Der 30. September 2025 markiert einen bedeutenden Tag für den österreichischen Einzelhandel. Der Online-Supermarkt Gurkerl, bekannt für seine Innovationskraft und seinen Fokus auf Nachhaltigkeit, hat als erster Lebensmittelhändler in Österreich eine eigene Kategorie für Upcycling-Produkte eingeführt
Der 30. September 2025 markiert einen bedeutenden Tag für den österreichischen Einzelhandel. Der Online-Supermarkt Gurkerl, bekannt für seine Innovationskraft und seinen Fokus auf Nachhaltigkeit, hat als erster Lebensmittelhändler in Österreich eine eigene Kategorie für Upcycling-Produkte eingeführt. Diese bahnbrechende Initiative könnte das Einkaufsverhalten der Österreicher nachhaltig verändern und einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung leisten.
Upcycling ist ein Prozess, bei dem überschüssige oder vermeintlich unbrauchbare Rohstoffe der Lebensmittelproduktion zu neuen, hochwertigen Produkten weiterverarbeitet werden. Ein klassisches Beispiel ist die Wiederverwendung von Treber aus der Bierherstellung. Diese Nebenprodukte, die normalerweise als Abfall betrachtet werden, können zu nahrhaften Müslis, Snacks oder Getränken verarbeitet werden. Dieses Prinzip reduziert nicht nur Abfälle, sondern schont auch natürliche Ressourcen und verringert die Umweltbelastung der Lebensmittelproduktion erheblich.
Der Begriff Upcycling ist relativ neu, hat aber seine Wurzeln in traditionellen Praktiken, bei denen Menschen kreative Wege fanden, um Abfall zu minimieren. Historisch gesehen war die Notwendigkeit, Ressourcen zu sparen, in Zeiten von Krieg und wirtschaftlicher Not besonders ausgeprägt. In den letzten Jahren hat Upcycling jedoch eine Renaissance erlebt, da das Bewusstsein für Umweltprobleme und die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken gestiegen ist.
Zum Start umfasst Gurkerls neue Upcycling-Kategorie 57 Produkte, von denen rund die Hälfte exklusiv bei Gurkerl erhältlich ist. Diese Produkte reichen von Backwaren aus Altbrot, die von regionalen Bäckereien wie Ströck oder Hager hergestellt werden, bis hin zu Mehlen aus teilentölten Pressrückständen der Fandler Ölmühle in der Steiermark. Weitere Highlights sind Suppen von Followfood, die aus überschüssigem Gemüse produziert werden, und handgemachte Konserven von Roots Radicals aus Berlin.
Ein besonderer Aspekt von Gurkerls Upcycling-Kategorie ist der regionale Fokus. Viele der angebotenen Produkte stammen von lokalen Produzenten, was nicht nur die regionale Wirtschaft stärkt, sondern auch den ökologischen Fußabdruck durch kürzere Transportwege reduziert. Diese Strategie könnte als Vorbild für andere Einzelhändler dienen, die ihre Nachhaltigkeitsinitiativen ausbauen möchten.
„Nachhaltigkeit ist seit jeher ein zentraler Pfeiler unserer Unternehmensphilosophie“, erklärt Olin Novák, Geschäftsführer von Gurkerl und VP Markets bei der Rohlik Gruppe, zu der Gurkerl gehört. Diese Philosophie spiegelt sich in der neuen Upcycling-Kategorie wider, die darauf abzielt, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, lokale Produzenten zu unterstützen und innovative Produkte in den Alltag der Kunden zu integrieren.
Der Markt für Upcycling-Lebensmittel wächst weltweit dynamisch. Laut einer Studie wurde der Markt im Jahr 2021 auf 53,7 Milliarden USD geschätzt und soll bis 2031 voraussichtlich 97 Milliarden USD erreichen. In den USA hat die Einführung eines eigenen Upcycling-Siegels durch die Upcycled Food Association bereits zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage geführt.
Auch in Österreich ist das Potenzial groß. Jährlich fallen mindestens 1,2 Millionen Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an, was über 130 kg pro Kopf entspricht. Der größte Anteil dieser Abfälle entsteht in privaten Haushalten, aber auch in der Landwirtschaft, der Produktion und dem Handel fallen erhebliche Mengen an. Dies zeigt, dass der Lebensmitteleinzelhandel aktiv Verantwortung übernehmen kann und muss.
Die Einführung der Upcycling-Kategorie durch Gurkerl könnte ein Meilenstein für den österreichischen Lebensmittelhandel sein. Experten sind sich einig, dass Upcycling kein vorübergehender Trend ist, sondern ein fester Bestandteil der Ernährungssysteme der Zukunft werden wird. „Mit dieser Kategorie bringen wir innovative Produkte in den Alltag der Verbraucher, retten wertvolle Lebensmittelressourcen und eröffnen Produzenten gleichzeitig neue Absatzmöglichkeiten“, so eine Expertin von TransFoodMission, dem Partnerunternehmen von Gurkerl.
In den kommenden Jahren könnten weitere Einzelhändler dem Beispiel von Gurkerl folgen und eigene Upcycling-Kategorien einführen. Dies könnte nicht nur die Lebensmittelverschwendung weiter reduzieren, sondern auch das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Praktiken schärfen. Die Kombination aus innovativen Produkten, regionalem Fokus und einer starken Unternehmensphilosophie macht Gurkerl zu einem Vorreiter in der Branche.
Mehr Informationen über Gurkerls Upcycling-Initiative finden Sie auf ihrer Website.