Christian Dorfer bringt internationale Expertise aus Wien und Toronto nach Niederösterreich
Mit Jänner 2026 leitet der Epilepsie- und Neuroonkologie-Spezialist Christian Dorfer die Neurochirurgie am Universitätsklinikum St. Pölten.
Das Universitätsklinikum St. Pölten verstärkt seine medizinische Führungsriege mit einem hochkarätigen Neuzugang: Primar Dr. Christian Dorfer wurde mit Jänner 2026 zum neuen Leiter der Klinischen Abteilung für Neurochirurgie bestellt. Der gebürtige Kärntner gilt als einer der profiliertesten Neurochirurgen Österreichs und bringt umfassende Erfahrung aus der universitären Spitzenmedizin mit nach Niederösterreich.
Die Bestellung markiert einen bedeutenden Schritt für die neurochirurgische Versorgung in der Region. Dorfer war zuletzt als stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Neurochirurgie an der Medizinischen Universität Wien tätig – einer der renommiertesten Einrichtungen ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Nun wechselt er an das Universitätsklinikum St. Pölten, das sich als modernes medizinisches Zentrum in Niederösterreich positioniert.
Landesrat Anton Kasser, der für die Kliniken zuständig ist, betonte bei der Bekanntgabe der Personalentscheidung die Bedeutung dieser Bestellung: „Mit der Bestellung von Primar Christian Dorfer gewinnen wir einen ausgewiesenen Experten mit internationaler Reputation. Seine fachliche Exzellenz und langjährige Führungserfahrung stärken die neurochirurgische Versorgung auf höchstem Niveau und unterstreichen die Bedeutung des Universitätsklinikums als zukunftsorientiertes medizinisches Zentrum."
Der Blick auf die Vita des neuen Abteilungsleiters zeigt einen kontinuierlichen Aufstieg in der medizinischen Hierarchie, begleitet von konsequenter wissenschaftlicher Weiterbildung. Christian Dorfer absolvierte sein Medizinstudium an der Medizinischen Universität Wien, wo er auch seine Facharztausbildung für Neurochirurgie abschloss. Seit 2013 ist er Facharzt für Neurochirurgie.
Ein entscheidender Meilenstein in seiner akademischen Karriere war die Habilitation im Jahr 2017, mit der er die Lehrbefugnis im Fach Neurochirurgie erlangte. Doch Dorfer beließ es nicht bei der medizinischen Qualifikation: 2022 erwarb er zusätzlich einen Master of Business Administration mit Schwerpunkt Health Care Management – eine Qualifikation, die für leitende Positionen im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Zusatzqualifikation im Bereich Intensivmedizin, die er seit 2023 innehat, rundet sein Kompetenzprofil ab und ermöglicht ihm einen ganzheitlichen Blick auf die Versorgung schwerstkranker neurologischer Patienten.
Besonders prägend für Dorfers Entwicklung war ein einjähriger Forschungs- und Weiterbildungsaufenthalt am Hospital for Sick Children der University of Toronto in Kanada. Die Einrichtung zählt zu den weltweit führenden Kinderkliniken und ist insbesondere für ihre Expertise in der pädiatrischen Neurochirurgie bekannt.
Dieser Auslandsaufenthalt habe ihm, so beschreibt es Dorfer selbst, eine breitere Perspektive eröffnet und wesentlich dazu beigetragen, seine chirurgischen Fertigkeiten weiterzuentwickeln. Die dort gewonnenen Erfahrungen fließen bis heute in seine klinische Arbeit ein – insbesondere bei der Behandlung junger Patienten mit komplexen neurologischen Erkrankungen.
Der klinische Schwerpunkt des neuen Abteilungsleiters liegt in zwei besonders anspruchsvollen Bereichen der Neurochirurgie: der Neuroonkologie, also der chirurgischen Behandlung von Hirntumoren, sowie der Epilepsiechirurgie. Beide Disziplinen erfordern höchste Präzision und ein tiefgreifendes Verständnis der komplexen Strukturen des menschlichen Gehirns.
Bemerkenswert ist dabei, dass Dorfer sowohl Kinder als auch Erwachsene behandelt – eine Kombination, die nicht selbstverständlich ist, da die Anforderungen an die chirurgische Technik und das perioperative Management bei beiden Patientengruppen erheblich variieren.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind moderne minimal-invasive Operationsverfahren. Diese schonenden Techniken reduzieren das Operationsrisiko und verkürzen die Genesungszeit der Patienten erheblich. Die Weiterentwicklung und Implementierung solcher Verfahren dürfte auch am Standort St. Pölten vorangetrieben werden.
Neben seiner klinischen Tätigkeit hat sich Christian Dorfer als Wissenschaftler einen Namen gemacht. Er ist an zahlreichen internationalen Forschungsprojekten beteiligt und publiziert regelmäßig in renommierten Fachzeitschriften. Diese wissenschaftliche Aktivität ist für ein Universitätsklinikum von besonderer Bedeutung, da sie die Verbindung von Forschung und Patientenversorgung ermöglicht.
Besonders hervorzuheben ist Dorfers Engagement in internationalen Fachgesellschaften. Er bekleidet dort leitende Funktionen und ist unter anderem Präsident und Mitbegründer der International Epilepsy Surgery Society. Diese Position unterstreicht seinen Status als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Epilepsiechirurgie weltweit.
Für den neuen Abteilungsleiter nehmen die akademische Lehre und die Förderung des medizinischen Nachwuchses einen zentralen Stellenwert ein. Neben seiner umfangreichen Lehrtätigkeit an der Universität engagiert er sich regelmäßig in internationalen Fort- und Weiterbildungsformaten. Die Weitergabe von Wissen und chirurgischer Expertise an die nächste Generation von Neurochirurgen sieht er als wesentlichen Bestandteil seiner Aufgabe.
Diese Haltung dürfte auch am Universitätsklinikum St. Pölten Früchte tragen, wo die Ausbildung qualifizierter Fachärzte ein wichtiges strategisches Ziel darstellt. Die Kombination aus universitärer Anbindung und Krankenhaus der Maximalversorgung bietet ideale Voraussetzungen für eine hochwertige Facharztausbildung.
Christian Dorfer selbst formuliert seine Ziele für die neue Position präzise und ambitioniert: „Mein Ziel ist es, die Neurochirurgie gemeinsam mit einem engagierten Team interdisziplinär, innovationsorientiert und konsequent patientenzentriert weiterzuentwickeln. Exzellente Chirurgie, hochwertige Ausbildung und international sichtbare Forschung sind dafür die zentralen Säulen."
Diese drei Säulen – klinische Exzellenz, Ausbildung und Forschung – bilden das klassische Fundament universitärer Medizin. Dass der neue Abteilungsleiter sie explizit in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt, signalisiert den Anspruch, das Universitätsklinikum St. Pölten in der neurochirurgischen Versorgung auf Augenhöhe mit den großen Universitätskliniken zu positionieren.
Auch die Geschäftsführung der zuständigen Gesundheit Region Mitte GmbH begrüßt die Neubestellung. Franz Laback, Geschäftsführer der Trägerorganisation, betonte die strategische Bedeutung der Personalentscheidung: „Mit Primar Christian Dorfer übernimmt eine national und international anerkannte Persönlichkeit die Leitung der neurochirurgischen Abteilung am Universitätsklinikum St. Pölten."
Die Bestellung verfolge das Ziel, so Laback weiter, die hohe Qualität der neurochirurgischen Versorgung nachhaltig zu sichern, das medizinische Leistungsangebot weiterzuentwickeln und die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Hauses konsequent zu stärken. Diese Schwerpunktsetzung verdeutlicht, dass die Neurochirurgie nicht isoliert betrachtet wird, sondern als Teil eines komplexen medizinischen Netzwerks innerhalb des Klinikums.
Die Bestellung eines derart qualifizierten Mediziners an das Universitätsklinikum St. Pölten ist auch ein Signal für die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich insgesamt. Patienten mit komplexen neurologischen Erkrankungen müssen künftig seltener nach Wien ausweichen, um eine Behandlung auf höchstem Niveau zu erhalten.
Insbesondere für Epilepsie-Patienten, bei denen eine chirurgische Behandlung in Frage kommt, bedeutet die Expertise Dorfers eine deutliche Verbesserung der wohnortnahen Versorgung. Die Epilepsiechirurgie ist ein hochspezialisiertes Feld, das nur an wenigen Zentren in Österreich auf diesem Niveau angeboten wird.
Mit der Bestellung von Christian Dorfer setzt das Universitätsklinikum St. Pölten einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Neurochirurgie. Die Kombination aus klinischer Expertise, wissenschaftlicher Reputation und Führungserfahrung verspricht eine Weiterentwicklung der Abteilung auf höchstem fachlichem und wissenschaftlichem Niveau.
Für die Patienten in Niederösterreich bedeutet dies den Zugang zu modernster neurochirurgischer Versorgung durch einen international anerkannten Experten. Für das Universitätsklinikum selbst ist die Bestellung ein Beleg dafür, dass es gelingt, hochqualifizierte Mediziner aus renommierten Einrichtungen für St. Pölten zu gewinnen – ein wichtiger Faktor im zunehmend intensiven Wettbewerb um medizinische Talente.