trotz steigender Verkaufszahlen fossiler Heizungen

5. März 2026 um 18:22
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Trotz hohem Klimabewusstsein stiegen 2025 die Verkaufszahlen fossiler Heizungen um 13%. Experten fordern verlässliche Förderpolitik.

Eine aktuelle Studie zeigt ein paradoxes Bild der österreichischen Energiewende: Während 73 Prozent der Bevölkerung den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen beschleunigen wollen, stiegen die Verkaufszahlen fossiler Heizsysteme im Jahr 2025 um 13 Prozent. Der "Energie-Trendmonitor 2026 Österreich" offenbart die Diskrepanz zwischen Klimabewusstsein und tatsächlichem Heizungsverhalten.

Ernüchternde Zahlen trotz hoher Zustimmung

Die bevölkerungsrepräsentative Umfrage unter 1.000 Österreichern zeigt deutlich: Die Mehrheit steht hinter der Energiewende im Gebäudebereich. 63 Prozent der Befragten würden sich heute für eine Wärmepumpe entscheiden, nur 23 Prozent für eine Gasheizung und 16 Prozent für eine Ölheizung.

Die Realität am Markt zeichnet jedoch ein anderes Bild. Laut dem Branchenverband "Wärmepumpe Austria" wurden 2025 nur 57.000 erneuerbare Heizungen installiert – ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Absatz von Öl- und Gaskesseln auf 35.000 Stück, was einem Plus von 13 Prozent entspricht.

Förderungsstopp als Hauptursache identifiziert

Thomas Mader, Geschäftsführer von Stiebel Eltron Österreich, sieht den Grund für diese Entwicklung in der unsicheren Förderpolitik: "Die neue Bundesförderung ist nach einem De-facto-Stopp im Vorjahr erst im November wieder angelaufen. Ein solches Stopp-and-Go gilt es im laufenden Jahr in jedem Fall zu verhindern."

Die Auswirkungen des Förderungsstopps wurden deutlich spürbar. Während Verbraucher auf die Wiederaufnahme der Förderungen warteten, griffen viele zu günstigeren fossilen Alternativen oder verschoben ihre Investitionsentscheidungen.

Planungssicherheit als Schlüsselfaktor

Die Studie belegt, dass 82 Prozent der Österreicher staatliche Förderungen für den Heizungstausch befürworten. Dies unterstreicht die Bedeutung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für die Energiewende. "Die Menschen in Österreich stehen nach wie vor hinter dem Ziel, auf umweltfreundliche Heizungen umzusteigen", betont Mader.

Für 2026 stehen im Rahmen der Sanierungsoffensive derzeit 121 Millionen Euro an Budgetmitteln für den Kesseltausch zur Verfügung. Ob diese Summe ausreicht, um die Nachfrage zu befriedigen und die Energiewende zu beschleunigen, bleibt abzuwarten.

Klimaschutz als Hauptmotivation

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Klimaschutz und Kosteneinsparungen bei CO2-Emissionen die wichtigsten Motive für Investitionen in klimafreundliche Heizungen sind. Diese Einstellung spiegelt das wachsende Umweltbewusstsein der österreichischen Bevölkerung wider.

Trotz der positiven Grundhaltung warnt Mader vor den Konsequenzen einer stockenden Energiewende: "Ansonsten entfernen wir uns vom Ziel der Klimaneutralität, anstatt Fortschritte zu machen. Durch hohe Klimafolgekosten und EU-Strafzahlungen wird das unter dem Strich teurer werden."

Herausforderungen der Wärmepumpen-Technologie

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Sie nutzen Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erdreich und können auch bei niedrigen Außentemperaturen effizient heizen. Modern ausgestattete Systeme erreichen Jahresarbeitszahlen von über 4, das bedeutet aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme erzeugt.

Dennoch stehen viele Hausbesitzer vor praktischen Herausforderungen: Die höheren Anschaffungskosten, notwendige Gebäudesanierungen und teilweise komplexe Genehmigungsverfahren können abschreckend wirken. Hier zeigt sich die Bedeutung umfassender Beratung und finanzieller Unterstützung.

Technische Weiterentwicklung schreitet voran

Die Wärmepumpen-Technologie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Moderne Geräte funktionieren mittlerweile auch bei Außentemperaturen von minus 20 Grad Celsius zuverlässig und können in bestehende Heizsysteme integriert werden. Hybridlösungen, die Wärmepumpen mit anderen erneuerbaren Energien kombinieren, bieten zusätzliche Flexibilität.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Energiewende

Die Zahlen verdeutlichen auch die wirtschaftlichen Dimensionen der Energiewende im Heizungssektor. Der Rückgang bei erneuerbaren Heizungen bedeutet nicht nur verpasste Klimaziele, sondern auch wirtschaftliche Einbußen für die entsprechende Industrie.

Stiebel Eltron, als einer der führenden Anbieter von Wärmepumpen in Österreich, spürt diese Entwicklung direkt. Das Familienunternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern weltweit setzt konsequent auf innovative Lösungen im Bereich umweltschonender Haustechnik.

Ausblick und politische Forderungen

Die Studienergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer kohärenten Energiepolitik. Experten fordern eine Verstetigung der Fördermaßnahmen und den Abbau bürokratischer Hürden. Nur so könne die vorhandene Bereitschaft der Bevölkerung zur Energiewende in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Die österreichische Niederlassung von Stiebel Eltron in Hörsching bei Linz, die bereits 1972 gegründet wurde, gehört zu den etablierten Anbietern am heimischen Markt. Das Unternehmen sieht sich als Partner der Energiewende und bietet umfassende Informationen zu Fördermöglichkeiten.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neu gestartete Bundesförderung die gewünschten Impulse setzen kann und ob Österreich seine Klimaziele im Gebäudesektor erreichen wird. Die Bereitschaft der Bevölkerung ist jedenfalls vorhanden – nun kommt es auf die richtige politische Umsetzung an.

Schlagworte

#Energiewende#Wärmepumpe#Klimaschutz#Heizung#Förderung

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