Führender Anhängerkupplungs-Hersteller löst sich von US-Mutterkonzern und sichert tausende Arbeitsplätze
Die Westfalia-Automotive Group wurde offiziell gegründet – der europäische Marktführer für Anhängerkupplungen startet als eigenständiges Unternehmen neu.
Mit der offiziellen Gründung der Westfalia-Automotive Group am 16. Februar 2026 beginnt ein neues Kapitel für einen der bedeutendsten europäischen Hersteller von Anhänge- und Transportlösungen. Das Unternehmen, das vielen Autofahrerinnen und Autofahrern als Erfinder der Anhängerkupplung bekannt ist, löst sich damit vollständig von seiner bisherigen Muttergesellschaft und operiert künftig unter neuer Führung und Eigentumsstruktur.
Die Abspaltung von der First Brands Group markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte. Was bisher unter dem Namen Horizon Global Europe firmierte, tritt nun unter der traditionsreichen Marke Westfalia-Automotive auf – ein Name, der in der europäischen Automobilzulieferindustrie seit Jahrzehnten für Qualität und Innovation steht.
Die Neustrukturierung hat weitreichende Bedeutung für den europäischen Arbeitsmarkt. Durch die Abspaltung und das Rebranding werden nicht nur Unternehmenswerte erhalten, sondern vor allem tausende Arbeitsplätze in der europäischen Produktion gesichert. Für Österreich und die gesamte DACH-Region ist dies ein positives Signal, zeigt es doch, dass hochwertige Fertigung in Europa weiterhin wirtschaftlich tragfähig sein kann.
"Die Abspaltung und das Rebranding ermöglichen nicht nur den Erhalt von Unternehmenswerten, sondern sichern vor allem tausende europäische Arbeitsplätze in der Produktion sowie die Zukunft des Unternehmens, das seine Position als Premiummarke in der Anhängerindustrie beibehält. Made in Europe!", betont Michael Scott, Independent Director der Westfalia-Automotive Group, die strategische Bedeutung dieses Schrittes.
Die rechtliche Grundlage für den Neustart bildet eine am 16. Februar 2026 abgeschlossene Übertragungsvereinbarung. Diese Vereinbarung, deren Wirksamkeit an die Erfüllung bestimmter Bedingungen geknüpft ist, ermöglicht dem Unternehmen einen vollständig unabhängigen Geschäftsbetrieb. Gestärkt wird diese Unabhängigkeit durch die finanzielle Unterstützung wichtiger Finanzierungspartner, deren Identität zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich kommuniziert wurde.
Für Geschäftspartner, Händler und Endkunden bedeutet diese Neuaufstellung vor allem eines: Kontinuität bei gleichzeitiger Fokussierung auf die Kernkompetenzen des Unternehmens. Die Trennung von der amerikanischen First Brands Group ermöglicht es dem Management, strategische Entscheidungen künftig unabhängig und mit Blick auf die spezifischen Anforderungen des europäischen Marktes zu treffen.
Die neue Unternehmensführung unter General Manager Tomasz Sgaslik setzt klare Prioritäten für die Zukunft. Im Mittelpunkt stehen dabei der Kundenservice und die Produktqualität – zwei Faktoren, die im hart umkämpften Automobilzuliefermarkt über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
"Unsere Priorität als Erfinder der Anhängerkupplung und als europäischer Hersteller ist ein herausragender Kundenservice sowie die Lieferung hochwertiger Produkte. Wir konzentrieren uns darauf, das Vertrauen unserer Geschäftspartner aufzubauen und eine neue Ära der Fertigungsqualität in der Automobilindustrie einzuleiten", erklärt Sgaslik die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Diese Worte sind mehr als bloße Absichtserklärungen. In einem Marktumfeld, das zunehmend von Preisdruck und globaler Konkurrenz geprägt ist, positioniert sich Westfalia-Automotive bewusst als Premiumanbieter. Die Betonung der europäischen Fertigung unterstreicht dabei den Qualitätsanspruch und grenzt das Unternehmen von Billiganbietern aus Fernost ab.
Die Westfalia-Automotive Group ist kein unbeschriebenes Blatt in der Branche. Als Marktführer in Europa und einer der weltweit führenden Hersteller von Anhängerkupplungen und Fahrradträgern für PKW und leichte Nutzfahrzeuge verfügt das Unternehmen über eine starke Ausgangsposition für den Neustart.
Das Geschäftsmodell basiert auf mehreren Säulen:
Diese diversifizierte Kundenstruktur bietet Stabilität und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern. Besonders das Segment der Fahrradträger gewinnt angesichts des anhaltenden E-Bike-Booms zunehmend an Bedeutung – ein Trend, von dem Westfalia-Automotive profitieren dürfte.
Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil der neu gegründeten Gruppe liegt in ihrem Markenportfolio. Unter dem Dach der Westfalia-Automotive Group vereinen sich einige der bekanntesten europäischen Marken der Anhängerbranche:
Diese Mehrmarkenstrategie ermöglicht es dem Unternehmen, unterschiedliche Kundengruppen und Preissegmente gezielt anzusprechen, ohne die jeweilige Markenidentität zu verwässern.
Die Transformation des Unternehmens wird sich in den kommenden Wochen auch visuell bemerkbar machen. Ein neues Markenbild wird in der gesamten Organisation eingeführt – von der Produktkennzeichnung über Marketingmaterialien bis hin zur Unternehmenskommunikation.
Für Händler und Werkstätten in Österreich bedeutet dies, dass sich Verpackungen, Kataloge und digitale Auftritte ändern werden. Die Produktqualität und Kompatibilität bleiben dabei selbstverständlich unverändert. Kunden, die bereits Westfalia-Produkte nutzen, können weiterhin auf gewohnte Servicequalität und Ersatzteilversorgung vertrauen.
Für österreichische Autofahrerinnen und Autofahrer ist Westfalia seit Jahrzehnten ein Begriff. Ob Anhängerkupplung für den Pferdetransport, Fahrradträger für den Familienurlaub oder Zugvorrichtung für den Wohnwagen – Produkte des Herstellers sind auf heimischen Straßen allgegenwärtig.
Die Gründung der eigenständigen Westfalia-Automotive Group ist daher auch für den österreichischen Markt relevant. Die Betonung der europäischen Fertigung und des Premiumanspruchs entspricht den Erwartungen österreichischer Konsumenten, die traditionell Wert auf Qualität und Langlebigkeit legen.
Werkstätten und Autohäuser in Österreich können mit einer Fortsetzung der bewährten Zusammenarbeit rechnen. Die neue Unternehmensstruktur dürfte die Entscheidungswege verkürzen und eine noch stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes ermöglichen.
Die Mission der Westfalia-Automotive Group geht über das Tagesgeschäft hinaus. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftsorientierte Technologien zu nutzen, um Premiumprodukte für Kunden zu entwickeln und bereitzustellen. In einer Branche, die sich im Wandel befindet, ist dies keine Selbstverständlichkeit.
Die Elektrifizierung des Automobilsektors stellt auch Anhängerkupplungs-Hersteller vor neue Herausforderungen. Elektrofahrzeuge haben andere Gewichtsverteilungen, andere Steckersysteme und oft auch andere Anforderungen an die Integration von Anhängersystemen. Hier liegt Innovationspotenzial, das Westfalia-Automotive als Technologieführer nutzen möchte.
Mit der offiziellen Gründung sind die wichtigsten strukturellen Weichen gestellt. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie das Unternehmen seine angekündigten Ziele umsetzt. Die Einführung des neuen Markenbildes wird der nächste sichtbare Schritt sein.
Für Branchenbeobachter wird interessant sein, wie sich die Westfalia-Automotive Group im Wettbewerb positioniert und welche Innovationen das Unternehmen auf den Markt bringt. Die Kombination aus traditionsreicher Marke, europäischer Fertigung und neuem unternehmerischem Spielraum bietet jedenfalls vielversprechende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.
Die Gründung der Westfalia-Automotive Group ist damit mehr als nur eine Unternehmensumstrukturierung – sie ist ein Bekenntnis zur europäischen Industrieproduktion und ein Signal an Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner gleichermaßen.