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Wirtschaft

Revolutionäre Doppelernte: Oberösterreich profitiert doppelt von Sonne und Getreide!

25. August 2025 um 11:39
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Eine sensationelle Premiere in Oberösterreich sorgt für Aufsehen: Auf dem Sonnenfeld von Franz Bachleitner in Pischelsdorf wurde erstmals eine doppelte Ernte eingefahren. Diese innovative Methode kombiniert die Produktion von Solarstrom mit dem Anbau von Getreide und könnte die Zukunft der Landwirts

Eine sensationelle Premiere in Oberösterreich sorgt für Aufsehen: Auf dem Sonnenfeld von Franz Bachleitner in Pischelsdorf wurde erstmals eine doppelte Ernte eingefahren. Diese innovative Methode kombiniert die Produktion von Solarstrom mit dem Anbau von Getreide und könnte die Zukunft der Landwirtschaft revolutionieren. Seit April 2025 liefern die von EWS Consulting und der Energie AG installierten bifazialen Photovoltaik-Module (PV-Module) genug Strom, um rund 1.680 Haushalte zu versorgen. Gleichzeitig wird auf den landwirtschaftlichen Flächen Hafer angebaut, was die wirtschaftliche Nutzung des Bodens maximiert.

Die Technik hinter der Doppelernte

Die verwendeten PV-Module sind bifazial, was bedeutet, dass sie sowohl die direkte Sonneneinstrahlung als auch das reflektierte Licht von der Bodenoberfläche nutzen können. Diese Module sind nachgeführt, was bedeutet, dass sie sich im Laufe des Tages zur Sonne ausrichten, um die maximale Menge an Energie zu gewinnen. Dies führt zu einem Mehrertrag von 20 % im Vergleich zu herkömmlichen, fest installierten PV-Modulen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Technologie auch in den Morgen- und Abendstunden effizient arbeitet, was sie besonders netzverträglich macht.

Vorteile der Agri-Photovoltaikanlagen

Die Kombination von Solarstromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung, bekannt als Agri-Photovoltaik, bietet zahlreiche Vorteile. Zum einen wird die Fläche doppelt genutzt, was in einem kleinen Land wie Österreich von großer Bedeutung ist. Zum anderen können Landwirte von den zusätzlichen Pachteinnahmen profitieren, die durch die Solarstromproduktion entstehen. Franz Bachleitner, der Landwirt hinter diesem Projekt, erklärt: „Anfangs war der Pflanzenwuchs noch recht unregelmäßig, am Ende war der Hafer dann aber auf der gesamten Fläche reif. Weil sowohl das Wetter heuer nicht ideal war und auch die Getreidepreise aktuell sehr niedrig sind, bin ich froh über die zusätzlichen Pachteinnahmen, die meiner Familie eine stabile langfristige Perspektive bieten.“

Steuerbare PV-Tracker erleichtern die Arbeit

Ein weiteres Highlight der Anlage sind die steuerbaren PV-Tracker. Diese ermöglichen es den Landwirten, die Module horizontal zu stellen oder sie für eine maximale Durchfahrtslichte bis zu 70° aufzuklappen. Dadurch wird die Beschädigung der Module vermieden und sie sind vor Staubablagerungen geschützt. Joachim Payr, geschäftsführender Gesellschafter von EWS, erklärt: „Unsere Sonnenfänger sind im Tagesverlauf immer optimal zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Jeder Sonnenstrahl wird genutzt.“

Umweltfreundliche Lösungen

Besonders wichtig ist den Entwicklern die Umweltverträglichkeit der Anlagen. Während der Bauzeit wird darauf geachtet, die Auswirkungen auf Fauna, Flora und den agrarisch genutzten Boden möglichst gering zu halten. Die Anlagen können zudem rückstandslos rückgebaut werden, was sie besonders naturverträglich macht.

Der Strom der Zukunft

Erneuerbare Energien sind der Schlüssel zur Sicherung unseres Wohlstands und zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Wind und Sonne sind frei verfügbar und ihr Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. In Kombination mit Speichern sorgen sie für günstige Strompreise und können schnell errichtet werden. Agri-Photovoltaikanlagen stehen nicht in Konkurrenz zur Landwirtschaft, sondern ergänzen sie sinnvoll.

Ein Blick in die Zukunft

Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts in Oberösterreich könnte der Beginn einer neuen Ära in der Landwirtschaft sein. Hybridparks, die Wind, Sonne und Speicher kombinieren, sind bereits im Vormarsch. Sie bieten schlüsselfertige Lösungen von der Planung bis zum Betrieb und könnten das Modell für die Energieerzeugung der Zukunft sein.

Über EWS Consulting

EWS ist ein technisches Planungsbüro mit 100 Mitarbeitern an drei Standorten in Österreich. Als Marktführer im Bereich Windenergie hat das Unternehmen Projekte im Ausmaß von mehr als 3 Milliarden Euro umgesetzt. Bereits seit 2022 betreibt EWS gemeinsam mit dem Energiepark Bruck eine Agri-PV Pilot- und Forschungsanlage in Bruck an der Leitha, die wissenschaftlich von der Boku Wien begleitet wird. EWS bietet ein Rundum-Paket für erneuerbare Energieprojekte, von der ersten Idee bis zur Umsetzung und dem Betrieb.

Diese bahnbrechende Entwicklung in Oberösterreich könnte ein Vorbild für ähnliche Projekte in ganz Europa sein. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese innovative Methode der Flächennutzung in der Praxis bewährt und welche neuen Möglichkeiten sie für die Landwirtschaft eröffnet.

Schlagworte

#Agri-Photovoltaik#Doppelernte#erneuerbare energien#EWS Consulting#Getreide#Oberösterreich#Solarstrom

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