Wenn ein Viertel des Personals wegfällt, ist das kein Sparpaket mehr, sondern systematische Zerstörung
Sigi Maurer nennt die geplanten Uni-Kürzungen einen "historischen Angriff". Uniko warnt vor einem Viertel weniger Personal; Universitäten planen Proteste.
Nach dem Auftritt der Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Brigitte Hütter, in der ZIB 2 verschärfen die Grünen ihre Kritik an den geplanten Kürzungen im Hochschulbereich. Die Wissenschaftssprecherin und stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Sigi Maurer, spricht von einem "historischen Angriff auf Universitäten, Forschung und Zukunftschancen".
"Wenn die Präsidentin der uniko öffentlich davon spricht, dass ein Viertel weniger Personalbudget ein Viertel weniger Forschende, Lehrende und Universitätsmitarbeiter:innen bedeutet, dann reden wir nicht mehr über Effizienzmaßnahmen, sondern über einen massiven Kahlschlag", sagt Maurer.
Besonders alarmierend sei, dass die uniko nun sogar aus dem Hochschulprozess aussteigt und Universitäten Demonstrationen vorbereiten. "Dass die Universitäten zu solchen Mitteln greifen müssen, zeigt, wie dramatisch die Situation ist. Offenbar sieht selbst die uniko keinen ernsthaften Gesprächswillen dieser Bundesregierung mehr", so Maurer.
Maurer übt scharfe Kritik an der SPÖ: "Die SPÖ stellt den Vizekanzler, den Finanzminister und die Wissenschaftsministerin – und gleichzeitig wird bei Universitäten eine Milliarde Euro gestrichen." Sie verweist darauf, dass Milliarden in die Lobauautobahn und klimaschädliche Subventionen fließen, während bei Wissenschaft gespart werde.
Zur Aussage von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, "Wissenschaft und Forschung sind keine Schwerpunkte dieser Regierung", sagt Maurer, dies sei "ein politischer Offenbarungseid". "Eine Wissenschaftsministerin, die akzeptiert, dass Forschung kein Schwerpunkt ist, verwaltet nicht nur den Niedergang, sie legitimiert ihn auch", kritisiert sie.
Die Folgen der Kürzungen nennt Maurer massiv: schlechtere Betreuungsverhältnisse an den Unis, weniger Studienplätze, prekäre Arbeitsbedingungen, schlechtere und langsamere Betreuung kranker Personen in den Unikliniken sowie ein drastischer Verlust internationaler Wettbewerbsfähigkeit. "Wer junge Menschen, Forschende und Universitäten im Stich lässt, verspielt Österreichs Zukunft. Jeder Euro, der heute bei Wissenschaft und Innovation gestrichen wird, fehlt morgen bei Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichem Fortschritt", betont Maurer abschließend.
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