Die Debatte um die Sonntagsöffnung von Geschäften ist in Österreich erneut entbrannt. Am 31. Oktober 2025 veröffentlichte der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine Pressemitteilung, die die klare Haltung der Handelsangestellten gegen Sonntagsarbeit unterstreicht. Laut einer aktuellen Umfrage
Die Debatte um die Sonntagsöffnung von Geschäften ist in Österreich erneut entbrannt. Am 31. Oktober 2025 veröffentlichte der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine Pressemitteilung, die die klare Haltung der Handelsangestellten gegen Sonntagsarbeit unterstreicht. Laut einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft GPA sprechen sich überwältigende 97 Prozent der befragten Handelsangestellten dafür aus, dass der Sonntag ein Tag der Erholung und der Familie bleiben soll.
Die Diskussion um Sonntagsarbeit ist nicht neu. Bereits seit Jahrzehnten gibt es in Österreich, ähnlich wie in vielen anderen europäischen Ländern, eine starke Tradition des Sonntagsschutzes. Historisch gesehen war der Sonntag immer ein Ruhetag, der sowohl religiösen als auch sozialen Zwecken diente. In den letzten Jahren haben jedoch wirtschaftliche Interessen und der zunehmende Wettbewerb im Einzelhandel zu einer Debatte über die Liberalisierung der Öffnungszeiten geführt. Befürworter argumentieren, dass längere Öffnungszeiten den Konsum ankurbeln und die Wirtschaft beleben könnten. Gegner hingegen, zu denen auch die Gewerkschaften zählen, warnen vor den sozialen und arbeitsrechtlichen Konsequenzen.
In der aktuellen Umfrage der Gewerkschaft GPA wurden fast 20.000 Handelsangestellte aus ganz Österreich befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig: 97,1 Prozent lehnen die Arbeit am Sonntag ab. Diese überwältigende Mehrheit zeigt deutlich, dass die Beschäftigten die Sonntagsöffnung als zusätzliche Belastung empfinden würden. Ein Vertreter der Gewerkschaft erklärte: "Unsere Umfrage zeigt, dass die Beschäftigten im Handel bereits unter hohem Druck stehen. Eine Sonntagsöffnung würde die Situation nur verschlimmern."
Die Gewerkschaft betont, dass eine Liberalisierung der Öffnungszeiten erhebliche Konsequenzen für die Beschäftigten hätte. Zu den Hauptsorgen zählen:
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich mit seiner restriktiven Haltung zur Sonntagsarbeit nicht alleine dasteht. In Deutschland beispielsweise gibt es ebenfalls strenge Regelungen, die die Sonntagsöffnung auf wenige Ausnahmen beschränken. In Frankreich hingegen sind die Regelungen etwas liberaler, allerdings gibt es auch dort starke Einschränkungen und Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten.
Nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die breite Bevölkerung scheint gegen eine Sonntagsöffnung zu sein. Laut einer IFES-Umfrage, die kürzlich durchgeführt wurde, sind drei Viertel der Österreicher der Meinung, dass es keine weitere Belastung der Beschäftigten durch Sonntagsarbeit geben sollte. Dies zeigt, dass das Thema nicht nur eine arbeitsrechtliche, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension hat.
Die Gewerkschaft GPA hat angekündigt, weiterhin gegen die Sonntagsöffnung zu kämpfen. "Wir werden nicht zulassen, dass die Interessen der Beschäftigten für kurzfristige wirtschaftliche Vorteile geopfert werden", betonte ein Gewerkschaftsvertreter. Die Zukunft der Sonntagsarbeit in Österreich bleibt ungewiss. Während die Gewerkschaften und ein Großteil der Bevölkerung gegen eine Liberalisierung sind, gibt es auch Stimmen, die für eine flexiblere Handhabung plädieren.
Ein möglicher Kompromiss könnte darin bestehen, spezielle Regelungen für bestimmte Branchen oder Regionen einzuführen. In touristischen Gebieten beispielsweise könnte eine flexiblere Handhabung der Öffnungszeiten sinnvoll sein, um den Bedürfnissen der Touristen gerecht zu werden. Eine solche Lösung müsste jedoch sorgfältig ausgearbeitet werden, um die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.
Die aktuelle Umfrage der Gewerkschaft GPA zeigt deutlich, dass die Handelsangestellten in Österreich die Sonntagsarbeit ablehnen. Die Diskussion um die Sonntagsöffnung bleibt ein heißes Thema, das sowohl arbeitsrechtliche als auch gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ob und in welcher Form es zu einer Änderung der bestehenden Regelungen kommen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Gewerkschaften und die Beschäftigten bereit sind, für ihre Interessen einzutreten.
Weitere Informationen zur Umfrage und zur Position der Gewerkschaft finden Sie auf der Webseite des ÖGB.