Ein neuer Skandal erschüttert die österreichische Landwirtschaft und zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Der Schweinebetrieb Hubmann in Loipersdorf bei St. Pölten steht im Zentrum der Kontroverse. Die Betreiber setzen auf eine innovative und umweltfreundliche Haltung ihrer Tiere, d
Ein neuer Skandal erschüttert die österreichische Landwirtschaft und zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Der Schweinebetrieb Hubmann in Loipersdorf bei St. Pölten steht im Zentrum der Kontroverse. Die Betreiber setzen auf eine innovative und umweltfreundliche Haltung ihrer Tiere, die nun von den Behörden infrage gestellt wird. Am 29. August 2025 präsentierte Jannik Marti, Geschäftsführer der schweizerischen Firma RohnerTEC AG, bahnbrechende Sensordaten, die zeigen, dass die innovative Haltungsmethode keinerlei Bodenbelastung verursacht. Doch die Behörden scheinen andere Pläne zu haben.
Die von RohnerTEC AG durchgeführten Messungen unter einem der Schweinegehege ergaben, dass der Nitrateintrag und die Leitfähigkeit im Boden weit unter den kritischen Grenzwerten liegen. Diese Parameter sind entscheidend, um die Unbedenklichkeit für das Grundwasser zu garantieren. Die Messungen wurden von April bis Ende August 2025 durchgeführt, und die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Die innovative Haltung der Schweine ist umweltverträglich.
Trotz dieser positiven Ergebnisse hat die Bezirkshauptmannschaft der Familie Hubmann einen Räumungsbescheid zugestellt. Der Grund: Ein Drohnenüberflug soll gezeigt haben, dass Flüssigkeit aus der Suhle der Schweine durch die Gehegewände austritt. Beim Lokalaugenschein vor Ort konnte jedoch festgestellt werden, dass die Schweine ihren Kotplatz von der Suhle trennen, sodass nur Wasser und Schlamm austreten können. Diese Erkenntnisse werfen Fragen über die Motivation der Behörden auf.
Univ.-Prof.in Dr.in Elodie Floriane Mandel-Briefer von der Universität Kopenhagen war ebenfalls vor Ort und brachte ihre Expertise ein. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Vokalisation von Nutztieren und deren emotionale Zustände. Erste Untersuchungen zeigen, dass Schweine im Freiland positive Emotionen ausdrücken, während sie in konventionellen Ställen mit Vollspaltenboden negative Emotionen äußern. Diese Erkenntnisse könnten die Debatte um das Wohlbefinden der Tiere weiter anheizen.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch äußerte sich kritisch zur Vorgehensweise der Behörden. Er vermutet politische Motive hinter der Attacke auf den Betrieb Hubmann. Diese innovative Haltungsform könnte die konventionelle Schweinebranche in Bedrängnis bringen, da sie zeigt, dass Alternativen zum Vollspaltenboden möglich und praktikabel sind. Die Messergebnisse belegen, dass das System im rechtlichen Rahmen funktioniert und das Tierwohl verbessert.
Die nächsten Schritte sind bereits geplant: Weitere 26 Sensoren sollen im Boden vergraben werden, um die Bodenbelastung durchgehend zu überwachen. Diese Maßnahme soll über die nächsten 12 Monate alle 6 Stunden Daten liefern. Bis dahin werden die Gehege auf ein anderes Grundstück versetzt, um dem Räumungsbescheid zu entgehen. Diese Entwicklungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Landwirtschaft haben.
Die Kontroverse um den Schweinebetrieb Hubmann zeigt, wie komplex die Beziehungen zwischen Politik, Landwirtschaft und Umwelt sind. Während die Behörden auf konventionelle Methoden setzen, könnte die Innovation von Betrieben wie Hubmann die Zukunft der Landwirtschaft revolutionieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese Geschichte entwickelt und welche Auswirkungen sie auf die Landwirtschaft in Österreich und darüber hinaus haben wird.