Großeinsatz der Wiener Einsatzkräfte: 54 Personen betreut, mehrere aus verrauchten Wohnungen gerettet
Bei einem verheerenden Brand im Wohnpark Alterlaa in Wien-Liesing kam am Freitagabend eine Person ums Leben. Die Feuerwehr rettete mehrere Bewohner aus verrauchten Bereichen.
Ein tragischer Wohnungsbrand hat am Freitagabend den Wohnpark Alterlaa in Wien-Liesing erschüttert. Bei dem Großbrand, der sich vom 9. Stockwerk auf mehrere darüberliegende Balkone ausbreitete, wurde eine verstorbene Person aufgefunden. Dutzende Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und Berufsrettung Wien waren im Einsatz, um die Bewohnerinnen und Bewohner des Hochhauses in Sicherheit zu bringen.
Gegen Abend gingen beim Notruf der Wiener Feuerwehr zahlreiche Meldungen über einen Brand im bekannten Wohnpark Alterlaa ein. Das Feuer war in einer Wohnung im 9. Stockwerk ausgebrochen und breitete sich mit erschreckender Geschwindigkeit aus. Die große Hitzeentwicklung führte dazu, dass zunächst der Balkon der Brandwohnung in Flammen aufging, bevor das Feuer auf die darüberliegenden Balkone übergriff.
Die unmittelbar über der Brandwohnung gelegenen Wohnungen wurden durch die extreme Hitze ebenfalls schwer beschädigt. Die Rauchentwicklung war so stark, dass mehrere Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Wohnungen eingeschlossen wurden und auf die Hilfe der Einsatzkräfte angewiesen waren.
Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien standen vor einer enormen Herausforderung. Um den Brand effektiv zu bekämpfen, griffen sie auf eine Kombination aus Innen- und Außenangriff zurück. Im Gebäudeinneren kämpften sich die Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz mit zwei Löschleitungen bis zum Brandherd vor. Gleichzeitig wurde von außen über eine Drehleiter eine weitere Löschleitung in Stellung gebracht, um die brennenden Balkone zu bekämpfen.
Besonders dramatisch gestalteten sich die Rettungsaktionen für die eingeschlossenen Bewohnerinnen und Bewohner. Die Feuerwehr setzte sogenannte Fluchtfilterhauben ein – spezielle Schutzausrüstung, die es ermöglicht, Personen sicher durch verrauchte Bereiche zu führen. Mit dieser lebensrettenden Ausrüstung konnten mehrere Menschen aus den verrauchten Wohnungen und Stiegenhäusern in Sicherheit gebracht werden.
Während die Löscharbeiten noch andauerten, machten die Einsatzkräfte eine tragische Entdeckung: Im Zuge der Brandbekämpfung wurde eine verstorbene Person aufgefunden. Die genauen Umstände des Todesfalls sowie die Identität des Opfers wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen.
Die Berufsrettung Wien reagierte auf den Notruf mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften. Innerhalb weniger Minuten waren 18 Einsatzfahrzeuge vor Ort, darunter eine mobile Leitstelle zur Koordinierung des Einsatzes sowie ein spezieller Evakuierungsbus. Die Teams der Berufsrettung übernahmen die medizinische Betreuung der evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner, die von der Feuerwehr sukzessive aus dem Gebäude gebracht wurden.
Insgesamt wurden 54 Personen von den Rettungskräften betreut – eine logistische Herausforderung, die professionell gemeistert wurde. Die Betroffenen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, je nach medizinischem Bedarf:
Eine Person musste zur weiteren Abklärung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht werden. Erfreulicherweise konnte sie jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder entlassen werden und wurde anschließend von den Teams der Berufsrettung Wien weiter betreut.
Nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht und schließlich vollständig gelöscht werden konnte, standen die Einsatzkräfte vor umfangreichen Nachlösch- und Aufräumarbeiten. Die Feuerwehr musste sicherstellen, dass keine versteckten Glutnester zurückblieben, die zu einem erneuten Aufflammen des Feuers hätten führen können. Die betroffenen Wohnungen und Balkone wurden systematisch auf weitere Gefahrenquellen untersucht.
Bei diesen Arbeiten ereignete sich auch ein berührender Moment inmitten der Tragödie: Die Einsatzkräfte konnten einen Hasen aus einer der vom Brand beschädigten Wohnungen retten. Das Tier hatte den Brand offenbar überlebt und wurde von den Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht.
Der Wohnpark Alterlaa, in dem sich der Brand ereignete, ist eine der bekanntesten Wohnanlagen Wiens und gilt als Musterbeispiel für sozialen Wohnbau der 1970er und 1980er Jahre. Die zwischen 1973 und 1985 errichtete Anlage im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing umfasst mehrere Hochhäuser und bietet Wohnraum für tausende Menschen. Die markanten Gebäude mit ihren charakteristischen Dachschwimmbädern prägen das Stadtbild im Süden Wiens.
Brände in Hochhäusern stellen die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Die Höhe der Gebäude, die komplexen Fluchtwegsituationen und die hohe Bewohnerdichte erfordern ein koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Einsatzorganisationen. Der Einsatz am Freitagabend zeigte, dass die Wiener Berufsfeuerwehr und Berufsrettung für solche Szenarien bestens vorbereitet sind.
Die genaue Ursache für den Ausbruch des Feuers ist derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen. Wie bei jedem Brand mit Todesfolge werden die zuständigen Behörden den Vorfall genau untersuchen, um die Entstehung des Feuers rekonstruieren zu können. Ob technische Defekte, menschliches Versagen oder andere Faktoren zum Brand geführt haben, wird sich erst im Laufe der Ermittlungen zeigen.
Die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Wohnungen werden vorübergehend anderweitig untergebracht werden müssen. Die Schäden an den Wohnungen über der Brandwohnung sind erheblich, eine Rückkehr in die eigenen vier Wände ist für viele Betroffene derzeit nicht möglich. Die Stadt Wien und soziale Einrichtungen werden die betroffenen Familien in den kommenden Tagen bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation unterstützen.
Betroffene Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige können sich an die zuständigen Stellen der Stadt Wien wenden. Die Berufsrettung Wien und die Magistratsabteilungen stehen für Auskünfte und Unterstützung zur Verfügung. Auch psychologische Betreuung wird bei Bedarf angeboten, um die traumatischen Erlebnisse des Abends zu verarbeiten.