Der Frühling bringt für Haustierbesitzer in Wien neue Herausforderungen und Möglichkeiten mit sich. Die neueste Ausgabe des kostenlosen Tierschutzmagazins "Tierisch Gut" der Stadt Wien widmet sich ...
Der Frühling bringt für Haustierbesitzer in Wien neue Herausforderungen und Möglichkeiten mit sich. Die neueste Ausgabe des kostenlosen Tierschutzmagazins "Tierisch Gut" der Stadt Wien widmet sich genau diesen saisonalen Themen und bietet wertvolle Ratschläge für verantwortungsvolle Tierhaltung. Von der optimalen Frühjahrsvorbereitung für Kaninchen bis hin zu kritischen Betrachtungen über Qualzucht – das Magazin deckt ein breites Spektrum aktueller Tierschutzthemen ab.
Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnt für viele Kaninchenhaltende die Zeit der Frühjahrsvorbereitung. Das Wiener Tierschutzmagazin erklärt detailliert, worauf dabei zu achten ist. Kaninchen, die als domestizierte Nachfahren der europäischen Wildkaninchen gelten, haben spezielle Bedürfnisse beim Übergang von der kalten zur warmen Jahreszeit.
Die Außenhaltung von Kaninchen erfordert besondere Aufmerksamkeit beim Fellwechsel, der typischerweise im Frühjahr stattfindet. Während dieser Zeit verlieren die Tiere ihr dichtes Winterfell und entwickeln das leichtere Sommerfell. Halterinnen und Halter sollten ihre Schützlinge daher regelmäßig bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden und die natürliche Fellpflege zu unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die schrittweise Gewöhnung an längere Außenzeiten. Kaninchen, die den Winter überwiegend im Stall verbracht haben, müssen langsam an die intensivere UV-Strahlung gewöhnt werden. Experten empfehlen, die Außenzeiten täglich um 30 bis 60 Minuten zu verlängern, um Sonnenbrand und Stress zu vermeiden.
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Frühjahrsvorbereitung. Während der Wintermonate ernähren sich Kaninchen hauptsächlich von Heu, Trockenfutter und gelagerten Gemüsesorten. Mit dem Frühjahr können frische Kräuter und Gräser langsam wieder eingeführt werden. Jedoch ist Vorsicht geboten: Eine zu schnelle Umstellung kann zu Verdauungsproblemen führen.
Das Wiener Veterinäramt empfiehlt eine schrittweise Integration von Frischfutter über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Besonders geeignet sind Löwenzahn, Gänseblümchen und junges Gras, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind. Gleichzeitig sollte die Menge an Trockenfutter entsprechend reduziert werden, um Übergewicht zu vermeiden.
Ein besonders sensibles Thema behandelt das Magazin mit der Aufklärung über Scottish Fold Katzen, eine Rasse, die aufgrund ihrer charakteristischen gefalteten Ohren große Beliebtheit genießt, aber gleichzeitig als problematische Qualzucht gilt. Diese Katzenrasse, die ursprünglich aus Schottland stammt, trägt eine genetische Mutation, die nicht nur die Ohrenform beeinflusst, sondern auch schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursacht.
Die gefalteten Ohren entstehen durch eine Knorpeldeformation, die als Osteochondrodysplasie bezeichnet wird. Diese Erkrankung betrifft nicht nur die Ohren, sondern das gesamte Knorpelgewebe des Körpers. Betroffene Katzen leiden häufig unter schmerzhaften Gelenkproblemen, Wirbelsäulendeformationen und Bewegungseinschränkungen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet die Zucht von Tieren, bei denen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Dennoch werden Scottish Fold Katzen weiterhin gezüchtet und verkauft, oft ohne dass die Käufer über die gesundheitlichen Risiken aufgeklärt werden.
Tierärzte können die Osteochondrodysplasie bereits im jungen Alter durch Röntgenaufnahmen diagnostizieren. Typische Anzeichen sind verkürzte und verdickte Schwänze, steife Gelenke und ein auffälliger Gang. Viele betroffene Katzen zeigen bereits im ersten Lebensjahr Symptome, die eine lebenslange Schmerztherapie erforderlich machen.
Die Behandlungskosten für Scottish Fold Katzen können sich über die Lebensdauer der Tiere auf mehrere tausend Euro belaufen. Neben den finanziellen Aspekten steht jedoch das Tierwohl im Vordergrund. Viele Katzen müssen bereits in jungen Jahren eingeschläfert werden, da ihre Schmerzen nicht mehr kontrollierbar sind.
Einen Einblick in die tägliche Arbeit der Wiener Tierrettung bietet ein ausführlicher Bericht über einen Tag im TierQuarTier Wien. Diese Einrichtung, die als größtes Tierheim Österreichs gilt, versorgt jährlich über 3.000 Tiere und führt mehr als 1.500 Rettungseinsätze durch.
Die Tierrettung Wien ist rund um die Uhr im Einsatz und kümmert sich um verletzte, kranke oder in Not geratene Tiere. Das Team besteht aus ausgebildeten Tierpflegern, Tierärzten und Rettungssanitätern, die mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen unterwegs sind. Neben der akuten Notfallversorgung gehört auch die Bergung von Tieren aus misslichen Lagen zu ihren Aufgaben.
Ein typischer Arbeitstag beginnt bereits um 6 Uhr morgens mit der Überprüfung der Notrufe, die über die Nacht eingegangen sind. Die häufigsten Einsätze betreffen verletzte Vögel, überfahrene Katzen und entlaufene Hunde. Aber auch exotische Fälle wie entflohene Schlangen oder verletzte Wildtiere stehen auf der Tagesordnung.
Die Wiener Tierrettung arbeitet eng mit der Polizei, der Feuerwehr und niedergelassenen Tierärzten zusammen. Bei komplexeren Fällen, wie der Befreiung von Tieren aus Tierhortungen oder bei Verdacht auf Tierquälerei, werden auch die Veterinärbehörden hinzugezogen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet, dass jedes Tier die bestmögliche Versorgung erhält.
Besonders bemerkenswert ist die präventive Arbeit des TierQuarTier Wien. Neben der Notfallversorgung bietet die Einrichtung auch Beratung für Tierhalter, Vermittlungsarbeit und Aufklärung über artgerechte Tierhaltung. Programme für Schulklassen und öffentliche Veranstaltungen tragen dazu bei, das Bewusstsein für Tierschutz in der Bevölkerung zu stärken.
Ein weiteres wichtiges Thema behandelt das Magazin mit praktischen Tipps des Wiener Hunde-Teams zum Training des Alleinbleibens. Trennungsangst ist eines der häufigsten Verhaltensprobleme bei Hunden und kann sowohl für die Tiere als auch für ihre Besitzer zu erheblichen Belastungen führen.
Das systematische Training des Alleinbleibens sollte bereits im Welpenalter beginnen und schrittweise aufgebaut werden. Experten empfehlen, mit sehr kurzen Abwesenheiten von nur wenigen Minuten zu starten und diese langsam zu steigern. Wichtig ist dabei, dass der Hund lernt, dass das Weggehen des Menschen etwas Normales ist und dass dieser immer wieder zurückkommt.
Die Wiener Hundetrainer betonen die Bedeutung einer ruhigen Atmosphäre beim Verlassen und Betreten der Wohnung. Dramatische Abschiedsszenen oder überschwängliche Begrüßungen können die Trennungsangst verstärken. Stattdessen sollten diese Situationen möglichst neutral gestaltet werden.
Neben dem eigentlichen Training spielt auch die Gestaltung der Umgebung eine wichtige Rolle. Hunde, die sich langweilen, neigen eher zu destruktivem Verhalten während der Abwesenheit ihrer Besitzer. Intelligenzspielzeug, Kauknochen oder gefüllte Kong-Spielzeuge können dabei helfen, die Zeit sinnvoll zu überbrücken.
Die räumliche Gestaltung sollte dem Hund Sicherheit vermitteln. Ein ruhiger Rückzugsort mit dem gewohnten Körbchen und vertrauten Gegenständen hilft dabei, Stress zu reduzieren. Manche Hunde profitieren auch von leiser Hintergrundmusik oder dem Duft ihrer Besitzer an einem Kleidungsstück.
Mit dem Frühling beginnt auch die Zeit, in der viele junge Wildtiere geboren werden. Das Magazin klärt über den richtigen Umgang mit scheinbar hilflosen Jungtieren auf und erklärt, warum gut gemeinte Hilfe oft mehr schadet als nützt.
Viele Menschen entdecken im Frühling junge Rehkitze, Hasenbabys oder Jungvögel und glauben fälschlicherweise, diese seien verwaist oder in Not. Tatsächlich ist es jedoch völlig normal, dass Muttertiere ihre Jungen für mehrere Stunden alleine lassen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Diese Überlebensstrategie schützt den Nachwuchs vor Fressfeinden, da die Jungtiere noch keinen Eigengeruch haben.
Die Wiener Naturschutzexperten appellieren eindringlich an die Bevölkerung, gefundene Wildtierjunge nicht anzufassen oder mitzunehmen. Der menschliche Geruch kann dazu führen, dass die Mutter ihr Junges nicht mehr annimmt. Zudem ist die Aufzucht von Wildtieren ohne entsprechende Genehmigung nach dem Wiener Naturschutzgesetz verboten.
Echte Notfälle bei Wildtieren erkennt man an offensichtlichen Verletzungen, Schwäche oder wenn die Tiere sich in akuter Gefahr befinden. In solchen Fällen sollte umgehend die Wiener Tierrettung oder die MA 49 - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb kontaktiert werden. Professionelle Wildtierpfleger können dann entscheiden, ob und welche Hilfe erforderlich ist.
Besonders problematisch ist die unsachgemäße Fütterung von Wildtieren. Brot, Milch oder andere menschliche Nahrungsmittel können bei Wildtieren schwere Verdauungsprobleme oder sogar den Tod verursachen. Darüber hinaus gewöhnen sich gefütterte Tiere an den Menschen und verlieren ihre natürliche Scheu, was langfristig problematisch werden kann.
Ein besonderes Highlight des Magazins ist der Bericht über die Transformation des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee zu einem Natura 2000 Schutzgebiet. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie aus industriell genutzten Flächen wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten entstehen können.
Der Verschiebebahnhof Breitenlee wurde über Jahrzehnte für den Güterverkehr genutzt und galt als ökologisch wertlos. Nach der Stilllegung des Betriebs entwickelte sich auf den brachliegenden Flächen jedoch eine einzigartige Trockenvegetation, die heute als Lebensraum für zahlreiche geschützte Arten dient.
Das Natura 2000 Netzwerk ist ein europaweites System von Schutzgebieten, das dem Erhalt der biologischen Vielfalt dient. In Österreich umfasst es etwa 15 Prozent der Landesfläche und schützt über 200 Lebensraumtypen sowie mehr als 800 Tier- und Pflanzenarten.
Auf dem Gelände des ehemaligen Verschiebebahnhofs haben sich seltene Pflanzenarten wie die Pannonische Platterbse oder der Österreichische Beifuß angesiedelt. Diese Arten sind an die speziellen Bedingungen von Schotterflächen und mageren Böden angepasst und kommen in der intensiv genutzten Kulturlandschaft kaum noch vor.
Auch die Tierwelt profitiert von diesem besonderen Lebensraum. Verschiedene Reptilienarten wie die Östliche Smaragdeidechse finden hier ideale Bedingungen vor. Die strukturreichen Flächen mit ihrem Wechsel aus offenen Bereichen und Gehölzgruppen bieten zudem zahlreichen Vogelarten Brut- und Nahrungshabitate.
Das Magazin würdigt auch Wiens führende Rolle beim Klimaschutz und der Treibhausgasreduktion. Die österreichische Hauptstadt hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und bis 2040 klimaneutral zu werden. Dieses Vorhaben wirkt sich auch direkt auf den Tierschutz und die Biodiversität in der Stadt aus.
Wien hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 Prozent reduziert, obwohl die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um etwa 300.000 Menschen gewachsen ist. Diese Leistung wurde durch eine Kombination aus erneuerbaren Energien, energieeffizienter Gebäudesanierung und nachhaltiger Verkehrspolitik erreicht.
Die Klimaschutzmaßnahmen umfassen auch umfangreiche Begrünungsprojekte, die nicht nur CO2 binden, sondern auch Lebensräume für städtische Wildtiere schaffen. Dachgärten, Fassadenbegrünungen und die Anlage neuer Parks tragen zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Förderung der Artenvielfalt bei.
Der Klimawandel stellt auch für die Wiener Tierwelt eine große Herausforderung dar. Höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen die Lebensbedingungen vieler Arten. Gleichzeitig ermöglichen sie aber auch die Ansiedlung neuer Arten, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen.
Die Stadt Wien beobachtet diese Entwicklungen genau und passt ihre Naturschutzstrategien entsprechend an. Wildtierkorridore werden geschaffen, um den Tieren die Anpassung an die veränderten Bedingungen zu erleichtern. Gleichzeitig werden heimische Arten durch gezielte Schutzmaßnahmen unterstützt.
Das Tierschutzmagazin "Tierisch Gut" erscheint viermal jährlich und kann kostenlos über die Website der Stadt Wien abgerufen werden. Interessierte können sowohl die digitale Version nutzen als auch die gedruckte Ausgabe bestellen. Ein elektronisches Abonnement sorgt dafür, dass keine Ausgabe verpasst wird.
Die Redaktion des Magazins arbeitet eng mit dem Wiener Veterinäramt, Tierschutzorganisationen und Experten zusammen, um aktuelle und fundierte Informationen zu liefern. Dabei wird großer Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit und praktische Anwendbarkeit gelegt.
Für Rückfragen und weiterführende Informationen steht das Team des Veterinäramts und Tierschutzes der Stadt Wien zur Verfügung. Die aktuelle Ausgabe sowie alle Archivausgaben können auf der städtischen Website eingesehen werden, wo auch zusätzliche Ressourcen und Links zu weiterführenden Informationen zu finden sind.