Am 29. September 2025 fand der 21. Salzburg Europe Summit statt, organisiert vom renommierten Institut der Regionen Europas (IRE). Inmitten der malerischen Kulisse Salzburgs versammelten sich führende Experten, um über eine der größten Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren: den demographisch
Am 29. September 2025 fand der 21. Salzburg Europe Summit statt, organisiert vom renommierten Institut der Regionen Europas (IRE). Inmitten der malerischen Kulisse Salzburgs versammelten sich führende Experten, um über eine der größten Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren: den demographischen Wandel und dessen Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Die zentrale Botschaft des Panels war eindeutig: Ein Paradigmenwechsel von der Reparatur- zur Vorsorgemedizin ist unerlässlich.
Lisa Warth, Leiterin der Abteilung „Bevölkerung“ der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen, hob hervor, dass der demographische Wandel die größte Herausforderung weltweit darstellt. Während die Weltbevölkerung insgesamt noch wächst, schrumpfen die Bevölkerungszahlen in einigen Regionen bereits. Dieser Wandel hat tiefgreifende Auswirkungen auf Arbeitsmärkte und soziale Sicherungssysteme.
Der demographische Wandel beschreibt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur über die Zeit. In vielen westlichen Ländern, einschließlich Österreich, ist die Gesellschaft zunehmend von einer alternden Bevölkerung geprägt. Dies bedeutet, dass der Anteil älterer Menschen im Vergleich zu jüngeren Generationen wächst. Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen für die Gesundheitssysteme, die darauf ausgelegt sind, eine jüngere, gesündere Bevölkerung zu unterstützen.
SVS-Obmann Peter Lehner betonte die Notwendigkeit einer besseren Balance bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Über die Hälfte aller chronischen Erkrankungen seien auf den Lebensstil zurückzuführen. Hier kommt die Prävention ins Spiel. Prävention bedeutet, Maßnahmen zu ergreifen, um Krankheiten zu verhindern, bevor sie überhaupt entstehen. Dies kann durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressbewältigung erreicht werden.
Lehner unterstrich, dass Eigenverantwortung und Prävention entscheidend sind, um die Stabilität in Gesundheits- und Pensionssystemen zu sichern. Innovation und Zusammenarbeit seien die Schlüssel, um diesen Wandel zu unterstützen. Durch präventive Maßnahmen können nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung verbessert, sondern auch die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden.
Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi warnte vor der „Reparaturmentalität“ im österreichischen Gesundheitssystem. Diese Mentalität beschreibt einen Ansatz, bei dem das Gesundheitssystem hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, Krankheiten zu behandeln, anstatt sie zu verhindern. Zivilisationskrankheiten wie Adipositas oder Diabetes treten bereits bei Jugendlichen auf, was die Notwendigkeit eines präventiven Ansatzes unterstreicht.
Gutschi forderte, über Bundesländergrenzen hinauszudenken und den Vorsorgegedanken viel stärker zu verankern. Dies bedeutet, dass präventive Maßnahmen nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene umgesetzt werden müssen.
Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, dass ein stärkerer Fokus auf Prävention erhebliche Vorteile bringen kann. In Finnland beispielsweise wurde ein umfassendes Programm zur Förderung gesunder Lebensstile eingeführt, das zu einer signifikanten Reduzierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geführt hat. Solche Erfolge zeigen, dass ein präventiver Ansatz nicht nur möglich, sondern auch effektiv ist.
Pflegewissenschafter Jürgen Osterbrink sprach von einem „Abgrund, nicht einer Krise“. Schlaganfälle und andere Erkrankungen nähmen stark zu, was die Notwendigkeit einer eigenständigen Pflegeversicherung unterstreicht. Eine solche Versicherung könnte dazu beitragen, die finanziellen Belastungen für das Gesundheitssystem zu verringern und gleichzeitig die Qualität der Pflege zu verbessern.
Osterbrink betonte, dass wir von „Unterjüngung“ sprechen sollten, anstatt von Überalterung. Dies bedeutet, dass wir die Chancen in Prävention und Bewusstseinsbildung sehen sollten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.
Die finnische Europaabgeordnete Sirpa Pietikäinen erinnerte daran, dass Langlebigkeit ein zivilisatorischer Erfolg sei. Die Herausforderung bestehe darin, wie Gesellschaften mit einer alternden Bevölkerung umgehen. Autonomie und selbstbestimmte Pflege seien entscheidend, um die Lebensqualität älterer Menschen zu gewährleisten. Das Altersbild müsse an die Realität angepasst werden, um die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung zu berücksichtigen.
SVS-Generaldirektor Alexander Biach verwies auf die drastische Veränderung der Bevölkerungspyramide. „Wir laufen auf eine Pflegefalle zu“, warnte er. Prävention müsse schon im Kindergarten beginnen. Gesunde Ernährung, tägliche Bewegung und Stressbewältigung im Berufsleben sind unverzichtbar, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu sichern.
Auch bei Vorsorgeuntersuchungen gebe es erhebliches Verbesserungspotenzial. Diese Untersuchungen können dazu beitragen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.
Einigkeit herrschte im Panel darüber, dass Investitionen in Prävention, Pflege und gesundes Altern zu den zentralen Zukunftsaufgaben gehören – sowohl für die Gesellschaft als auch für die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme. Durch präventive Maßnahmen können nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung verbessert, sondern auch die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden.
Der demographische Wandel stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Um diese Herausforderung zu meistern, ist ein radikaler Wandel im Gesundheitswesen erforderlich. Durch einen stärkeren Fokus auf Prävention können wir die Gesundheit der Bevölkerung verbessern und gleichzeitig die finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem verringern. Die Experten des Salzburg Europe Summit haben einen klaren Weg aufgezeigt: Prävention muss im Mittelpunkt unserer Gesundheitsstrategien stehen.