Wirtschaftsmagazin zeigt am 19. Februar wie Wirte Umsätze verschleiern
Das ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" beleuchtet Steuerhinterziehung in der Gastronomie und weitere brisante Wirtschaftsthemen.
Das ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" widmet sich am Donnerstag, dem 19. Februar 2026, um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON drei hochaktuellen Wirtschaftsthemen, die Österreich bewegen. Unter der Moderation von Dieter Bornemann stehen dabei Steuerbetrug in der Gastronomie, die österreichische Rüstungsexportstrategie und die Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge im Fokus.
Der Hauptbeitrag der Sendung beleuchtet einen brisanten Fall von Steuerhinterziehung in der österreichischen Gastronomie. Was für viele Gäste alltäglich erscheint – ein schneller Kaffee ohne Rechnung – entpuppt sich als systematisches Steuerschlupfloch. Die Recherche von Ines Ottenschläger und Johannes Schwitzer-Fürnsinn deckt auf, wie einfach es für Gastronomen ist, die gesetzlich vorgeschriebene Registrierkassenpflicht zu umgehen.
Besonders alarmierend ist ein aktueller Fall, in dem dutzende Gastwirte mit einer speziellen Software ihre Umsätze manipuliert haben. Die Methode ist dabei denkbar einfach: Barzahlungen werden nachträglich aus den elektronischen Kassensystemen gelöscht, wodurch diese Umsätze nicht in der Steuererklärung aufscheinen. Diese systematische Manipulation hat bereits Schäden in Millionenhöhe verursacht – letztendlich zu Lasten aller Steuerzahler.
Die Reportage geht der Frage nach, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um solche Manipulationen an Registrierkassen künftig zu verhindern. Zudem wird kritisch hinterfragt, ob Barzahlung tatsächlich ein bevorzugtes Einfallstor für Steuerhinterziehung darstellt und welche Konsequenzen dies für den Wirtschaftsstandort Österreich haben könnte.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sendung behandelt die geplante Offensive bei österreichischen Rüstungsexporten. Europa befindet sich in einer Phase massiver Aufrüstung und investiert Milliarden in die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Die österreichische Bundesregierung möchte nun, dass auch die heimische Rüstungsindustrie von diesem Trend profitiert.
Die aktuelle Industriestrategie der Regierung bezeichnet die österreichische Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft explizit als Wachstumschance. Konkret werden staatliche Exportgarantien sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren in Aussicht gestellt. Dies würde einen deutlichen Abschied von der historisch bedingten Zurückhaltung Österreichs im Rüstungsbereich bedeuten.
Matthias Linke und Hans Hrabal gehen in ihrem Bericht der juristisch brisanten Frage nach, inwieweit die österreichische Neutralität diese geplante Exportoffensive überhaupt zulässt. Die Sendung beleuchtet die Spannungsfelder zwischen wirtschaftlichen Interessen und verfassungsrechtlichen Verpflichtungen.
Das dritte große Thema der "Eco"-Sendung widmet sich einem Problem, das viele österreichische Unternehmen betrifft: der Nachfolge. Viele Unternehmer stehen vor dem Ruhestand, können aber keine geeignete Nachfolge für ihre Betriebe finden.
Die Zahlen sind alarmierend: In Österreich steht inzwischen jede zehnte Firma vor einem Generationenwechsel. Das bedeutet, dass rund 20.000 heimische Unternehmen in den kommenden fünf Jahren vor dem Aus stehen könnten, falls sich keine Nachfolger finden lassen. Dies hätte nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen, sondern würde auch tausende Arbeitsplätze gefährden.
Markus Waibel stellt in seinem Bericht zwei Familienunternehmen vor, denen die Übergabe erfolgreich gelungen ist. Diese Erfolgsgeschichten zeigen auf, welche Strategien und Voraussetzungen für eine gelungene Betriebsübergabe notwendig sind. Gleichzeitig werden die typischen Herausforderungen und Stolpersteine beleuchtet, mit denen Unternehmer bei der Nachfolgeregelung konfrontiert sind.
Alle drei Themen der "Eco"-Sendung haben direkte Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich. Der aufgedeckte Steuerbetrug in der Gastronomie zeigt Schwachstellen im System auf und verdeutlicht, wie wichtig eine konsequente Durchsetzung der Steuergesetze ist. Die entgangenen Steuereinnahmen fehlen letztendlich im Staatshaushalt und müssen von ehrlichen Steuerzahlern kompensiert werden.
Die Diskussion um Rüstungsexporte berührt grundsätzliche Fragen der österreichischen Außenwirtschaftspolitik und der Vereinbarkeit mit der Neutralität. Während die einen in der Rüstungsindustrie eine Chance für Wachstum und Arbeitsplätze sehen, warnen andere vor einem Bruch mit der traditionellen Neutralitätspolitik.
Das Problem der Unternehmensnachfolge schließlich betrifft die Substanz der österreichischen Wirtschaft. Wenn tausende Betriebe mangels Nachfolger schließen müssen, gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auch wertvolles Know-how und Wirtschaftskraft.
Für österreichische Konsumenten haben diese Themen ebenfalls direkte Relevanz. Steuerhinterziehung führt zu Wettbewerbsverzerrungen und höheren Steuerlasten für ehrliche Unternehmen und Bürger. Die Debatte um Rüstungsexporte wirft Fragen zur außenpolitischen Ausrichtung des Landes auf, während das Problem der Unternehmensnachfolge die regionale Wirtschaftsstruktur beeinflussen kann.
Das ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" liefert mit seinen fundierten Recherchen wichtige Informationen zu diesen komplexen Wirtschaftsthemen und trägt so zur gesellschaftlichen Meinungsbildung bei. Die Sendung zeigt auf, wie eng wirtschaftliche, rechtliche und politische Fragen miteinander verknüpft sind.
Die Ausstrahlung am 19. Februar 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 sowie die Verfügbarkeit auf ORF ON ermöglichen es interessierten Zuschauern, sich umfassend über diese wichtigen Wirtschaftsthemen zu informieren.