Historisches Wahrzeichen am Schwarzenbergplatz muss umfassend erneuert werden
Der über 150 Jahre alte Hochstrahlbrunnen wird ab Ende 2027 bis 2029 saniert. Die Stadt Wien investiert 12 Millionen Euro in die Erneuerung.
Ein Wahrzeichen der Wiener Innenstadt steht vor einer umfassenden Erneuerung: Der berühmte Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz wird ab Ende 2027 für eineinhalb Jahre außer Betrieb genommen und grundlegend saniert. Die Arbeiten sollen bis zum Start der Brunnensaison 2029 abgeschlossen sein, wie die Stadt Wien bekannt gab.
Eine im vergangenen Jahr durchgeführte Studie brachte alarmierende Ergebnisse zutage: Die Bausubstanz und die technischen Anlagen des über 150 Jahre alten Brunnens weisen erhebliche Schäden auf. "Eine umfassende Sanierung ist unumgänglich für den weiteren Betrieb und den langfristigen Erhalt der historischen Anlage", heißt es in der Mitteilung der Stadt Wien.
"Der Hochstrahlbrunnen ist ein eindrucksvolles Symbol für die hochwertige Wasserversorgung in Wien, das die Menschen bei Tag und Nacht begeistert", erklärt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. "Die Sanierung dieses historischen Denkmals sichert den Betrieb für künftige Generationen und bewahrt damit eine kühle Oase für die Wienerinnen und Wiener und eine touristische Attraktion mitten in der Stadt."
Für die Planung und Sanierung des Hochstrahlbrunnens sind in den Jahren 2026 bis 2029 Gesamtkosten von 12 Millionen Euro vorgesehen. Die Investition ist bereits in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt Wien berücksichtigt und wird auf mehrere Jahresraten aufgeteilt. Die erforderlichen Beschlüsse sollen am 25. Februar 2026 im Wiener Gemeinderatsausschuss für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal sowie am 25. März 2026 im Wiener Gemeinderat erfolgen.
Die aufwendige Sanierung umfasst die Erneuerung der baulichen und technischen Anlagen sowohl im Brunnenbecken als auch in der Brunnenstube unterhalb des Beckens. Das historische Steinmaterial des Beckens wird dabei abgetragen, fachmännisch instandgesetzt und detailgetreu neu aufgebaut.
Die Arbeiten erfolgen unter enger Einbeziehung des Bundesdenkmalamtes, um den historischen Charakter der Anlage zu bewahren. "Durch die umsichtige Erneuerung wird das bekannte Erscheinungsbild des Hochstrahlbrunnens erhalten", versichert die Stadt. Bereits heuer beginnen die Vorarbeiten für die detaillierte Planung der Sanierungsmaßnahmen.
Der Hochstrahlbrunnen wurde 1873 von Antonio Gabrielli errichtet, dem englischen Bauunternehmer, der auch den Auftrag für den Bau der I. Wiener Hochquellenleitung erhielt. Die feierliche Eröffnung am 24. Oktober 1873 durch Kaiser Franz Josef und Bürgermeister Cajetan Felder markierte einen Meilenstein in der Geschichte der Wiener Wasserversorgung.
"Die Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Wiener Wasserversorgung. Seither bringt die I. Hochquellenleitung der Stadt frisches Quellwasser. Das war ein Fortschritt für die öffentliche Gesundheit und die moderne städtische Infrastruktur", betont Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser.
Die Gestaltung des Brunnens ist reich an astronomischer Symbolik: Am Beckenrand befinden sich 365 kleine Springbrunnen, die die Tage des Jahres symbolisieren. Die sechs Springbrunnen zwischen Beckenrand und innerer Insel ("Königsschlösser") sowie die Insel selbst entsprechen den sechs Wochentagen und dem Sonntag. Zwölf hohe Strahlen versinnbildlichen die Monate, 24 niedrige die Stunden des Tages und 30 Strahlen in der mittleren Insel die Tage des Monats.
Der Hochstrahlbrunnen mit seinem rund 40 Meter Durchmesser ist jedes Jahr vom Weltwassertag am 22. März bis zur Winterpause im Herbst in Betrieb. Die Höhe der gewaltigen Fontäne in der Mitte wird entsprechend der Windverhältnisse durch einen Sensor gesteuert, um optimale Bedingungen zu gewährleisten.
Seit 2014 sorgt moderne LED-Lichttechnik für die spektakulären nächtlichen Farblichtspiele, die den Brunnen zu einer besonderen Attraktion machen. Um Wasser zu sparen, wird der Brunnen mit Pumpen im Umwälzbetrieb geführt - ein Beispiel für nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource.
Der Hochstrahlbrunnen zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Wiens und zieht jährlich unzählige Touristen und Einheimische an. Während der Sanierungszeit von Ende 2027 bis 2029 müssen Besucher zwar auf das spektakuläre Wasserspiel verzichten, doch die Investition sichert das Fortbestehen dieser "kühlen Oase" mitten in der Stadt für kommende Generationen.
Die umfassende Erneuerung zeigt das Engagement der Stadt Wien für den Erhalt ihrer historischen Denkmäler und unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung einer modernen, nachhaltigen Infrastruktur. Mit der geplanten Sanierung wird sichergestellt, dass der Hochstrahlbrunnen auch in Zukunft als Symbol für die hochwertige Wiener Wasserversorgung und als beliebte Attraktion fungieren kann.