Wien (OTS) - Die letzten Gäste aus 21 Nationen haben Wien verlassen, doch die Diskussionen rund um den Kongress über die Rolle lebendiger Mikroorganismen in Schwimmanlagen hallen noch nach. Dr. Martin Grassberger, ein renommierter Universitätsprofessor und Mikrobiomforscher, präsentierte dort seine
Wien (OTS) - Die letzten Gäste aus 21 Nationen haben Wien verlassen, doch die Diskussionen rund um den Kongress über die Rolle lebendiger Mikroorganismen in Schwimmanlagen hallen noch nach. Dr. Martin Grassberger, ein renommierter Universitätsprofessor und Mikrobiomforscher, präsentierte dort seine faszinierenden Erkenntnisse über den „g’sunden Dreck“, der unserer Gesundheit zuträglicher sein könnte als sterile Reinheit.
Wie steril muss Wasser wirklich sein? Diese Frage beschäftigt nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Poolbesitzer weltweit. Neue Studien, die auf dem Kongress vorgestellt wurden, deuten darauf hin, dass ein gewisses Maß an mikrobiologischem Leben für gesunde Menschen nicht nur unbedenklich, sondern sogar vorteilhaft sein könnte. Schwimmteiche und Naturpools bieten genau diesen Schwimmgenuss: glasklar, ästhetisch und mikrobiologisch aktiv.
„Aus gesundheitlicher Sicht, insbesondere unter Berücksichtigung des Hautmikrobioms, ist ein korrekt errichteter und ‚funktionierender‘ Naturpool oder Schwimmteich dem herkömmlichen Chlorpool vorzuziehen“, erklärt Grassberger. Diese Aussage könnte die Art und Weise, wie wir über Sauberkeit und Hygiene in Schwimmbädern denken, grundlegend verändern.
Die Forschung zeigt zunehmend, dass Artenreichtum aus Bakterien, Pilzen und Mikroorganismen unser Immunsystem und auch unsere mentale Gesundheit positiv beeinflusst. „Die Mikrobiomforschung zeigt uns, dass klinische Sauberkeit für gesunde Menschen im Alltag eher nicht gesundheitsförderlich ist. Die Forschung erkennt, salopp formuliert, dass es sowas wie den g’sunden Dreck tatsächlich gibt“, so Grassberger. Die Berührung mit lebendigem Wasser, wie es in Naturpools vorhanden ist, könnte also eine Art natürliche Hautpflege sein.
Nicht nur für gesunde Erwachsene sind Naturpools und Schwimmteiche eine gute Option, auch in sensibleren Lebensphasen wie der Kindheit könnte biologisches Schwimmen laut Grassberger Vorteile bringen. „Wissenschaftliche Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine chronische Exposition gegenüber Chlor und Chlorabbauprodukten den Prozess der allergischen Sensibilisierung fördert, vor allem in der Kindheit“, erklärt er weiter.
Die Entscheidung für einen Schwimmteich oder ein Naturpool könnte also auch eine Entscheidung für Allergieprävention und Gesundheitsförderung sein. Eltern könnten sich fragen, ob es nicht besser wäre, ihre Kinder in einem natürlicheren Umfeld schwimmen zu lassen.
Was früher als reines Sommervergnügen galt, hat sich zu einem Ganzjahresritual entwickelt, auch im eigenen Garten. Eisschwimmen erfreut sich wachsender Beliebtheit und wird von vielen als vitalisierend, stärkend und sogar stimmungsaufhellend erlebt. Das biologisch aufbereitete Wasser bleibt auch bei Kälte glasklar und bietet ganzjährige Nutzung, ganz ohne Einwintern.
Historisch gesehen waren öffentliche Schwimmbäder oft Orte, an denen Hygiene und Sauberkeit oberste Priorität hatten. Dies führte zu der weit verbreiteten Nutzung von Chlor, um jegliches mikrobielle Leben abzutöten. Doch mit den Fortschritten in der Mikrobiomforschung wird dieser Ansatz zunehmend hinterfragt. Länder wie Deutschland und die Schweiz sind Vorreiter bei der Integration von Naturpools, während Österreich mit dem VÖSN einen starken Verband hat, der diese Entwicklung unterstützt.
Für den durchschnittlichen Bürger bedeutet diese Entwicklung, dass die Auswahl an Schwimmmöglichkeiten größer wird. Wer gesundheitliche Vorteile aus dem Schwimmen ziehen möchte, könnte sich für einen Naturpool entscheiden, der das Immunsystem stärkt und die Haut pflegt. Die Entscheidung könnte auch finanzielle Vorteile bringen, da der Einsatz von Chemikalien reduziert wird, was langfristig kostensparend sein kann.
Die Zukunft der Schwimmbäder könnte in der Kombination von Technologie und Natur liegen. Mit der steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen und gesundheitsfördernden Alternativen wird erwartet, dass Naturpools weiter an Beliebtheit gewinnen. Experten sehen in den nächsten Jahren einen Anstieg der Installationen solcher Pools in privaten und öffentlichen Bereichen.
„Es ist wahrscheinlich, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren Naturpools und Schwimmteiche in Österreich und anderen Teilen Europas zur Norm werden“, prognostiziert ein Brancheninsider. Diese Entwicklung könnte auch zu neuen Geschäftsmöglichkeiten und Innovationen im Bereich der biologischen Wasseraufbereitung führen.
Politisch gesehen könnte die Förderung von Naturpools auch mit umweltpolitischen Zielen in Einklang stehen. Die Reduzierung von Chemikalien im Wasser ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Regierungen könnten Anreize schaffen, um den Bau solcher Anlagen zu fördern, was wiederum positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben könnte.
Insgesamt zeigt der Kongress in Wien, dass der Trend zu mehr Natürlichkeit und Gesundheit auch vor dem Schwimmbad nicht haltmacht. Mit der Unterstützung von Wissenschaft und Politik könnte Österreich eine führende Rolle in diesem Bereich einnehmen.