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Wirtschaft

Ortstaxen-Schock: Wien kurz vor dem Tourismus-Desaster!

7. September 2025 um 09:39
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Wien, die Stadt der Träume und der unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten, steht vor einem Wendepunkt, der sowohl Einheimische als auch Touristen in Aufruhr versetzt. Am 1. Dezember plant die Stadtregierung eine drastische Erhöhung der Ortstaxe von bisher 3,2% auf unglaubliche 8,5%. Diese Entsch

Wien, die Stadt der Träume und der unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten, steht vor einem Wendepunkt, der sowohl Einheimische als auch Touristen in Aufruhr versetzt. Am 1. Dezember plant die Stadtregierung eine drastische Erhöhung der Ortstaxe von bisher 3,2% auf unglaubliche 8,5%. Diese Entscheidung könnte Wien zur zweitteuersten Stadt Europas machen, gleich hinter Amsterdam, das bereits berüchtigt für seine hohen Abgaben ist.

Was bedeutet die Ortstaxe eigentlich?

Die Ortstaxe, auch als Übernachtungssteuer bekannt, ist eine Abgabe, die von Gästen in Beherbergungsbetrieben wie Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen erhoben wird. Der Zweck dieser Steuer ist es, die Infrastruktur der Stadt zu unterstützen, von der Touristen profitieren. Doch in Wien scheint diese Steuer nun einen neuen, umstrittenen Höhepunkt zu erreichen.

Ein Blick in die Vergangenheit

Historisch gesehen wurde die Ortstaxe eingeführt, um die Kosten zu decken, die durch den Tourismus in einer Stadt entstehen. Dazu gehören die Erhaltung von Sehenswürdigkeiten, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Förderung von kulturellen Veranstaltungen. In Wien war die Ortstaxe lange Zeit ein moderater Beitrag, der im europäischen Vergleich im Mittelfeld lag.

Doch nun sieht sich die Stadt mit einer massiven Erhöhung konfrontiert, die vom Verband der Apartmentvermieter (VDAV) scharf kritisiert wird. Der Verband spricht von einer 'Wegelagerei' und einem 'beispiellosen Angriff auf Wiens Gastfreundschaft'.

Die Auswirkungen auf die Bürger

Diese Erhöhung trifft nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische. Besonders betroffen sind Monteure, volljährige Lehrlinge und Wiener in Notlagen, die sich vorübergehend in Beherbergungsbetrieben aufhalten müssen. Für sie bedeutet die Erhöhung eine erhebliche finanzielle Belastung. Ein Monteur, der 60 Nächte in Wien verbringt, müsste bei einem Zimmerpreis von 100 Euro pro Nacht stolze 510 Euro an Ortstaxe zahlen - ein Betrag, der die ohnehin schon hohen Lebenshaltungskosten weiter in die Höhe treibt.

Vergleich mit anderen Städten

Ein Blick auf andere europäische Städte zeigt, dass Wien mit dieser Maßnahme in eine neue Liga aufsteigt. Städte wie Rom, Kopenhagen, Stockholm und Warschau haben deutlich niedrigere Ortstaxen. Selbst im Vergleich zu Amsterdam, das mit 12,5% die höchste Ortstaxe erhebt, wirkt Wiens geplanter Satz von 8,5% wie eine gezielte Maßnahme zur Abschreckung von Touristen.

Die Kritik des VDAV

Der VDAV hat klare Forderungen an die Stadtregierung: Eine Rücknahme der Erhöhung, Ausnahmen für Nicht-Touristen und eine Obergrenze der Besteuerung auf 30 Nächte. Der Verband argumentiert, dass das aktuelle System bereits gut funktioniere und die Einnahmen aus der Ortstaxe die Ausgaben für den Tourismus in Wien übersteigen.

'Diese Erhöhung ist ein Schuss ins eigene Knie', warnt ein Sprecher des VDAV. 'Sie gefährdet Arbeitsplätze, vertreibt Gäste und ruiniert Wiens Ruf als gastfreundliche Metropole.'

Die wirtschaftlichen Folgen

Die Stadtregierung rechnet mit Mehreinnahmen von 81 Millionen Euro durch die Erhöhung. Doch Kritiker warnen, dass die langfristigen Verluste diese Summe bei weitem übersteigen könnten. Wegbleibende Kongressveranstalter, sinkende Buchungen und ein Rückgang der Umsatzsteuer durch den Gästerückgang sind nur einige der befürchteten Konsequenzen.

Besonders betroffen wäre die Tourismusbranche, die in Wien eine der wichtigsten Wirtschaftssektoren darstellt. Mit über 100.000 Arbeitsplätzen hängt ein erheblicher Teil der Stadtbevölkerung direkt oder indirekt vom Tourismus ab.

Ein Blick in die Zukunft

Die Frage, die sich viele stellen, ist: Wird Wien zur Abzock-Metropole Europas oder kann die Stadt ihren Ruf als gastfreundliche Weltstadt bewahren? Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die Stadtregierung auf die Forderungen des VDAV eingeht oder ob die Erhöhung in Kraft tritt.

Eines ist sicher: Die Diskussion um die Ortstaxe hat das Potenzial, die Tourismusstrategie Wiens nachhaltig zu verändern. Ob zum Guten oder Schlechten, wird die Zeit zeigen.

Fazit

Die geplante Erhöhung der Ortstaxe in Wien hat eine hitzige Debatte ausgelöst, die weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Stadtregierung auf die Kritik reagiert oder ob die Erhöhung tatsächlich umgesetzt wird. Bis dahin bleibt Wien im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Erhalt seines internationalen Rufes als gastfreundliche Metropole.

Schlagworte

#Apartmentvermieter#Erhöhung#Ortstaxe#Stadtregierung#Tourismus#VDAV#Wien

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