Langjähriger Abteilungsvorstand am Landesklinikum Baden-Mödling übernimmt 2026 die medizinische Geschäftsführung der Tirol Kliniken
Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil verlässt nach 16 Jahren das niederösterreichische Gesundheitswesen und wird neuer medizinischer Geschäftsführer in Tirol.
Eine der profiliertesten Persönlichkeiten des niederösterreichischen Gesundheitswesens steht vor einem bedeutenden Karriereschritt: Primarius Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil, seit 2009 Abteilungsvorstand für Orthopädie und Traumatologie am Landesklinikum Baden-Mödling, wird im Jahr 2026 die Position des medizinischen Geschäftsführers der Tirol Kliniken GmbH übernehmen. Der Wechsel markiert nicht nur einen persönlichen Meilenstein für den renommierten Mediziner, sondern bedeutet auch einen spürbaren Verlust für das Bundesland Niederösterreich.
Als Thomas Klestil im Jahr 2009 die Leitung der Abteilung Orthopädie und Traumatologie übernahm, begann eine Ära der kontinuierlichen Weiterentwicklung und medizinischen Exzellenz. Unter seiner Führung wurde die Abteilung zu einem überregional anerkannten Zentrum für Spitzenmedizin ausgebaut. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit am Standort Baden-Mödling verantwortete Klestil auch das Satellitendepartment am Landesklinikum Hainburg, wodurch sein Einflussbereich weit über die unmittelbare Region hinausreichte.
Die strategische Weiterentwicklung der Abteilung ging dabei stets Hand in Hand mit dem Anspruch, Patientinnen und Patienten eine Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten. Diese Kombination aus Managementkompetenz und medizinischer Expertise machte Klestil zu einer Schlüsselfigur im niederösterreichischen Gesundheitssystem.
Der bevorstehende Wechsel nach Tirol wurde von der niederösterreichischen Landespolitik mit Worten des Dankes und der Anerkennung begleitet. Landesrat Anton Kasser würdigte Klestil als zentrale medizinische Führungspersönlichkeit: „Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil war in den vergangenen Jahren eine zentrale medizinische Führungspersönlichkeit in Niederösterreich und prägte das Gesundheitssystem des Landes maßgeblich mit." Der Landesrat gratulierte herzlich zur neuen Aufgabe und dankte für den langjährigen Einsatz im Bundesland.
Auch Elisabeth Bräutigam, Vorständin der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur, betonte die herausragende Bedeutung Klestils für die Region: „Thomas Klestil hat nicht nur das Gesundheitsland Niederösterreich, sondern auch das Landesklinikum Baden-Mödling und somit auch die Gesundheitsregion Therme durch seine Kompetenz und sein Engagement entscheidend mitgestaltet." Gleichzeitig sieht Bräutigam den Wechsel als Bestätigung für die hohe Qualität des medizinischen Personals in Niederösterreich – wenn auch mit einem bittersüßen Beigeschmack: „Tirol gewinnt mit ihm einen exzellenten Fachmann."
Der Werdegang von Thomas Klestil liest sich wie eine Musterkarriere in der österreichischen Medizinlandschaft. Seine akademische Laufbahn begann 1987 mit der Promotion zum Doktor der Humanmedizin an der Universität Wien. Zwanzig Jahre später, im Jahr 2007, folgte ein zweites Doktorat im Fach Gesundheitswissenschaften an der UMIT in Hall in Tirol – jenem Bundesland, das nun zu seiner neuen beruflichen Heimat werden soll.
Bereits 1998 habilitierte sich Klestil an der Universität Innsbruck und legte damit den Grundstein für seine wissenschaftliche Karriere. Seine fachärztliche Ausbildung absolvierte er in zwei Disziplinen: zunächst in Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, anschließend in Orthopädie und orthopädischer Chirurgie. Beide Ausbildungen erfolgten an der Universitätsklinik Innsbruck, wo er bereits früh in seiner Karriere wichtige Erfahrungen sammelte.
Ein weiterer bedeutender Meilenstein war die Berufung an die Donau-Universität Krems am 1. Jänner 2016. Dort ist Klestil als Universitätsprofessor gemäß §99 des Universitätsgesetzes 2002 für „klinische Forschung in Orthopädie und Traumatologie" tätig. Seine Professur ist am Department für Gesundheitswissenschaften, Medizin und Forschung angesiedelt, was die enge Verzahnung von klinischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung in seinem Wirken unterstreicht.
Neben seiner Tätigkeit als Abteilungsvorstand und Universitätsprofessor übernahm Thomas Klestil im Laufe der Jahre zahlreiche weitere verantwortungsvolle Positionen. Seit 2019 fungiert er als Zielsteuerungs-Koordinator des Landes Niederösterreich – eine Funktion, die eine zentrale Rolle bei der strategischen Ausrichtung des Gesundheitswesens spielt.
Darüber hinaus bringt Klestil seine Expertise als Fachbeiratssprecher ein und ist als Experte im Landessanitätsrat für sämtliche Themen seiner Fachdisziplin zuständig. Diese Vielzahl an Funktionen verdeutlicht, wie tief sein Einfluss auf das niederösterreichische Gesundheitssystem reicht – und wie groß die Lücke sein wird, die sein Abgang hinterlässt.
Mit der Position des medizinischen Geschäftsführers der Tirol Kliniken GmbH übernimmt Klestil ab 2026 eine der bedeutendsten Führungsaufgaben im österreichischen Gesundheitswesen. Die Tirol Kliniken sind einer der größten Gesundheitsdienstleister in Westösterreich und betreiben mehrere Krankenhäuser, darunter das Landeskrankenhaus Innsbruck – Universitätskliniken, das als eines der führenden Zentren für Spitzenmedizin in Österreich gilt.
Für Klestil schließt sich mit dem Wechsel nach Tirol gewissermaßen ein Kreis: Seine fachärztliche Ausbildung absolvierte er an der Universitätsklinik Innsbruck, sein zweites Doktorat erwarb er an der UMIT in Hall. Die Vertrautheit mit der Tiroler Gesundheitslandschaft könnte sich als wertvoller Vorteil erweisen, wenn er seine neue Funktion antritt.
Der Abgang von Thomas Klestil stellt das Landesklinikum Baden-Mödling und die gesamte Gesundheitsregion vor die Herausforderung, einen würdigen Nachfolger zu finden. Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie hat sich unter seiner Leitung zu einem Leuchtturm der regionalen Gesundheitsversorgung entwickelt, dessen Ruf weit über die Landesgrenzen hinausreicht.
Gleichzeitig zeigt der Karriereschritt, welches Potenzial in den niederösterreichischen Landeskliniken heranwächst. Dass ein Mediziner aus Baden-Mödling für eine der prestigeträchtigsten Positionen im österreichischen Gesundheitswesen ausgewählt wird, spricht für die Qualität der Arbeit, die in den Einrichtungen der Landesgesundheitsagentur geleistet wird.
Bis Ende 2025 wird Thomas Klestil seine Funktion als Abteilungsvorstand am Landesklinikum Baden-Mödling noch ausüben. Diese Übergangsphase bietet sowohl ihm als auch seinem Team die Möglichkeit, einen geordneten Wechsel vorzubereiten und die kontinuierliche Patientenversorgung auf höchstem Niveau sicherzustellen.
Für Patientinnen und Patienten in der Region bedeutet dies vorerst keine Veränderung in der gewohnten Versorgungsqualität. Die Suche nach einem Nachfolger, der das Erbe Klestils fortführen kann, dürfte jedoch bereits in den kommenden Monaten intensiviert werden.
Was Thomas Klestil über die Jahre besonders ausgezeichnet hat, ist die Fähigkeit, wissenschaftliche Forschung und klinische Praxis miteinander zu verbinden. Als Universitätsprofessor mit Schwerpunkt auf klinischer Forschung in Orthopädie und Traumatologie hat er stets darauf geachtet, neueste Erkenntnisse in die Patientenversorgung einfließen zu lassen.
Diese Verbindung von Theorie und Praxis wird auch in seiner neuen Position als medizinischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken von zentraler Bedeutung sein. Die Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens – von der Digitalisierung über den Fachkräftemangel bis hin zu den steigenden Anforderungen an die Qualitätssicherung – erfordern Führungspersönlichkeiten, die sowohl die medizinische als auch die organisatorische Perspektive verstehen.
Mit dem Wechsel von Thomas Klestil an die Spitze der medizinischen Geschäftsführung dürfen sich die Tirol Kliniken auf frische Impulse freuen. Die Erfahrungen, die Klestil in 16 Jahren als Abteilungsvorstand gesammelt hat, gepaart mit seiner wissenschaftlichen Expertise und seinem strategischen Weitblick, versprechen eine Weiterentwicklung des Tiroler Gesundheitswesens im Sinne der Patientinnen und Patienten.
Für Niederösterreich bleibt die Gewissheit, einen herausragenden Mediziner über viele Jahre im Land gehabt zu haben – und die Hoffnung, dass sein Beispiel andere dazu inspirieren möge, ähnliche Spitzenleistungen in der Gesundheitsversorgung zu erbringen.