GLOBAL 2000-Studie zeigt: Sanierung zahlt sich immer aus
Neue Studie beweist: Sanierung und Heizkesseltausch reduzieren Energiekosten um bis zu 85%. Nichtstun ist die teuerste Option.
Eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 liefert klare Zahlen: Thermische Sanierung und der Austausch von Heizsystemen rentieren sich nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell. Die vom Ingenieurbüro e7 durchgeführte Untersuchung zeigt, dass Hausbesitzer in Österreich mit einer umfassenden Sanierung ihre Energiekosten um bis zu 85 Prozent senken und über 30 Jahre hinweg Zehntausende Euro sparen können.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wer jetzt in die thermische Sanierung eines Einfamilienhauses investiert, kann über einen Zeitraum von 30 Jahren bis zu 141.000 Euro einsparen. "Eine thermische Sanierung schützt vor steigenden Energiepreisen, erhöht den Wohnkomfort und senkt die CO2-Bilanz", erklärt GLOBAL 2000-Energieexperte Maximilian Hejda. "Wer jetzt im Einfamilienhaus dämmt, die Fenster tauscht und das Heizsystem optimiert, kann die Energiekosten um 85 Prozent reduzieren."
Erstmals wurden in der Studie auch Mehrfamilienhäuser untersucht. Die Ergebnisse zeigen ähnlich positive Trends: Bei einer umfassenden Sanierung mit Wärmepumpen-Installation können die Energiekosten um 73 Prozent gesenkt werden. Dies macht Sanierungsmaßnahmen auch bei größeren Wohngebäuden langfristig wirtschaftlich sinnvoll.
Für die Studie analysierten die Experten verschiedene Sanierungsszenarien über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren. Dabei wurden sowohl ein typisches Einfamilienhaus mit 151 Quadratmetern Wohnfläche als auch ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten untersucht. Beide Gebäude waren ursprünglich mit Gasheizungen ausgestattet.
Die Lebenszyklusbetrachtung berücksichtigte alle relevanten Kostenfaktoren über drei Jahrzehnte hinweg: Investitions-, Betriebs- und Energiekosten verschiedener Sanierungsvarianten wurden gegenübergestellt. Dabei flossen auch die aktuell verfügbaren Bundes- und Landesförderungen sowie noch vorhandene Restwerte in die Berechnung ein.
Die Studie untersuchte verschiedene Sanierungsansätze:
Ein interessantes Detail der Studie: In fast allen Bundesländern liegt die Variante mit umfassender Sanierung und Erdwärmepumpe nur an zweiter Stelle der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die größte berechnete Kosteneinsparung wird paradoxerweise bei der Umstellung auf eine Erdwärmepumpe ohne Sanierung erzielt – allerdings mit einem gleichzeitig hohen Energiekosten-Risiko.
"Die Entscheidung der Bundesregierung, den Sanierungsbonus ersatzlos zu streichen, hat hier bereits einen Einfluss genommen", kommentiert Hejda diese Ergebnisse. Eine bemerkenswerte Ausnahme stellt Wien dar, wo die Förderung für Mehrfamilienhaus-Sanierungen vergleichsweise hoch ausfällt und dadurch andere Prioritäten in der Wirtschaftlichkeitsrechnung entstehen.
Ein zentrales Problem, das die Studie aufdeckt, ist die uneinheitliche Förderlandschaft in Österreich. Der sogenannte "Förder-Fleckerlteppich" sorgt zwischen den einzelnen Bundesländern für teilweise erhebliche Unterschiede in den Kosteneinsparungen und Amortisationszeiten.
Bei Einfamilienhäusern schwankt die Amortisationszeit zwischen 8 und 20 Jahren, bei Mehrfamilienhäusern zwischen 17 und 29 Jahren. Diese enormen Unterschiede schaffen Unsicherheiten für Hausbesitzer und können Sanierungsentscheidungen negativ beeinflussen.
Besonders kritisch sieht GLOBAL 2000 die Situation in Salzburg und der Steiermark, wo es aktuell überhaupt keine Förderung für thermische Sanierungsmaßnahmen gibt. "Diese Diskrepanz sorgt für Unsicherheiten. Eine einheitliche, bundesweit geregelte Förderstruktur würde hier Abhilfe schaffen", fordert Hejda.
Die Umweltorganisation appelliert sowohl an die Bundesregierung als auch an die Landesregierungen: "Die Bundesregierung ist jetzt gefragt, mit der Wiedereinführung des Sanierungsbonus die Bevölkerung dabei zu unterstützen, Österreichs Wohnraum klimafit zu machen. Aber auch die Landesregierungen sind in der Pflicht, attraktive Förderangebote bereitzustellen."
Neben den finanziellen Vorteilen betont die Studie auch die klimapolitische Bedeutung von Sanierungsmaßnahmen. Thermische Sanierungen tragen wesentlich zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei und erhöhen gleichzeitig die Energieunabhängigkeit der Haushalte.
Angesichts der volatilen Energiepreise und der klimapolitischen Ziele Österreichs gewinnt die thermische Sanierung zusätzlich an Bedeutung. "Nichtstun ist finanziell und klimatechnisch die mit Abstand schlechteste Option", fasst Hejda die Studienergebnisse zusammen.
Die Studie macht deutlich: Sanierung zahlt sich in jedem Fall aus – sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Dennoch besteht dringender Handlungsbedarf bei den politischen Rahmenbedingungen. Eine Vereinheitlichung der Förderlandschaft könnte die Planungssicherheit für Hausbesitzer erheblich verbessern und Sanierungsvorhaben beschleunigen.
Für Hausbesitzer bedeuten die Studienergebnisse eine klare Empfehlung: Wer über Sanierungsmaßnahmen nachdenkt, sollte nicht länger zögern. Die Kombination aus sinkenden Energiekosten, erhöhtem Wohnkomfort und positiven Umweltauswirkungen macht Investitionen in die thermische Sanierung zu einer lohnenden Zukunftsinvestition.
Die vollständige Studie des Ingenieurbüros e7 steht auf der Website von GLOBAL 2000 zum Download zur Verfügung und bietet detaillierte Berechnungen für verschiedene Sanierungsszenarien in allen österreichischen Bundesländern.