Deutlich mehr Erfindungen und Marken angemeldet - erste Steigerung seit 2021
Das Österreichische Patentamt verzeichnet 2025 einen Aufschwung: 4,4% mehr Erfindungen und 13% mehr Markenanmeldungen als im Vorjahr.
Österreichs Innovationslandschaft zeigt wieder Aufwärtstrend: Nach einem schwächeren Jahr 2024 verzeichnet das Österreichische Patentamt für 2025 deutliche Zuwächse bei Erfindungs- und Markenanmeldungen. Die heute veröffentlichten Zahlen signalisieren eine Trendwende am heimischen Innovationsstandort.
Mit 2.272 Erfindungsanmeldungen - bestehend aus Patenten und Gebrauchsmustern - verzeichnete das Österreichische Patentamt ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher fiel die Steigerung bei den Markenanmeldungen aus: 5.022 angemeldete Marken bedeuten einen Zuwachs von 13 Prozent und erstmals seit 2021 wieder ein Überschreiten der 5.000er-Marke.
"Diese Zahlen sind ein äußerst positives Signal für den Wirtschaftsstandort", kommentiert Peter Hanke, Minister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. "Sie zeigen, dass die Innovationskraft der Österreicherinnen und Österreicher nicht nur ungebrochen, sondern sogar im Steigen ist."
Bei der regionalen Verteilung der Erfindungsanmeldungen liegt Oberösterreich mit 496 Anmeldungen erneut an der Spitze. Die Steiermark folgt mit 435 Erfindungen auf Platz zwei, Wien mit 428 Anmeldungen auf dem dritten Rang. Berechnet man jedoch die Erfindungen pro Kopf der Bevölkerung, führt Vorarlberg die Statistik an.
Die Dominanz einzelner Unternehmen bei Patentanmeldungen bleibt bestehen: Das steirische Technologieunternehmen AVL List führt mit 179 angemeldeten Erfindungen deutlich vor der Julius Blum GmbH (105 Erfindungen) und Siemens Mobility Austria (32 Erfindungen).
Bemerkenswert ist die Präsenz von Forschungseinrichtungen unter den Top-Anmeldern: Die TU Wien schaffte es mit 25 Anmeldungen auf Platz fünf im Gesamtranking. Das Austrian Institute of Technology (AIT) ist mit zwölf angemeldeten Erfindungen die aktivste außeruniversitäre Forschungseinrichtung.
Besonders erfreulich entwickelt sich die internationale Dimension des österreichischen Markenschutzes. Bei Unionsmarken, die über das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) angemeldet werden, verzeichneten österreichische Anmelder 4.095 Anmeldungen - ein Plus von 15,5 Prozent. Damit belegt Österreich Rang sieben unter allen EU-Staaten.
Auch das Internationale System zur Anmeldung von Marken über die Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) wird von österreichischen Unternehmen intensiv genutzt. Die beliebtesten Zielländer für Markenschutz sind die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die USA.
Bei den Markenanmeldungen führen die Österreichischen Lotterien die Liste an, gefolgt von Biogena und Apovid Service (ex aequo) sowie Red Bull. Diese Verteilung zeigt die Bandbreite der österreichischen Wirtschaft von traditionellen Glücksspielen über Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu Energy-Drinks.
Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamts, sieht den Trend positiv: "Der deutliche Aufschwung macht uns zuversichtlich - und es zeigt sich, dass trotz herausfordernder wirtschaftlicher Lage gerade auch kleine und mittlere Unternehmen den Wert ihres geistigen Eigentums zunehmend erkennen."
Dies spiegelt sich auch in der verstärkten Nutzung der Patentamt-Services wider: Erstmals wurden in einem Jahr mehr als 1.000 Erfindungs-Services in Anspruch genommen. Das Angebot reicht von niederschwelligen Beratungen wie "IP Buddy" für Schüler und Studierende über Recherche-Services wie den "Erfindungs-Check" bis zu speziellen KMU-Angeboten wie dem "Patent.Scheck".
Auch Marken-Services wie der "Pre Check Marke" und Markenähnlichkeitsrecherchen werden immer beliebter: 738 Marken-Services im Jahr 2025 stellen einen neuen Rekord dar.
Die Attraktivität Österreichs als Standort für Markenschutz zeigt sich auch in den internationalen Anmeldungen: 1.567 ausländische Anmelder suchten 2025 Markenschutz in Österreich. Diese kommen hauptsächlich aus Deutschland, der Schweiz und China - ein Indiz für die Bedeutung des österreichischen Marktes.
Die steigenden Anmeldezahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung geistigen Eigentums für die österreichische Wirtschaft. Patente und Marken werden zunehmend als wichtige Assets erkannt, die entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sind.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sich der positive Trend trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten durchsetzt. Dies deutet darauf hin, dass österreichische Unternehmen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Markenschutz als strategisch wichtig erachten.
Das Österreichische Patentamt arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung seiner Services. "Damit wir alle kreativen und innovativen Köpfe in Österreich bestmöglich unterstützen können, optimieren und modernisieren wir stetig unser Serviceangebot", erklärt Präsident Harasek.
Die positive Entwicklung bei Erfindungen und Marken ist ein ermutigendes Signal für den Innovationsstandort Österreich. Sie zeigt, dass trotz globaler Herausforderungen die heimische Wirtschaft weiterhin auf Innovation und Kreativität setzt - wichtige Grundlagen für zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg.
Der vollständige Jahresbericht des Österreichischen Patentamts ist unter 2025.patentamt.at verfügbar und bietet detaillierte Einblicke in die österreichische Innovationslandschaft.