Bundespräsident Van der Bellen und WWF rufen zur Teilnahme an globaler Klimaschutz-Aktion auf
Millionen Menschen beteiligen sich weltweit an der größten Umweltschutz-Aktion. Berühmte Wahrzeichen schalten für eine Stunde das Licht aus.
Am Samstag, 28. März 2025, findet ein bemerkenswertes Ereignis statt: Die WWF Earth Hour jährt sich zum 20. Mal. Von 20:30 bis 21:30 Uhr Ortszeit werden weltweit die Lichter berühmter Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten ausgeschaltet, um ein sichtbares Zeichen für Klima- und Naturschutz zu setzen. Was 2007 in Sydney als lokale Initiative begann, hat sich zu einer der größten globalen Umweltschutzaktionen entwickelt.
Die Teilnahme an der Earth Hour ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Jährlich beteiligen sich mittlerweile Millionen von Menschen, Gemeinden und Unternehmen an dieser symbolischen Aktion. Der WWF, der die Initiative vor fast zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen hat, verfolgt damit ein klares Ziel: Bewusstsein für die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen und konkretes Engagement zu fördern.
Die Aktion geht weit über das symbolische Ausschalten von Lichtern hinaus. Sie soll Menschen dazu motivieren, "eine Stunde für die Erde" zu widmen und über ihren persönlichen Beitrag zum Umweltschutz nachzudenken. Der WWF stellt auf seiner Website umfangreiche Tipps und Anleitungen für Gemeinden, Unternehmen und Haushalte zur Verfügung, wie sie sich aktiv beteiligen können.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterstützt die WWF-Initiative und nutzt die Gelegenheit für einen eindringlichen Appell. "Klimaschutz ist in den letzten Jahren oft im Schatten gestanden, viele Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger bremsen weiterhin mit aller Kraft oder - schlimmer noch - haben den Rückwärtsgang eingelegt", kritisiert Van der Bellen.
Der Bundespräsident sieht in der Earth Hour eine wichtige Erinnerungsfunktion: "Mit dem gemeinsamen Zeichen der Earth Hour für den Klimaschutz erinnern wir daran, dass wir viel mehr tun müssen, um unser Klima – um uns – zu schützen. Denn im Rückwärtsgang werden wir keine Klimaziele erreichen."
Diese deutlichen Worte des Staatsoberhauptes spiegeln die wachsende Ungeduld vieler Österreicherinnen und Österreicher mit dem schleppenden Fortschritt bei Klimaschutzmaßnahmen wider. Van der Bellens Unterstützung verleiht der Aktion zusätzliches politisches Gewicht.
WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides wählt noch drastischere Worte und bezeichnet die Earth Hour als "weltweiten Weckruf" an die Politik. Sie betont die Dringlichkeit der aktuellen Situation: "Angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise ist entschlossenes Handeln dringender denn je. Alle politisch Verantwortlichen stehen in der Pflicht."
Johanides macht dabei eine wichtige Verbindung zwischen Umweltschutz und gesellschaftlicher Stabilität: "Die fortschreitende Erderhitzung und der dramatische Verlust unserer natürlichen Lebensgrundlagen zählen zu den größten Bedrohungen für Sicherheit und Wohlstand." Ihre Schlussfolgerung ist eindeutig: "Deshalb müssen Klima- und Naturschutz auch inmitten geopolitischer Krisen oberste Priorität haben."
Die erste WWF Earth Hour fand am 31. März 2007 in Sydney statt. Was als lokale Aktion in der australischen Metropole begann, entwickelte sich schnell zu einem globalen Phänomen. Die Idee war einfach, aber wirkungsvoll: Durch das gemeinsame Ausschalten von Lichtern sollte ein sichtbares Zeichen für den Umweltschutz gesetzt werden.
Über die Jahre hinweg haben sich immer mehr berühmte Wahrzeichen der Aktion angeschlossen. Von der Sydney Harbour Bridge über den Eiffelturm in Paris bis hin zum Empire State Building in New York – die Liste der teilnehmenden Sehenswürdigkeiten wächst kontinuierlich.
Während Kritiker argumentieren könnten, dass das einstündige Ausschalten von Lichtern nur symbolischen Wert hat, betont der WWF die tiefergehende Bedeutung der Aktion. Es geht nicht primär um die tatsächliche Energieeinsparung während dieser einen Stunde, sondern um die Bewusstseinsbildung und die Motivation zu langfristigem Engagement.
Die Earth Hour dient als Katalysator für weitergehende Umweltschutzmaßnahmen. Viele Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, um über ihren eigenen ökologischen Fußabdruck nachzudenken und konkrete Veränderungen in ihrem Alltag zu implementieren.
Die diesjährige Earth Hour findet vor dem Hintergrund verschärfter Umweltprobleme statt. Die Klima- und Biodiversitätskrise hat sich in den letzten Jahren weiter zugespitzt, was die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen unterstreicht.
Österreich ist von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und extreme Wetterereignisse zeigen sich bereits heute deutlich. Gleichzeitig ist der Verlust der Biodiversität ein zunehmendes Problem, das die natürlichen Lebensgrundlagen bedroht.
Die Statements von Bundespräsident Van der Bellen und WWF-Geschäftsführerin Johanides machen deutlich, dass die Earth Hour auch eine politische Dimension hat. Sie dient als Plattform, um Druck auf Entscheidungsträger auszuüben und die Umsetzung ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen zu fordern.
In einem Jahr, in dem verschiedene geopolitische Krisen die Aufmerksamkeit beanspruchen, betonen beide die Notwendigkeit, Umweltschutz nicht aus den Augen zu verlieren. Die Earth Hour wird somit zu einem Instrument, um Prioritäten zu setzen und die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit zu unterstreichen.
Die Teilnahme an der Earth Hour ist denkbar einfach. Am 28. März zwischen 20:30 und 21:30 Uhr können alle das Licht ausschalten und so ein Zeichen setzen. Doch der WWF ermutigt zu weitergehendem Engagement:
Unternehmen und Gemeinden können ebenfalls aktiv werden, indem sie ihre Gebäude und öffentlichen Beleuchtungen ausschalten und die Aktion nutzen, um über nachhaltige Praktiken zu informieren.
Nach 20 Jahren Earth Hour lässt sich eine positive Bilanz ziehen. Die Aktion hat maßgeblich dazu beigetragen, das Bewusstsein für Umweltthemen zu schärfen und Menschen weltweit zu motivieren. Sie hat gezeigt, dass globale Zusammenarbeit bei Umweltschutzthemen möglich ist.
Gleichzeitig machen die aktuellen Umweltkrisen deutlich, dass symbolische Aktionen allein nicht ausreichen. Die Earth Hour muss als Startpunkt für weitergehende Maßnahmen verstanden werden. Der WWF nutzt die Aufmerksamkeit, die die Aktion generiert, um für konkrete politische und gesellschaftliche Veränderungen zu werben.
Die Unterstützung durch Bundespräsident Van der Bellen zeigt, dass Umweltschutz auch auf höchster politischer Ebene Priorität hat. Dies könnte dazu beitragen, dass in Österreich in den kommenden Jahren ambitioniertere Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Die 20. WWF Earth Hour kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Während die Welt mit verschiedenen Krisen kämpft, erinnert die Aktion daran, dass der Schutz unseres Planeten nicht warten kann. Die Beteiligung von Millionen Menschen weltweit zeigt, dass das Bewusstsein für Umweltthemen vorhanden ist.
Nun gilt es, dieses Bewusstsein in konkrete Taten umzusetzen. Die Earth Hour kann dabei als Katalysator dienen – für individuelle Verhaltensänderungen ebenso wie für politische Entscheidungen. Bundespräsident Van der Bellen und WWF-Geschäftsführerin Johanides haben die Richtung vorgegeben: Weg vom "Rückwärtsgang" hin zu entschlossenem Handeln für den Schutz unseres Klimas und unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
Am 28. März haben alle die Möglichkeit, Teil dieser globalen Bewegung zu werden. Eine Stunde ohne Licht – für eine bessere Zukunft unseres Planeten.