Am 15. Januar 2026 fand in Krems eine bedeutende Pressekonferenz statt, die die Aufmerksamkeit auf ein innovatives Bildungsprojekt lenkte. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister präsentierte gemeinsam mit Markus Golla vom International Nursing Center Krems und weiteren Experten das Projekt „Pflege
Am 15. Januar 2026 fand in Krems eine bedeutende Pressekonferenz statt, die die Aufmerksamkeit auf ein innovatives Bildungsprojekt lenkte. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister präsentierte gemeinsam mit Markus Golla vom International Nursing Center Krems und weiteren Experten das Projekt „Pflegeausbildung Vietnam“. Diese Initiative, die in Österreich einzigartig ist, zielt darauf ab, dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken, indem qualifizierte Pflegekräfte aus Vietnam ausgebildet werden. Die Aktualität und Relevanz für Österreich sind unbestreitbar, da die erste Gruppe von Absolventen kurz vor ihrem Eintritt in das österreichische Gesundheitssystem steht.
Das Projekt „Pflegeausbildung Vietnam“ ist ein Vorreiter in der internationalen Bildungskooperation. Insgesamt 75 vietnamesische Schüler haben über eineinhalb Jahre Deutsch in Hanoi gelernt, um anschließend in Krems die Pflegeassistenzausbildung zu absolvieren. Diese Ausbildung erfolgt nach österreichischen Standards und bietet den Absolventen eine klare berufliche Perspektive in Niederösterreich. Die erste Gruppe von über 30 Absolventen wird in wenigen Wochen in das österreichische Gesundheitswesen eintreten, was einen bedeutenden Schritt zur Entlastung der heimischen Pflegekräfte darstellt.
Die Pflegeausbildung in Österreich hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich stark von kirchlichen Institutionen geprägt, hat sich die Ausbildung im Laufe der Jahre professionalisiert und diversifiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde der Bedarf an Pflegekräften durch die demografische Entwicklung und den steigenden Gesundheitsbedarf immer dringlicher. Projekte wie die „Pflegeausbildung Vietnam“ sind daher innovative Antworten auf den zunehmenden Fachkräftemangel.
Während Deutschland und die Schweiz ebenfalls mit einem Mangel an Pflegekräften konfrontiert sind, haben sie unterschiedliche Ansätze zur Lösung dieses Problems verfolgt. In Deutschland gibt es beispielsweise zahlreiche Programme zur Anwerbung internationaler Pflegekräfte, während die Schweiz verstärkt auf die Ausbildung von einheimischen Fachkräften setzt. Das niederösterreichische Modell, das eine Ausbildung im Herkunftsland mit einer anschließenden Berufsausbildung in Österreich kombiniert, ist europaweit einzigartig und könnte als Vorbild für andere Länder dienen.
Die Auswirkungen des Projekts auf die Bürger Niederösterreichs sind vielfältig. Zum einen wird die Versorgungssicherheit im Pflegebereich erhöht, was besonders in ländlichen Regionen von großer Bedeutung ist. Zum anderen profitieren die heimischen Pflegekräfte von der Entlastung durch gut ausgebildete Kollegen, was die Arbeitsbedingungen verbessert und Burnout-Risiken reduziert. Ein Beispiel hierfür ist die Schülerin Ti Linh Chi Tran, die nach ihrer Ausbildung in Weitra arbeiten wird und dort zur Entlastung der lokalen Pflegeeinrichtungen beiträgt.
Die Zahlen sprechen für sich: Im letzten Jahr hat die NÖ Landesgesundheitsagentur rund 1.300 neue Mitarbeiter im Pflegebereich aufgenommen. Das Projekt „Pflegeausbildung Vietnam“ trägt dazu bei, diese Zahl weiter zu erhöhen und die Lücke im Pflegepersonal zu schließen. Die Ausbildungskosten werden dabei größtenteils von österreichischen Institutionen getragen, was die Nachhaltigkeit des Projekts unterstreicht.
Die Zukunft des Projekts sieht vielversprechend aus. Geplant ist die Schaffung eines Lehrpflegeheims mit universitärem Charakter in der Nähe des IMC Krems. Diese Einrichtung wird als innovative Ausbildungsstätte dienen und die Qualität der Pflegeausbildung weiter steigern. Langfristig könnte das Modell auch auf andere Bundesländer ausgeweitet werden, um den Fachkräftemangel österreichweit zu adressieren.
Das Projekt „Pflegeausbildung Vietnam“ stellt einen bedeutenden Fortschritt für das österreichische Gesundheitswesen dar. Es bietet nicht nur eine Lösung für den akuten Fachkräftemangel, sondern fördert auch die internationale Zusammenarbeit und den kulturellen Austausch. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich dieses Modell weiterentwickelt und welche positiven Effekte es langfristig auf die Pflege in Österreich haben wird. Möchten Sie mehr über die Entwicklungen im österreichischen Gesundheitswesen erfahren? Besuchen Sie unsere Gesundheitsseite für weitere Informationen.