Internationaler Gipfel zur nachhaltigen Bioökonomie in Schönbrunn
Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft diskutieren in Wien über die Zukunft der waldbasierten Bioökonomie und nachhaltige Forstwirtschaft.
Wien rückt Ende Februar ins internationale Rampenlicht der nachhaltigen Forstwirtschaft: Im Rahmen des Global Summit "Advancing Sustainable Forest-based Bioeconomy Approaches" treffen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der österreichischen Hauptstadt. Bundesminister Norbert Totschnig, EU-Kommissarin Jessika Roswall und die südafrikanische stellvertretende Generaldirektorin Pumeza Nodada präsentieren dabei aktuelle Entwicklungen im Bereich der waldbasierten Bioökonomie.
Der Global Summit ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Länder und internationaler Organisationen. Österreich und Südafrika führen die Veranstaltung in Kooperation mit Australien, Finnland, Japan und der Türkei durch. Unterstützt werden sie von bedeutenden UN-Organisationen wie der Food and Agriculture Organization (FAO), der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) und dem United Nations Forum on Forests Secretariat (UNFFS).
Diese breite internationale Zusammenarbeit unterstreicht die globale Bedeutung nachhaltiger Forstwirtschaft und zeigt, dass Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen können. Die Bioökonomie, die auf nachwachsenden Rohstoffen aus dem Wald basiert, gilt als Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Zukunft.
Der Austausch von Wissen und bewährten Praktiken steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Teilnehmer wollen Chancen und Herausforderungen identifizieren, mit denen Länder und Stakeholder bei der Umsetzung forstbasierter Bioökonomie-Konzepte konfrontiert sind. Dabei geht es nicht nur um theoretische Überlegungen, sondern um praktische Lösungen für reale Probleme.
Der Gipfel unterstützt die Diskussion über die thematischen Prioritäten des UN-Waldforums (UNFF21) und trägt zur Umsetzung des UN Strategic Plan for Forests (UNSPF) bei. Damit reagiert die Veranstaltung auch auf den Aufruf der 27. Sitzung des FAO-Ausschusses für Forstwirtschaft (COFO27) bezüglich nachhaltiger forstbasierter Bioökonomie.
Die Pressekonferenz am 23. Februar 2026 bringt drei hochkarätige Vertreter zusammen, die jeweils unterschiedliche Perspektiven einbringen:
Als Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft vertritt Totschnig die österreichische Position. Österreich hat sich in den vergangenen Jahren als Vorreiter nachhaltiger Forstwirtschaft etabliert und kann auf eine lange Tradition verantwortungsvoller Waldnutzung zurückblicken.
Die EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft bringt die europäische Perspektive ein. Der European Green Deal und die damit verbundenen Strategien für nachhaltige Entwicklung stehen dabei im Fokus ihrer Arbeit.
Als Co-Vorsitzende und stellvertretende Generaldirektorin für Forstwirtschaft im Ministerium für Forst, Fischerei und Umwelt der Republik Südafrika repräsentiert Nodada die Perspektive des afrikanischen Kontinents. Afrika spielt eine zentrale Rolle in der globalen Waldwirtschaft und steht vor besonderen Herausforderungen beim Schutz seiner Waldbestände.
Die waldbasierte Bioökonomie gilt als einer der wichtigsten Bausteine für eine nachhaltige Wirtschaft. Sie nutzt Holz und andere Waldprodukte als Rohstoff für verschiedene Industrien – von der Papier- und Zellstoffindustrie über die Chemieindustrie bis hin zur Energiegewinnung. Dabei ersetzt sie fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen.
Österreich nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Rund 48 Prozent des Landes sind von Wald bedeckt, und die heimische Forstwirtschaft erwirtschaftet jährlich mehrere Milliarden Euro. Gleichzeitig wächst der österreichische Wald kontinuierlich, was zeigt, dass nachhaltige Nutzung und Naturschutz vereinbar sind.
Die Teilnehmer des Gipfels werden konkrete Strategien diskutieren, wie die waldbasierte Bioökonomie weiterentwickelt werden kann. Dabei spielen Innovationen eine zentrale Rolle: Neue Verfahren zur Holzverarbeitung, digitale Technologien für das Waldmanagement und biotechnologische Ansätze zur Optimierung der Rohstoffnutzung.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Kreislaufwirtschaft. Holzprodukte sollen so lange wie möglich genutzt und am Ende ihres Lebenszyklus energetisch verwertet werden. Dieses Kaskadennutzungs-Prinzip maximiert den Nutzen jedes gefällten Baumes und minimiert gleichzeitig die Umweltauswirkungen.
Wälder spielen eine entscheidende Rolle im globalen Klimasystem. Sie speichern Kohlenstoff, produzieren Sauerstoff und beeinflussen lokale und regionale Wetterphänomene. Eine nachhaltige Waldwirtschaft kann diese positiven Effekte verstärken und gleichzeitig wirtschaftlichen Nutzen generieren.
Die Substitution fossiler Rohstoffe durch Holzprodukte trägt zusätzlich zum Klimaschutz bei. Wenn ein Holzprodukt ein vergleichbares Produkt aus Stahl, Beton oder Kunststoff ersetzt, werden erhebliche Mengen an CO2-Emissionen eingespart.
Trotz der großen Chancen steht die waldbasierte Bioökonomie vor verschiedenen Herausforderungen. Der Klimawandel setzt die Wälder unter Druck, Schädlinge und Krankheiten breiten sich aus, und extreme Wetterereignisse nehmen zu. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Holzprodukten kontinuierlich.
Die Lösung liegt in einer intelligenten Balance zwischen Schutz und Nutzung. Moderne Waldmanagement-Methoden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, können dabei helfen, die Wälder resilient gegen Klimaeinflüsse zu machen und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Nutzung zu optimieren.
Die Ergebnisse des Global Summits werden nicht nur diskutiert, sondern auch in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Sie fließen in die Konferenzen der UNFF21 und COFO28 ein und beeinflussen damit die internationale Waldpolitik der kommenden Jahre.
Die Pressekonferenz am 23. Februar 2026 in der Orangerie von Schloss Schönbrunn markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen, waldbasierten Wirtschaft. Journalisten können sich bis Montagfrüh unter [email protected] anmelden und haben auch die Möglichkeit einer Akkreditierung für den gesamten Global Summit.