Innenministerium und Weisser Ring laden am 17. Februar 2026 zu Fachvorträgen und Podiumsdiskussion
Am europäischen Tag der Kriminalitätsopfer diskutieren Expertinnen und Experten über die Rolle der Medien bei der Berichterstattung über Verbrechensopfer.
Die Berichterstattung über Kriminalitätsopfer stellt Medien vor ein schwieriges Spannungsfeld: Einerseits besteht ein öffentliches Interesse an Information, andererseits müssen die Persönlichkeitsrechte und das Wohlbefinden der Betroffenen geschützt werden. Genau diesem Thema widmet sich ein hochkarätig besetztes Symposium, das am 17. Februar 2026 anlässlich des europäischen Tags der Kriminalitätsopfer in Wien stattfindet.
Das Bundesministerium für Inneres veranstaltet gemeinsam mit der Verbrechensopferhilfe Weisser Ring das Symposium unter dem Titel „Zwischen Schlagzeile und Schutz – Kriminalitätsopfer in den Medien". Die Veranstaltung findet im Festsaal des Innenministeriums in der Herrengasse 7 in der Wiener Innenstadt statt und bringt renommierte Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen.
Der europäische Tag der Kriminalitätsopfer wird jährlich am 22. Februar begangen und soll das Bewusstsein für die Situation von Menschen schärfen, die Opfer von Straftaten geworden sind. Die vorgezogene Veranstaltung in Wien bietet einen geeigneten Rahmen, um aktuelle Herausforderungen im Umgang mit Verbrechensopfern zu diskutieren.
Die Bedeutung des Themas zeigt sich auch an der prominenten politischen Besetzung. Innenminister Gerhard Karner wird die Veranstaltung um 9 Uhr mit Begrüßungsworten eröffnen. Im Anschluss folgen Statements von Justizministerin Anna Sporrer und Sozialministerin Korinna Schumann. Auch Vizekanzler Andreas Babler, der als Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport auch für Medienagenden zuständig ist, beteiligt sich mit einer Videobotschaft an dem Symposium.
Diese breite politische Unterstützung aus mehreren Ressorts unterstreicht die Relevanz des Themas. Die Berichterstattung über Kriminalitätsopfer berührt nämlich mehrere Politikbereiche: von der Inneren Sicherheit über die Justiz bis hin zu sozialen Unterstützungsleistungen und der Medienregulierung.
Ab 10:15 Uhr stehen Impulsvorträge von Expertinnen und Experten auf dem Programm. Diese beleuchten die Medienberichterstattung über Kriminalitätsopfer aus unterschiedlichen Blickwinkeln:
Diese multiperspektivische Herangehensweise ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen, die sich bei der medialen Aufarbeitung von Verbrechen ergeben. Journalistinnen und Journalisten stehen oft vor der Frage, wie detailliert über Taten berichtet werden kann, ohne die Opfer ein weiteres Mal zu viktimisieren.
Den Abschluss des Symposiums bildet eine Podiumsdiskussion, die um 11:10 Uhr beginnt. Hier haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, die verschiedenen Standpunkte auszutauschen und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Die Diskussion dürfte auch kontroverse Aspekte beleuchten, etwa das Spannungsverhältnis zwischen Pressefreiheit und Opferschutz.
Die Art und Weise, wie Medien über Kriminalitätsopfer berichten, kann weitreichende Auswirkungen haben. Unsensible oder reißerische Berichterstattung kann bei Betroffenen zu einer sekundären Traumatisierung führen. Gleichzeitig kann die Nennung von Details zur Identifizierung von Opfern führen, was deren Privatsphäre verletzt und sie möglicherweise weiteren Gefahren aussetzt.
Auf der anderen Seite erfüllt die Medienberichterstattung über Kriminalität wichtige gesellschaftliche Funktionen. Sie informiert die Öffentlichkeit, kann zur Aufklärung von Verbrechen beitragen und schafft Bewusstsein für Sicherheitsthemen. Die Herausforderung besteht darin, diese Funktionen wahrzunehmen, ohne die Interessen der Opfer zu missachten.
Die Verbrechensopferhilfe Weisser Ring ist seit Jahrzehnten eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind. Der gemeinnützige Verein bietet kostenlose Unterstützung in Form von psychosozialer Betreuung, rechtlicher Erstberatung und praktischer Hilfe. Die Organisation verfügt über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Menschen und kennt die Auswirkungen, die mediale Berichterstattung auf Betroffene haben kann.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Weissen Ring fließt wertvolles Praxiswissen in das Symposium ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation erleben täglich, welche Folgen unsensible Berichterstattung für Opfer haben kann, aber auch, wie professioneller Journalismus zur Entstigmatisierung und Aufklärung beitragen kann.
Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen, das Symposium vor Ort zu besuchen. Für die Teilnahme ist eine vorherige Akkreditierung erforderlich. Das entsprechende Formular kann online ausgefüllt werden, die Bestätigung erfolgt nach Überprüfung der Daten per E-Mail.
Wer nicht persönlich teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung via Livestream zu verfolgen. Dieser wird auf den Facebook-Seiten des Bundesministeriums für Inneres und des Weissen Rings übertragen. Damit wird sichergestellt, dass auch ein breiteres Publikum Zugang zu den wertvollen Inhalten des Symposiums erhält.
Das Symposium „Zwischen Schlagzeile und Schutz – Kriminalitätsopfer in den Medien" gliedert sich in drei Hauptteile:
Das Symposium findet am 17. Februar 2026 im Festsaal des Bundesministeriums für Inneres statt. Die Adresse lautet Herrengasse 7, 1010 Wien. Beginn ist um 9 Uhr mit der Eröffnung durch den Innenminister.
Für Rückfragen steht der Pressesprecher des Bundesministers für Inneres, Ministerialrat Markus Haindl, unter der Telefonnummer +43 (0) 1-531 26 – 90 1021 zur Verfügung.