In einer Zeit, in der soziale, ökonomische und ökologische Krisen die Schlagzeilen dominieren, geraten die Auswirkungen der jüngsten wohnbaupolitischen Entscheidungen in Österreich zunehmend in den Fokus. Die Pressekonferenz der ARGE Eigenheim am 4. September 2025 warnt vor den schleichenden, aber a
In einer Zeit, in der soziale, ökonomische und ökologische Krisen die Schlagzeilen dominieren, geraten die Auswirkungen der jüngsten wohnbaupolitischen Entscheidungen in Österreich zunehmend in den Fokus. Die Pressekonferenz der ARGE Eigenheim am 4. September 2025 warnt vor den schleichenden, aber alarmierenden Effekten, die diese Entscheidungen auf die Mieter haben. Während Maßnahmen wie Mietendeckel und der Rückzug aus der Objektförderung zunächst als Entlastung erscheinen, zahlen letztlich die Mieter den Preis – durch verbotene Ablösen und die Verknappung leistbaren Wohnraums.
Die ARGE Eigenheim, vertreten durch Obfrau Isabella Stickler und Alexis Mundt vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen, hebt hervor, dass die derzeitige Lage als gefährlich unterschätzt wird. Die Einführung von Mietendeckeln und der Rückzug von Fördermitteln für Neubauten und Sanierungen haben zu einem drastischen Anstieg der Wohnkosten geführt. 2024 wurden lediglich 14.000 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang von 9 % im Vergleich zum Vorjahr.
Durch die Wohnraumverknappung steigt der Wert unbefristeter Mietverträge im regulierten Bereich, was verbotene Ablösen begünstigt. Diese Praxis schadet den Mietern, die häufig unwissentlich überhöhte Zahlungen leisten. Die ARGE Eigenheim hat daher einen Informationsfolder herausgebracht, um Mieter über ihre Rechte aufzuklären und vor unrechtmäßigen Zahlungen zu schützen.
Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Österreich trotz der Probleme mit der Leistbarkeit des Wohnens eine stabile Wohnkostenbelastung von etwa 18 % des verfügbaren Haushaltseinkommens aufweist. Diese Zahl ist im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo die Wohnkosten bei etwa 25 % des Einkommens liegen, relativ niedrig. Diese Stabilität ist jedoch trügerisch, da der Druck auf die Mieter durch die zunehmende Knappheit an leistbarem Wohnraum wächst.
Ein wesentlicher Stolperstein für die Leistbarkeit des Wohnens ist die sogenannte Insider-Outsider-Problematik. Haushalte mit Altmietverträgen oder unbefristeten, kosten-gedeckelten Mietverträgen sind gut versorgt, während andere mit teuren Marktmieten konfrontiert sind. Besonders in urbanen Märkten ist der Bedarf nach günstigen Wohnformen nicht gedeckt, was durch den Rückgang im geförderten Wohnbau noch verschärft wird.
Die ARGE Eigenheim fordert verlässliche Rahmenbedingungen, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Dazu gehören stabile Konjunkturmaßnahmen, die den Wohnbau berücksichtigen, und eine aktive Bodenpolitik. Eine Studie des WIFO aus 2023 zeigt, dass ein höherer Anteil geförderter Wohnungen zu sinkenden Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt führt. Öffentliche Flächen sollten daher prioritär für geförderten Wohnbau bereitgestellt werden.
Die Zukunft des Wohnens in Österreich hängt entscheidend von den politischen Entscheidungen ab, die jetzt getroffen werden. Gemeinnützige Bauvereinigungen, die nicht spekulativ handeln, benötigen faire Regeln, um auch in Zukunft einen sicheren und leistbaren Wohnraum zu garantieren. Die ARGE Eigenheim betont, dass verbotene Ablösen, Wohnraumknappheit und steigende Kosten nicht zur neuen Normalität werden dürfen.
Insgesamt zeigt sich, dass die aktuelle Wohnbaupolitik in Österreich einer dringenden Überprüfung bedarf. Die Mieter dürfen nicht die Leidtragenden von Maßnahmen sein, die eigentlich Entlastung bringen sollten. Es bleibt abzuwarten, ob die Forderungen der ARGE Eigenheim in der politischen Arena Gehör finden und sich die Situation für die Mieter verbessert.