Während eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Österreicher den Religionsunterricht als wenig sinnvoll erachtet, sprechen die Zahlen aus den Klassenzimmern eine andere Sprache: 92 Prozent aller katholischen Schülerinnen und Schüler nehmen im laufenden Schuljahr 2025/26 am katholischen Religionsunterricht teil.
Während eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Österreicher den Religionsunterricht als wenig sinnvoll erachtet, nehmen nach Angaben der Schulämter der österreichischen Diözesen rund 92 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2025/26 am katholischen Religionsunterricht teil.
Hintergrund ist eine "Market"-Umfrage im Auftrag des "Standard", die unter 800 Befragten durchgeführt wurde und den Religionsunterricht als am wenigsten sinnvoll bewertete. Konkret bewerteten mehr als die Hälfte der Befragten den Religionsunterricht als weniger oder gar nicht sinnvoll, 39 Prozent standen dem Fach positiv gegenüber. Die Schülerstatistik der Diözesen zeigt hingegen eine nahezu konstante Teilnahmequote von rund 92 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler im Vergleich zum Vorjahr.
Die Umfrage ergibt, dass in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen der Religionsunterricht am positivsten bewertet wird. Andrea Pinz, Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien, sagte im Interview, die Akzeptanz des Fachs sei bei jungen Menschen, also bei jenen, die den Religionsunterricht aus eigener Erfahrung kennen, höher als bei anderen. Sie verwies zudem auf ein steigendes Interesse an Religion bei Kindern und Jugendlichen und auf geringe Abmeldungen (8 Prozent) sowie steigende Anmeldungen von Kindern und Jugendlichen ohne Bekenntnis als Freigegenstand.
Im Schuljahr 2025/26 besuchen 616.864 Schülerinnen und Schüler eine Pflichtschule in Österreich. Davon sind 344.052 Kinder (55,77 Prozent) katholisch, 88.408 (14,33 Prozent) ohne Bekenntnis. Abgemeldet vom katholischen Religionsunterricht haben sich in den Pflichtschulen 4,54 Prozent bzw. 15.608 katholische Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig nehmen 26.935 Kinder und Jugendliche ohne Bekenntnis am Religionsunterricht teil. Somit besuchen nach den vorliegenden Zahlen mehr als 57,61 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der österreichischen Pflichtschulen den katholischen Religionsunterricht.
Aufgeschlüsselt nach Schularten nehmen in den AHS etwa 55 Prozent, in den BMS über 44 Prozent und in den BHS rund 59 Prozent der jungen Menschen am Religionsunterricht teil; in den Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen liegt die Teilnahme bei fast 89 Prozent. Über alle Schularten hinweg machen rund 57 Prozent der Schülerinnen und Schüler beim katholischen Religionsunterricht mit.
Andrea Pinz betonte, der katholische Religionsunterricht sei weiter sehr gefragt und die aktuelle Schülerstatistik belege seine hohe Akzeptanz. Sie sagte zudem, Religion sei aktuell ein gesellschaftlich relevantes und präsentes Thema und der konfessionelle Religionsunterricht kenne seit mehr als einem Jahrzehnt innovative kooperative Formen, die das Gemeinsame der Religionen ins Zentrum stellen und Dialog und gesellschaftliche Verantwortung fördern.
Insgesamt gibt es heuer 1.010.776 Schülerinnen und Schüler in Österreichs Schulen. Davon sind 58,27 Prozent katholisch, was höher ist als der Prozentsatz der Katholikinnen und Katholiken in Österreich (knapp 50 Prozent, Stand Ende 2024).