Tragischer Frontalzusammenstoß auf der Tauernautobahn – Österreichs Unfallbilanz 2026 im Überblick
Sechs Menschen starben vergangene Woche bei Verkehrsunfällen in Österreich. Ein Geisterfahrer verursachte auf der A10 einen tödlichen Frontalcrash.
Die vergangene Woche brachte traurige Nachrichten von Österreichs Straßen: Sechs Menschen verloren bei fünf Verkehrsunfällen ihr Leben. Besonders erschütternd ist ein Geisterfahrer-Unfall auf der Tauernautobahn, der zwei Todesopfer forderte. Das Bundesministerium für Inneres veröffentlichte nun die aktuellen Zahlen zur Verkehrssicherheit.
Der schwerste Unfall der vergangenen Woche ereignete sich am Dienstag, dem 10. Februar 2026, im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten. Ein 52-jähriger Pkw-Lenker fuhr auf der A10, der Tauernautobahn, als Geisterfahrer entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung.
Mehreren Verkehrsteilnehmern gelang es noch, dem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen und so einen Zusammenstoß zu verhindern. Für eine 25-jährige Pkw-Lenkerin kam jedoch jede Reaktion zu spät. Auf der Überholspur kam es zum verheerenden Frontalzusammenstoß der beiden Fahrzeuge.
Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass beide Fahrzeuglenker in ihren Pkws eingeklemmt wurden. Die alarmierten Einsatzkräfte konnten für die Verunglückten nichts mehr tun – beide wurden nur mehr tot aus ihren Fahrzeugen geborgen. Für die Bergungsarbeiten und die Unfallaufnahme musste eine Richtungsfahrbahn der Tauernautobahn gesperrt werden.
Die Statistik der vergangenen Woche zeigt eine deutliche regionale Konzentration der tödlichen Unfälle:
Hinsichtlich der Straßentypen verteilen sich die Unfälle wie folgt:
Die vorläufige Analyse der Verkehrsunfälle durch die Strategische Unfallanalyse der Bundespolizeidirektion zeigt ein bekanntes Bild bei den vermutlichen Hauptunfallursachen:
Bemerkenswert ist, dass drei der sechs tödlichen Unfälle Alleinunfälle waren – also Unfälle, bei denen nur ein Fahrzeug beteiligt war. Unter den Verstorbenen befand sich auch ein ausländischer Staatsangehöriger.
Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Ferienreiseverkehrs. Während in Oberösterreich und der Steiermark die Semesterferien begannen, endeten sie gleichzeitig im Burgenland, in Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens durch An- und Abreiseverkehr in die und aus den Wintersportgebieten war nur ein Todesopfer am Wochenende zu beklagen.
Diese vergleichsweise niedrige Zahl kann als positives Signal gewertet werden, auch wenn jeder Verkehrstote einer zu viel ist. Die verstärkten Kontrollen und Präventionsmaßnahmen der Exekutive während der Ferienzeiten dürften ihren Teil dazu beigetragen haben.
Die Gesamtbilanz für das Jahr 2026 zeigt bisher einen vorsichtig positiven Trend. Vom 1. Jänner bis zum 15. Februar 2026 kamen auf Österreichs Straßen insgesamt 26 Menschen ums Leben. Diese Zahl ist noch vorläufig und kann sich durch nachträgliche Meldungen noch verändern.
Im Vergleich zu den Vorjahren ergibt sich folgendes Bild für denselben Zeitraum:
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2025 bedeutet dies einen Rückgang um fünf Verkehrstote beziehungsweise rund 16 Prozent. Im Vergleich zu 2024 liegt die aktuelle Zahl hingegen um einen Todesfall höher.
Der tragische Unfall auf der Tauernautobahn rückt das Phänomen der Geisterfahrer wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Geisterfahrer entstehen häufig durch das versehentliche Auffahren auf die Autobahn in falscher Richtung, etwa bei Dunkelheit, schlechter Beschilderung oder unter Alkohol- und Drogeneinfluss. In manchen Fällen handelt es sich auch um bewusste Handlungen von Personen in psychischen Ausnahmesituationen.
Bei Geisterfahrer-Warnungen im Radio gilt für alle Verkehrsteilnehmer: Sofort die Geschwindigkeit reduzieren, den rechten Fahrstreifen nutzen, nicht überholen und erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen. Sollte man selbst bemerken, dass man auf der falschen Fahrbahn unterwegs ist, heißt die Empfehlung: Sofort anhalten, Warnblinkanlage einschalten, das Fahrzeug verlassen und hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen sowie die Polizei unter dem Notruf 133 verständigen.
Die aktuellen Zahlen mahnen trotz des leichten Rückgangs zur Vorsicht. Jeder einzelne Verkehrstote bedeutet unermessliches Leid für Angehörige und Hinterbliebene. Die Hauptunfallursachen – Unachtsamkeit, Ablenkung und nicht angepasste Geschwindigkeit – sind vermeidbar.
Verkehrsexperten appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer:
Die winterlichen Straßenverhältnisse in den kommenden Wochen erfordern besondere Vorsicht. Gerade auf Bergstrecken und in höheren Lagen können Glätte und Schneefall die Fahrbedingungen rasch verschlechtern.
Mit dem Ende der Semesterferien in den westlichen Bundesländern und Wien normalisiert sich der Ferienreiseverkehr in den kommenden Tagen. Die Polizei wird jedoch weiterhin verstärkt präsent sein, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Schwerpunktkontrollen in Bezug auf Geschwindigkeit, Alkohol und technischen Zustand der Fahrzeuge bleiben auf der Tagesordnung.
Das Bundesministerium für Inneres veröffentlicht wöchentlich aktualisierte Zahlen zu den Verkehrstoten in Österreich. Diese Transparenz soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Gefahren im Straßenverkehr zu schärfen und langfristig die Zahl der Verkehrsopfer zu senken.